Geldanlage 03.10.2008, 19:37 Uhr

Mit guten Taten Geld verdienen  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 2. 10. 08, ps – Zahlreiche Kirchen- und Ordensbanken versuchen in Deutschland, Geldanlagen mit ethischem Anspruch zu verbinden. Was bieten sie für wen? Ein Überblick.

Nicht nur offen für Anleger katholischen Glaubens ist die Pax-Bank eG aus Köln, mit einem Kundengeschäftsvolumen von 4,3 Mrd. € eine der größeren Kirchenbanken in Deutschland. Neben den acht Filialen in deutschen Städten hat sie auch eine Niederlassung in Rom.

Zu den Kunden zählen hauptsächlich Ordensgemeinschaften, Bistümer, Kirchengemeinden und deren Sozialeinrichtungen. Die Pax-Bank betreut auch Christen anderer Konfessionen. Ihnen bietet sie alle üblichen Bankangebote, vom Girokonto mit EC-Karte und Online-Banking bis zur Vermögensverwaltung. Laut Pax-Bank-Sprecher Alfred Krott soll die Verwendung der Anlagen die „christlich geprägte Werteorientierung“ seiner Bank spiegeln. „Den Auftrag der Kirche zu fördern ist für die Pax-Bank Ziel und Zweck ihrer Geschäftstätigkeit“, so Krott.

Die Bank im Bistum (BiB) Essen zählt zu ihren Kunden neben Kirchen, kirchlichen Einrichtungen und Verbänden auch Krankenhäuser oder Versorgungswerke. Nur wer bei ihnen beschäftigt ist, kann Privatkunde der Bank werden – und die ganze Palette der Angebote nutzen, beispielsweise Nachhaltigkeitsfonds, die sich an christlicher Ethik ausrichten.

Außerkirchliche Kunden hat die BiB nicht – mit einer Ausnahme: Interessenten für das Investment in Mikrofinanz. Seit 2007 hat die Bank ihr Engagement auf diesem Gebiet intensiviert. Zum einen vergibt sie Mittel an Mikrofinanzinstitute in Mittelamerika, in Georgien und Aserbaidschan. Zum anderen setzt die BiB auf den Luxemburger responsAbility Mikrofinanzfonds (SICAV), der Kredite für Kleinstunternehmen in Entwicklungsländern finanziert. Die Mindestanlage beträgt zehn Anteile zu 100 €.

Die jüngste genossenschaftlich organisierte Kirchenbank ist die Bank für Kirche und Caritas eG aus Paderborn. 1972 als Selbsthilfeeinrichtung kirchlich-caritativer Einrichtungen gegründet, betreut sie heute als Kunden die katholische Kirche und deren Institutionen sowie deren hauptamtlich beschäftigte Mitarbeiter.

Das Finanzinstitut hat eine Bilanzsumme von rund 3 Mrd. €. „Wir bieten unseren Kunden inzwischen die gesamte Palette nachhaltiger Finanzprodukte an. Bankübliche Dienstleistungen, Spar- und Termingeldeinlagen, spezielle nachhaltige Fondsprodukte, auch Spezialfonds, Vermögensverwaltungen und Direktmandate“, erklärt Helge Wulsdorf, zuständig für „Nachhaltige Geldanlagen“.

Als erste evangelische Kirchenbank wartet auch die evangelische KD-Bank aus Dortmund mit einem Nachhaltigkeitsfilter für ihre Eigenanlagen auf. Zu ihr haben sich die Bank für Kirche und Diakonie (BKD) und die Ev. Darlehens-Genossenschaft eG Münster zusammengeschlossen.

Institutionen aus Kirche und Diakonie können Genossenschaftsanteile erwerben. Nach Angaben von Banksprecherin Susanne Hammans zählen kirchliche und diakonische Institutionen und Einrichtungen zum Kundenkreis. „Privatkunde der Bank kann jeder werden, der unsere christlichen Werte teilt“, erklärt Hammans.

Die KD-Bank bietet in ihrer Dortmunder Filiale und per Online-Banking das volle Spektrum an Bankdienstleistungen. Hammans betont, dass bereits ihr Kerngeschäft nachhaltig sei: Die Aufgabe, Geld der Kunden als Kredite für kirchliche und diakonische Projekte auszugeben.

Ein Sonderfall ist die Bank für Orden und Mission. Sie ist eine rechtlich unselbstständige Zweigniederlassung der VR Bank Untertaunus eG. Das erst im August 2003 auf Initiative der Missionszentrale der Franziskaner gegründete Finanzinstitut kommt auf eine Bilanzsumme von 110 Mio. €. Es bietet die vollständige Palette von Bankangeboten und setzt konsequent auf nachhaltiges Investment.

Laut Banksprecherin Marie Christine Abry-Ossa kann jedermann bei der Bank für Orden und Mission Kunde werden, „vor allem Privatkunden, die eine transparente Form der ethischen Geldanlage suchen und institutionelle Kunden wie Ordensgemeinschaften, kirchliche, soziale und gemeinnützige Einrichtungen“.

Kundengelder werden laut Abry-Ossa „nach strengen Grundsätzen angelegt, die sich am Gedankengut der Franziskaner orientieren“. Die Bank bietet verschiedene nachhaltige Fonds an, etwa den SEB Invest ÖkoRent und den Geldmarktfonds Superior Ethik 5.

Auch die Steyler Bank aus Sankt Augustin bei Bonn wendet sich an einen breiten Kreis von Kunden. Ihre Bilanzsumme lag 2007 bei 245 Mio. €. Die Bank betreut die Kunden überwiegend über Telefon und Internet. Das Finanzinstitut gehört den Steyler Missionaren. Die Gewinne kommen vor allem sozialen Projekten in Entwicklungsländern zugute. 2007 konnte die Bank nach eigenen Angaben 2,7 Mio. € nach Steuern für Hilfsprojekte der Steyler Missionare auf der ganzen Welt überweisen.

Laut Geschäftsführer Norbert Wolf stellt die Steyler Bank ihren Kunden alle Anlageklassen als ethische Geldanlage zur Verfügung: Spar-, Tages- und Festgeldanlagen, Anleihen, Aktien und Investmentfonds. Als Beispiel nennt er unter anderem den Wasserfonds Pictet Funds Water und den Aktienfonds Warburg Zukunft Strategiefonds.

Mit einer Bilanzsumme von 4,1 Mrd. € und einem Geschäftsvolumen von rund 10 Mrd. € (2007) ist die Regensburger LIGA Bank die größte Kirchenbank Deutschlands. Ihr Geschäftsgebiet erstreckt sich auf den gesamten süddeutschen Raum, die Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz sowie auf Österreich. Zu ihren Kunden zählen katholische Priester und kirchliche Mitarbeiter ebenso wie die Caritas, die Diözesen, Orden, katholische Verbände oder Pfarrgemeinden. An der Genossenschaft können sich immer noch Priester und juristische Personen wie Pfarrgemeinden oder kirchliche Verbände beteiligen. Die LIGA Bank finanziert zum Beispiel Behinderteneinrichtungen, Altenheime, Kindergärten oder auch Schulen. JÜRGEN RÖTTGER

Mikrofinanzierung steht bei Banken hoch im Kurs

Von Jürgen Röttger
Von Jürgen Röttger

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