Finanzplanung 01.07.2011, 12:09 Uhr

Mit ETFs und Fonds Vermögen aufbauen

Für Merten Jung, den Gewinner unseres Finanz-Coachings, hat die Altersvorsorge Priorität. Rund 30 Jahre – Stand heute – hat der BMW-Ingenieur Zeit, ein finanzielles Polster anzulegen. Für solche Laufzeiten empfiehlt Coach Udo Schindler, Vorstand der KSW Vermögensverwaltung, vor allem börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs. Doch was, wenn die Sparziele Hauskauf oder Studium der Kinder heißen?

Als Finanzcoach Udo Schindler unserem Leser Merten Jung nach Auswertung aller Informationen Anfang des Jahres vorschlug, einen Fondssparplan einzurichten, hatte der schon einen ganz frischen Vertrag in der Tasche. „Was für ein Zufall: Genau über den Betrag, den Herr Schindler vorschlug, hatte ich zwischenzeitlich eine Entgeltumwandlung mit meinem Arbeitgeber vereinbart“, erinnert sich der BMW-Ingenieur. Und so investiert nun der Autokonzern monatlich einen festen Betrag aus Jungs Gehalt in Aktienfonds.

Nicht nur, dass dieser Weg der betrieblichen Altersvorsorge steuerlich gefördert wird, gefällt Vermögensverwalter Udo Schindler: „Ich bin ein Fan des Zwangssparens. Denn einen Dauerauftrag vom eigenen Konto setzt man leichter mal aus oder kündigt ihn ganz und spart deshalb nicht so diszipliniert.“ Beim Zwangssparen via Versicherungsvertrag oder Entgeltumwandlung sei der Aufwand zu kündigen größer.

„Die Angebote des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersvorsorge sollte man vorrangig nutzen“

VDI nachrichten-Leser Merten Jung hat sich gleich mehrfach dem Sparzwang unterworfen: Neben der Entgeltumwandlung bespart der 35-Jährige eine Lebenspolice und eine Direktversicherung. Die größte Sparleistung aber stellt die Entschuldung der vermieteten Eigentumswohnung in München dar.

Alle Anlageformen sind darauf ausgerichtet, im Rentenalter ein Zusatzeinkommen zu erzielen. „Wohneigentum zur Selbstnutzung steht nicht auf meiner Wunschliste, das Auto ist geleast – die größten Posten in meinem Budget sind daher auf absehbare Zeit Urlaubsreisen“, erklärt der Münchener. Und die finanzieren seine Partnerin und er entweder aus dem laufenden Einkommen, Sonderzahlungen, wie Urlaubsgeld oder Boni, oder bei Bedarf noch über Aktienverkäufe aus dem kleinen Depot, das Merten Jung als Hobby selbst verwaltet.

„Die Angebote des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersvorsorge sollte man vorrangig nutzen“, rät Finanzcoach Schindler. Wer zusätzlich privat vorsorgen möchte, greift am besten auf Exchange Traded Funds (ETFs) zurück, also börsengehandelte Fonds, die einen Index abbilden (siehe Kasten). Ein Indexfonds ist übrigens, anders als ein Indexzertifikat, Sondervermögen und selbst bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft nicht gefährdet.

„Diese Instrumente sind kostengünstig, da sie ohne Ausgabeaufschlag angeboten werden. Auch die jährliche Verwaltungsgebühr ist deutlich geringer als bei aktiv gemanagten Fonds“, erklärt der Nürnberger. Letztere orientierten sich mehrheitlich auch an einem Vergleichsindex, doch nur wenige schaffen es laut Schindler, diese Benchmark zu übertreffen.

Bei Auswahl der ETFs sollte auf die Sicherheit des Produkts geachtet werden

Wenn das Sparziel wie bei Merten Jung 30 Jahre in der Zukunft liegt, empfiehlt der KSW-Vorstand ausschließlich auf Aktien zu setzen. „Jetzt, in der Niedrigzinsphase, fressen ohnehin Verwaltungskosten und Abgeltungsteuer schnell die Rendite von Anleihen auf. Auf lange Sicht schmälert dann womöglich noch steigende Inflation den Anlageerfolg.“

Also am besten mit Aktien-ETFs Vermögen aufbauen? Schindler: „Besser noch ist ein Mix aus Aktien-ETFs und vermögensverwaltenden Fonds, die zwischen möglichst vielen verschiedenen Anlageklassen wechseln können.“ Denn ETFs bilden können nur stur einen Index abbilden – nicht aber auf eine Finanzkrise wie 2008 reagieren, indem sie in risikoärmere Anlagen wechseln.

Anleger sollten übrigens nur in voll replizierende ETFs investieren, empfiehlt der Vermögensverwalter. Nur diese enthalten exakt die Wertpapiere, die der abzubildende Index umfasst. Im Gegensatz dazu bilden Swapbasierte ETFs die Wertentwicklung des Indexes durch ein Tauschgeschäft (Swap) ab. Sie sind riskanter, da der Swapkontrahent ausfallen kann. Ob es sich um einen voll replizierenden ETF handelt, verraten der Kundenbetreuer der Bank oder das Kundeninformationsdokument.

Um das Verlustrisiko gering zu halten, sollten Privatanleger vor allem ETFs wählen, die weltweit in große Unternehmen investieren. Eine weitere Risikostreuung erreicht man durch die Kombination verschiedener Produkte. „So kann etwa je nach persönlichem Risikoprofil ein kleiner Teil in ETFs auf Schwellenländerwerte investiert werden“, erklärt Schindler.

Wenn es die Höhe der Sparrate erlaubt, sollten Anleger den Betrag auch auf verschiedene vermögensverwaltende Fonds verteilen. Der Fonds, der sich im Jahresrückblick am schlechtesten entwickelt hat, könne verkauft und gegen einen besseren Fonds getauscht werden. „Wenn der Zeitpunkt des Ruhestands dann näher rückt, müssen die aktienlastigen Anlagen nach und nach in risikoärmere Papiere umgeschichtet werden“, so der Vermögensverwalter.

Noch stärker muss das sogenannte Timing-Risiko beachtet werden, wenn für den Immobilienerwerb gespart wird. Schließlich wäre es fatal, wenn ausgerechnet bei Fälligkeit des Kaufpreises die Aktienkurse im Keller wären. Schindler: „Bei einer Sparphase von vielleicht zehn Jahren würde ich weniger auf ETFs und mehr auf einen Mix aus fünf vermögensverwaltenden Fonds setzen.“ Bausparen für den Hauskauf mag der Nürnberger indes gar nicht. „Die günstige Kreditkondition wiegt die renditeschwache Sparphase meist nicht auf.“

Das Kindergeld sollte von Beginn an in einen ETF-Sparplan investiert werden

Ein drittes großes Sparziel im Leben kann die Ausbildungsfinanzierung für Kinder sein. „Dieser Posten ist nicht zu unterschätzen“, warnt Udo Schindler. Studieren Sohn oder Tochter in einer anderen Stadt, kommen schnell Kosten von 1000 € im Monat zusammen. Beim Bachelor kommen da mindestens 36 000 € zusammen, wird noch der Master angehängt, steigt die Summe auf 50 000 € oder mehr.

„Wir empfehlen, z. B. die Kindergeldleistungen von Beginn an in einen ETF-Sparplan zu stecken. Als Zielrendite sind 7 % bis 9 % pro Jahr realistisch. So lässt sich das Studium finanzieren.“ Vorausgesetzt, auch bei dieser Anlage wird das Kapital rechtzeitig vor Beginn des Studiums in weniger schwankungsanfällige Papiere umgeschichtet.

Schindler rät, die Sparleistungen auf den Namen des Kindes anzulegen. So könnten steuerliche Freibeträge für Kapitalerträge besser genutzt werden. In den Verwendungszweck der monatlichen Überweisungen könnten Eltern zudem den Vermerk „unter Anrechnung auf den Pflichtteil“ setzen. So könne man spätere Streitigkeiten bei Erbauseinandersetzungen vermeiden helfen, erklärt der Nürnberger Volljurist.

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