Kreditwirtschaft 21.03.2008, 19:33 Uhr

Mit cleverem Girokonto eine Menge Geld sparen  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 20. 3. 08, ps – Viele Banken werben mit kostenlosen Girokonten und Kreditkarten, um neue Kunden anzulocken. Doch nicht alle Angebote sind wirklich gratis – eine Marktübersicht.

Für Banken sind Girokonten schon seit Jahren ein wichtiges Marketinginstrument. Wer ein Girokonto eröffnet, dem kann man leichter auch andere Produkte des Hauses verkaufen. An denen aber können sie gut verdienen – und schaffen so einen Ausgleich für das kostenlos geführte Girokonto.

Doch auch wenn viele Banken dem Kunden beim Wechsel behilflich sind: Es ist immer ein mühsames Geschäft, ein Girokonto mit all seinen Zahlungsein- und -ausgängen umzustellen. Deshalb sollte man bei der Eröffnung eines neuen Kontos das alte nicht sofort kündigen, sollte beide Konten zunächst noch parallel laufen lassen. So kann man Fehlbuchungen vermeiden.

Zwar bieten inzwischen viele Häuser kostenlose Girokonten an (siehe Tabelle). Doch diese sind häufig an bestimmte Bedingungen geknüpft, einen monatlichen Mindesteingang etwa oder ein Mindestguthaben auf dem Konto. Bei nur regional operierenden Banken gelten die Angebote oft nur für Kunden im Einzugsbereich.

Der Blick auf den Kontoauszug sollte am Beginn der Überlegung stehen, ob sich ein Wechsel zu einem anderen Institut lohnt. Leicht können sich Kontogebühren auf mehr als 80 € im Jahr summieren. Ist das bei einem Filialkonto der Fall – mehr als 40 € sollte ein Online-Konto nicht kosten – lohnt sich die Mühe, nach einer anderen Bankverbindung Ausschau zu halten, meint die Stiftung Warentest.

Grundsätzlich gilt: Auf den Postversand von Belegen und Kontoauszügen sollte man möglichst verzichten, denn der fällt meist nicht unter die kostenlose Kontoführung.

Bei Tests der Zeitschrift „Finanztest“ landet unter den online geführten Konten häufig das Girokonto der Deutschen Kreditbank, das „DKB-Cash“, auf dem ersten Platz. Das bietet eine zwar geringe Guthabenverzinsung auf dem Internet-Konto, gleichzeitig erwirbt der Kunde aber auch eine Kreditkarte. Und auf diesem Visa-Card-Konto erhält er derzeit 3,8 % Zinsen auf sein Guthaben.

Gratis ist auch das Onlinekonto der Netbank, das ab einem Guthaben von 1 Cent 2,5 % Zinsen bringt, für Neukunden sogar 4,5 %, eine Kreditkarte ist jedoch nicht enthalten. Neukundenkonditionen aber sind häufig zeitlich begrenzt.

Interessant sind auch die Angebote der Sparda-Banken, die aber nur den Kunden ihrer jeweiligen Region die kostenlose Kontoführung anbieten, die Kreditkarte aber ist nicht bei allen kostenlos.

„Man sollte sich fragen, ob man eher ein ¿Guthabentyp“ oder ein ¿Dispotyp“ ist“, meint Max Herbst von der Finanzberatung FMH. Denn was nützt ein attraktiver Guthabenzins, wenn man meist den Dispokredit in Anspruch nimmt? Solche Kunden sollten dann also eher auf einen günstigen Zinssatz bei der Überziehung achten. Den „Dispo“ aber räumen einige Banken gerade bei Berufsanfängern erst nach einigen Monaten ein.

„Es gibt nicht das beste Konto“, meint Herbst deshalb. Ein Konto sollte man nach dem individuellen Bedarf aussuchen. Das beginnt bei der Frage der Kontoführung: Reine Online-Konten bieten meist günstigere Bedingungen als solche bei einer Filialbank. Wer aber nicht gern ohne Beratung bei den vielen kleinen Fragen rund ums Konto bleibt oder wem Homebanking zu unsicher ist, für den eignen sich solche Konten nicht. Ein kostenloses Girokonto mit monatlichem Mindesteingang sollte man nur wählen, wenn man diese Vorgabe ohne Schwierigkeiten erfüllen kann.

Auch wenn manche Banken einen monatlichen Mindesteingang nicht vorschreiben, – sie können dennoch Kunden ablehnen. Dann nämlich, wenn mit dem Girokonto vom ersten Tag an eine Kreditkarte verbunden ist. Denn damit gewährt die Bank dem Kunden einen Kredit, und das tut sie nur, wenn sie zuvor eine positive Auskunft bei der Schufa über ihn eingeholt hat.

Die Kreditkarte aber wird andererseits immer mehr als Werbeargument genutzt: „Weltweit kostenlos Bargeld abheben“ heißt es bei vielen Instituten. Doch der Schein trügt: Denn gebührenfrei am Geldautomaten Geld holen kann man oft nur im Euro-Inland. Außerhalb des Euro-Währungsgebiets werden Gebühren fällig, die über die Umrechnung der Wechselkurse entgolten werden. Aber nicht alle werden offen ausgewiesen.

Inzwischen ist der Konkurrenzkampf so hart, dass einzelne Institute – etwa die ING-Diba – zwar im Euro-Ausland 1,25 % Umrechnungsgebühren erheben – dafür wird dem Kunden jedoch je Kreditkartenkauf von mehr als 20 € ein Bonus von 50 Cent auf sein Konto überwiesen. Bei der Comdirect gibt es jeden Monat 1 € geschenkt – das aber sollte man eher als Marketingmaßnahme sehen und nicht als Entscheidungsgrund für oder gegen ein Konto.

Und wem der Wechsel trotz aller Hilfe der neuen Bank zu mühsam ist, der kann dennoch seine Kosten senken: Oft genügt es, den Berater der bisherigen Hausbank nach Möglichkeiten zu befragen, wie man denn die Gebühren für das Girokonto senken kann: „Der Kunde sollte sich erklären lassen, wie die Gebühren zusammengesetzt sind“, meint Herbst. Denn jede Bank biete drei oder vier Kontomodelle an. Nach denen aber müsse man aktiv fragen. BRIGITTE SCHOLTES

Ein Beitrag von:

  • Brigitte Scholtes

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