Geldanlage 07.05.1999, 17:21 Uhr

Mit der Bankrente sparen Erben ohne Risiko

Auszahlungspläne von Banken und Sparkassen bieten als Sparanlage vielfältige Absicherungsmöglichkeiten für diejenigen, denen Aktien zu riskant sind.

Wenn schon nicht ins Paradies, so begleitet Sie EVA doch wenigstens in die Rente. Denn EVA („Einzahlen-Verzinsen-Auszahlen“) ist die „Geldanlage mit Auszahlplan“, ein Angebot der Augsburger Aktienbank zum Beispiel für die zusätzliche Altersversorgung. Andere Banken und Sparkassen offerieren ähnliche Sparanlagen eher trocken als „RentePlus“, „Bankrente“, „Entnahmeplan“, „Renta-Plan“ oder „Vorsorgeplan“.
Die Grundidee ist immer gleich: Mit einer einmaligen Geldanlage soll für einen vorher festgelegten Zeitraum ein regelmäßiges, zusätzliches Einkommen erzielt werden, in Form eines Auszahlplanes. Dieses Sparangebot – auch Bankrente oder Entnahmeplan genannt – richtet sich in erster Linie an Anleger, die durch Erbschaft, eine Abfindung, eine abgelaufene Lebensversicherung, fällige festverzinsliche Wertpapiere oder auf andere Weise zu einer größeren Summe Geldes gekommen sind.
Sie können das Geld anlegen, um für einen längeren Zeitraum regelmäßig Beträge zu entnehmen: zur zusätzlichen Altersversorgung, zur Sicherung des Lebensstandards, aber auch zur Finanzierung von Ausbildung und Studium der Kinder oder Enkelkinder – quasi als Bafög-Ersatz. Der Vorteil der Bankrente gegenüber anderen Auszahlplänen, zum Beispiel auf der Basis von Aktien-, Renten- oder offenen Immobilienfonds, liegt auf der Hand: Die Bankrente ist eine absolut sichere, genau kalkulierbare Geldanlage ohne Risiko. Die Höhe der Zinsen und die Laufzeit wird bei Vertragsabschluß vereinbart. Damit ist klar, wie lange wieviel Geld ausgezahlt wird, Kurs- und Zinsschwankungen sind ausgeschlossen. Andererseits: Auszahlpläne auf der Grundlage von Aktien- oder Rentenfonds, wie sie inzwischen von vielen Investmentgesellschaften angeboten werden, bieten eine deutliche höhere Renditechance bei größerem Risiko.

Der Sparer kann zwischen zwei unterschiedlichen Auszahlplänen wählen: – Zum einen besteht die Möglichkeit, lediglich monatliche Beträge in Höhe der Zinsen zu entnehmen. Das eingesetzte Kapital bleibt erhalten und wird am Ende vollständig ausgezahlt. So wäre eine „ewige Rente“ zu finanzieren. – Zum anderen kann sich der Anleger dafür entscheiden, sowohl die Zinsen wie auch das gesparte Kapital in einer festgelegten Zeit zu verbrauchen („Kapitalverzehr“) oder – als Variante – einen Teil des angelegten Geldes.

Die meisten Banken und Sparkassen verlangen für die Auszahlpläne eine Mindestanlagesumme. Die Spanne beginnt bei 5000 DM und reicht bis 50 000 DM, bei den meisten Angeboten muß der Anleger 20 000 DM mitbringen. Der typische Entnahmeplan hat eine Mindestlaufzeit von vier bis fünf Jahren. Bei der Höchstlaufzeit gibt es Unterschiede: Bei einigen Anbietern sind Laufzeiten von 10, 20 oder 25 Jahren möglich, andere verzichten ganz auf Laufzeitbeschränkungen. Sonderein- oder -auszahlungen, Ratenänderungen und auch die Kündigung ist bei fast allen Plänen während der Vertragslaufzeit nicht möglich – Flexibilität gehört nicht zu den Stärken der Auszahlpläne. Die Zinsen sind häufig für die gesamte Vertragslaufzeit festgeschrieben. In einigen Fällen wird jedoch trotz längerer Vertragslaufzeiten eine Zinsbindung beispielsweise für nur vier Jahre angeboten. Danach wird die Zinshöhe von der Bank neu festgelegt, orientiert am dann aktuellen Zinsniveau. Solche Verträge bergen ein Risiko: im ungünstigsten Fall kann es bei sinkenden Zinsen sein, daß das Geld bereits vor Ende der geplanten Laufzeit verbraucht ist. Unter dem Gesichtspunkt Stabilität und Sicherheit sind solche Verträge nicht zu empfehlen. Dies gilt in noch größerem Maße für Angebote mit variablem Zins, die vereinzelt angeboten werden. Hier ist das Zinsänderungsriskio so groß, daß eine feste Kalkulation schnell auf tönernen Füßen steht.
Die Zinserträge aus den Auszahlplänen sind vollständig steuerpflichtig. Bankauszahlpläne eignen sich also weniger für Anleger, die ihre Freibeträge bereits ausgeschöpft haben. Für alle anderen gilt: Vor Vertragsabschluß sollte geprüft werden, welcher Freibetrag noch zur Verfügung steht und wieviel Zinsertrag dementsprechend steuerfrei bleibt.
Ein Tip am Rande: Dient das Geld zur Ausbildungs- oder Studiumsfinanzierung des Sprößlings, kann der Vertrag auf den Namen des Kindes abgeschlossen werden. Dann bleibt der eigene Freibetrag unberührt.
Die entscheidende Frage ist wie immer: Welches Angebot bietet die besten Zinsen? Wo ist der Ertrag am größten? Die „Stiftung Warentest“ hat die Auszahlpläne mit Kapitalverzehr vor kurzem unter die Lupe genommen. Eindeutiger Testsieger bei einer zehnjährigen Vertrags- und Zinsbindung ist die Debeka Bausparkasse mit einem Zinssatz von 4,9 %. Wer bei ihr 50 000 DM anlegt, bekommt im Laufe der zehn Jahre rund 63 000 DM ausgezahlt. Im Vergleich stünden bei einem Angebot von 3 % Zins – dies ist die Regel – unterm Strich nur 57 720 DM. Erst mit weitem Abstand folgen auf den Plätzen die überregionalen Anbieter CTB Bank mit 4,2 %t und Cosmos Finanzservice mit 4 %. Regional interessant ist für das Rhein-Main-Gebiet das Angebot der Frankfurter Volksbank mit 4,25 % und für den Berliner Raum die Offerte der Berliner Volksbank mit 4,125 % im Jahr. Gewinner bei vierjähriger Laufzeit ist die CTB Bank mit 3,9 %, wiederum gefolgt vom Cosmos Finanzservice mit 3,5 %. Als regionaler Anbieter glänzt die Sparda-Bank Mainz mit 3,75 %. „Banksparpläne sind bequem und eigenen sich vor allem für kürzere und mittlere Laufzeiten“, lautet das Fazit von Uwe Döhler, Finanzexperte der Stiftung Warentest.
JOCHEN DIETRICH
Die Bankenrente soll dem Sparschwein Konkurrenz machen.

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