Kapitalmarktausblick 06.01.2020, 10:16 Uhr

Marktausblick für das Jahr 2020: Wie Anleger optimistisch ins neue Jahr starten können

Die Welt startet im Alarm-Modus ins neue Jahr: Donald Trump scheint es zu gelingen, die US-Demokratie nachhaltig zu beschädigen, der Brexit ist in Sicht, in immer mehr Ländern regieren Populisten. Und zu allem Überfluss droht die ultimative Klimakatastrophe. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

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Foto: panthermedia.net/Sentavio

Steht die Welt schon wieder am Abgrund? Auch vor einem Jahr konnte man diesen Eindruck gewinnen. Und dann kam Vieles anders, auch an der Börse. Der Pessimismus vieler Privatanleger hat im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass sie die Hausse fast aller Anlageklassen verpasst haben. Es wäre schade, wenn es dieses Jahr wieder so käme. Deshalb lohnt es sich, den Blick auf die hoffnungsvollen Themen zu richten.

Steht die Welt schon wieder am Abgrund? Auch vor einem Jahr konnte man diesen Eindruck gewinnen. Und dann kam Vieles anders, auch an der Börse. Der Pessimismus vieler Privatanleger hat im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass sie die Hausse fast aller Anlageklassen verpasst haben. Es wäre schade, wenn es dieses Jahr wieder so käme. Deshalb lohnt es sich, den Blick auf die hoffnungsvollen Themen zu richten.

Die gute Nachricht lautet: Die Welt wird 2020 nicht untergehen. Es gibt viele positive Entwicklungen, sowohl im Kampf gegen den Populismus als auch bei der Bewältigung des Klimawandels. Und in Bezug auf die Konjunktur stehen die Weichen sogar wieder auf eine weltweite Erholung. Da der Kapitalmarkt stattdessen eine drohende Rezession eingespeist hat, die vermutlich gar nicht stattfinden wird, steckt in den aktuellen Börsenkursen noch viel Potenzial nach oben.

Gerade in dieser Phase, in der noch Uneinigkeit über den weiteren Fortgang herrscht, könnte die Volatilität an der Börse zwar steigen. Doch das bietet Chancen für gezieltes Picking von Aktien und Anleihen. Interessant sind insbesondere nicht-zyklische Wachstumsfelder wie etwa die Gesundheitsbranche, Technologiefirmen mit einer starken Marktpositionierung oder gut aufgestellte Handelsunternehmen mit einer starken Internetpräsenz. Dazu 4 Anlageideen:

Edwards: Stabile Herzklappen

Das Medizintechnik-Unternehmen Edwards Lifesciences hat in den Sechzigerjahren die Herzklappe erfunden und ist hier weltweit marktführend. Edwards profitiert von einer zunehmend älteren Bevölkerung und dem Umstand, dass viele ältere Menschen bereit sind, für Gesundheit Geld auszugeben. Umsatz und Gewinn wachsen kontinuierlich rund 15 % pro Jahr. Der Aktienkurs-Chart sieht entsprechend solide aus. Daran wird sich auch 2020 wohl nichts ändern.

MSCI: Ertragreiche Index-Lizenzen

Der Konzern MSCI lizensiert die Verwendung der gleichnamigen Indizes und profitiert vom Wachstum der ETF-Branche. Schließlich erhält MSCI von jedem ETF, der einen MSCI-Index nachbildet, eine saftige Lizenzgebühr. Das treibt die Gewinne und den Aktienkurs – vermutlich auch in diesem Jahr.

Idorsia: Neue Medikamente in der Pipeline

Als das Schweizer Biotech-Unternehmen Actelion für über 30 Milliarden US-Dollar an Johnson & Johnson verkauft wurde, lagerte man die nicht fertig entwickelten Medikamente in eine neue Gesellschaft aus: So entstand Idorsia. Derzeit befinden sich vier Medikamente in der dritten klinischen Phase. Die guten Ergebnisse aus der zweiten klinischen Phase nähren die Hoffnung, dass noch in diesem Jahr positive Nachrichten für einen Kurssprung sorgen könnten.

Yum! Brands: Attraktive Anleihe

Das Unternehmen trägt zu Recht ein Ausrufezeichen im Namen. Yum! Brands ist eine weltweit führende Fast-Food-Kette, zu der unter anderem TacoBell, KFC und Pizza Hut gehören. Der Konzern hat eine Anleihe in US-Dollar mit einer Rendite von aktuell 5,6 % emittiert. Das nicht-kündbare Wertpapier bietet Anlegern die Chance, sich für die kommenden zwei Jahrzehnte einen stabilen Cashflow in Dollar zu sichern. Sollte die Fed erneut die Zinsen senken, winken zudem Kurs- und Währungsgewinne.

Fazit

Die Angst vor einem konjunkturellen Abschwung hat zu einer Reihe von Fehlbewertungen geführt. So haben etwa Staatsanleihen zugelegt, obwohl viele von ihnen im Euroraum schon lange negative Renditen aufwiesen. Zwar hat die Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft nachgelassen. Doch eine Rezession droht wohl nicht mehr. Laut Forschungsinstituten, Zentralbanken und IWF könnte die Konjunktur 2020 in der zweiten Jahreshälfte sogar noch an Fahrt aufnehmen. Das würde dazu führen, dass die Kurse von negativ rentierenden Anleihetiteln deutlich fallen würden. Profitieren würden dagegen Anleihen europäischer Mittelständler. Im Aktienbereich sind vor allem Unternehmen mit überzeugendem Geschäftsmodell und starker Marktmacht interessant. Die besten Chancen auf eine Outperformance bietet eine Strategie, die auf Stock Picking setzt. Denn in Indexprodukten sind Gewinner und Verlierer vereint.

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Helge Müller ist Chief-Investment-Officer der Genève Invest in Luxemburg. Für ingenieur.de schreibt er in regelmäßigen Abständen Kolumnen zur privaten Vermögensverwaltung. Foto: Genève Invest

Helge Müller ist Chief-Investment-Officer der Genève Invest in Luxemburg. Für ingenieur.de schreibt er in regelmäßigen Abständen Kolumnen zur privaten Vermögensverwaltung.

Foto: Genève Invest

Von Helge Müller, Chief Investment Officer, Genève Invest

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