Vermögens-check 20.02.2009, 19:39 Uhr

Konservativ bis spekulativ – welcher Typ sind Sie?  

Fast noch stärker als die Aktienkurse ist die Risikobereitschaft deutscher Anleger in den Keller gegangen. Oder war sie vielleicht nie so hoch wie geglaubt? Welcher Risikotyp sind Sie? Bewahrer, Aufbauer oder Spieler? Die VDI nachrichten haben drei renommierte Vermögensverwalter gebeten, jeweils ein Risikoprofil und die passende Anlagestrategie zu beschreiben. VDI nachrichten, düsseldorf, 20. 2. 09, mav

Gottfried Urban, Neue Vermögen AG: 3 % bis 5 % sind ein guter Maßstab für ein konservativ ausgerichtetes Portfolio. Dabei ist entscheidend, von welchem Anlagehorizont wir ausgehen. Je langfristiger die Anlage, desto mehr Risiko kann man fahren, um die Rendite zu heben. Für den konservativen Anleger sollte der Risikoanteil am Depot aber 25 % nie übersteigen.

Welche Anlageformen kommen für solch ein Depot in Frage?

Im konservativen Portfolio sollten enthalten sein:

Offene Investmentfonds in Euro (um das Währungsrisiko auszuschalten) und mit geringem Risiko. Anleihen mit maximal mittleren Laufzeiten. Festgeld und Mischfonds, die eher konservativ ausgerichtet sowie Absolute Return Fonds, die marktneutral aufgestellt sind.

Fonds und Zertifikate mit Kapitalgarantie sind aus unserer Sicht hingegen zu teuer. Wir raten davon ebenso ab wie von KG-Beteiligungen, Aktien, Rohstoffen und börsennotierten Immobilienunternehmen.

Aktien sollten allenfalls als Depotzutat gewählt werden, am besten über einen Vermögensverwaltenden Mischfonds. Diese Fonds sollten dann aber auch nur bis maximal 30 % Aktienanteil, in Ausnahmen bis 50 % Aktiengewichtung fahren können. Und diese Fonds sollten dann auf keinen Fall mehr als 30 % des Depots ausmachen.

Welche Alternativen zur Umsetzung mit Einzeltiteln gibt es?

Alternativen sind Fonds mit konservativer Ausrichtung.

Unser Vermögensverwalter Fonds „FVV Konservativ plus“ investiert je 20 % in den Mischfonds Carmignac Patrimoine und den Immobilienfonds Grundbesitz global. Je 10 % gehen in Geldmarktanleihen bzw. Festgeld sowie in die Fonds Robeco-Lux-O-Rente (Staatsanleihen), Apus-AC (Mischfonds), Modulor LSE I (aktien), JP Morgan Invest FDS (Aktien) und Tiberius Total Return (Aktien).

Welche Kursschwankungen muss ich als Werte-Aufbauer aushalten können?

Michael Pauly, Huber, Reuss & Kollegen: Anleger mit der Zielrichtung eines wachstumsorientierten Portfolios müssen mit einer Schwankungsbreite von mindestens 10 % in normalen Marktphasen rechnen.

Welche Renditeerwartungen darf der Anleger hegen?

Die Renditeerwartung bei einem wachstumsorientierten Portfolio und entsprechendem Anlagehorizont liegt aktuell bei ca. 5 % bis 10 % p.a.

Welche Anlageformen kommen für dieses Depot in welcher Zusammensetzung in Frage?

Die Portfolioaufteilung sollte im Wesentlichen aus den Bereichen Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe/Edelmetalle und Cash bestehen.

Die Bandbreiten sollten im aktuellen Umfeld aus unserer Sicht wie folgt gewichtet werden: 5 % bis 20 % Aktien, 30 % Anleihen, 5 % bis 10 % Immobilien, 5 % bis 10 % Rohstoffe/Edelmetalle und 30 % bis 40 % Cash.

Ab welchem Depotvolumen ist diese Strategie mit Einzeltiteln umsetzbar?

Um in einem Privatdepot eine vernünftige Streuung zu gewährleisten, ist diese Aufteilung ab einem Depotvolumen von mindestens 250 000 € umsetzbar.

Welche Alternativen gibt es?

Als sinnvolle Alternative bieten aktiv gemanagte Vermögensverwaltungs- /Mischfonds eine hervorragende Gelegenheit von einer breiten Diversifikation zu profitieren. Aktives Management bedeutet für uns, dass wir unsere Aktien- und Anleihenbestände gegen starke Kursschwankungen absichern.

Der HRK Invest Vermögensverwalter-Fonds hält aktuell rund 12 % Cash, über ein Viertel Geldmarktfonds, ein knappes Drittel Renten, 28 % Aktien und 2 % Rohstoffe.

Welche Wertschwankungsbreite muss ich als spekulativer Anleger aushalten können?

Uwe Zimmer, Meridio Vermögensverwaltung ag: 20 % müssen drin sein. Man kann aber individuelle Hürden vereinbaren, bei denen es dann ein Gespräch mit dem Berater über das weitere Vorgehen gibt.

Welche Renditeerwartungen darf ein Anleger bei einem chancenorientierten Portfolio (ist nicht auf das Geld angewiesen, nimmt für hohen Wertzuwachs auch hohe Schwankungen in Kauf) hegen?

In guten Börsenjahren sollte die Performance zumindest der des Vergleichsindexes entsprechen. Aber eigentlich darf der Kunde etwas mehr erwarten — sonst hätte er ja auch einfach ein Zertifikat oder einen Fonds kaufen können, der den Index 1:1 abbildet.

Ein Vermögensverwalter sollte mit einer chancenorientierten Strategie den deutschen Aktienindex Dax schlagen können. 10 % p.a. sollten also im Schnitt über einige Jahre erzielbar sein.

Wichtig ist dabei natürlich immer das Risikomanagement. Im Idealfall erwirtschaftet der Asset-Manager mehr, wenn der Markt steigt und verliert weniger, wenn er fällt.

Welche Anlageformen kommen für dieses Depot in welcher Zusammensetzung in Frage?

Je nach Marktlage kann das von 100 % Aktien (auch ein Teil in der höchsten Risikoklasse 5) und Zertifikaten auf Aktien, Edelmetalle oder Energie bis hin zu 100 % Cash oder ähnliches sein.

Auch wird es immer Fremdwährungsrisiken geben. Man muss ja über den Tellerrand Euro hinaus schauen. Buy and hold, also kaufen und liegen lassen, gibt es nicht mehr. Wer nicht so flexibel ist, oder die Vielzahl der Wertpapierabrechnungen nicht ertragen kann, muss Vermögensverwaltungsfonds kaufen.

Wie häufig stimmt eigentlich die Selbsteinschätzung des Kunden mit seiner tatsächlichen Risikobereitschaft überein?

Das kommt sehr auf die aktuelle Marktphase an. Jemand, der fünf Jahre lang mit hohem Risikoprofil Geld verdiente, hat sich nicht beschwert. Jetzt erleidet er Verluste und erklärt seinem Berater, dass er ja eigentlich gar kein Risiko wollte.

Umgekehrt beschweren sich risikoarme Anleger bei steigenden Aktienmärkten meist über ihre relativ schlechte Performance. Es läuft also oft nach dem Motto: „Wasch mir den Pelz, aber mach“ mich nicht nass.“

Welche Alternativen zur Umsetzung mit Einzeltiteln gibt es für die spekulative Anlagestrategie?

Wie oben erwähnt, empfehlen wir dafür einen Multi-Asset-Fonds, der die verschiedensten Anlageinstrumente und Risikoklassen nutzen kann. Im aktuellen Marktumfeld bietet unser Vermögensverwaltungsfonds Meridio Multi Asset Fonds ein etwas moderateres Risikoprofil. Der Fonds hat ein Drittel in kurz laufende Staatsanleihen investiert, weitere rund 20 % in Unternehmensanleihen mit mittleren Laufzeiten. Aktien (27 %), Zertifikate und Cash bilden die restlichen Positionen. mav

Ein Beitrag von:

  • Martin Volmer

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