Kapitalmarktpanel 08.01.2010, 19:44 Uhr

Kapitalmarkt: Zwischen alten Ängsten und neuem Optimismus  

Die meisten Banker rechnen im neuen Jahr mit einer weiteren Erholung des deutschen Aktienmarktes. Doch Zweifel bleiben, ob die Finanzkrise wirklich schon ausgestanden ist. So das Ergebnis des aktuellen Kapitalmarktpanels, für das die Beratungsfirma Cometis vierteljährlich führende Banker im Auftrag der VDI nachrichten befragt. VDI nachrichten, Düsseldorf, 8. 1. 09, ps

Liegt die Finanzkrise hinter uns? Auch das aktuelle Kapitalmarktpanel gibt auf diese Frage keine klare Antwort: 38 % der Befragten sagt, dass die Krise weitgehend überwunden sei. Gleich hoch jedoch ist der Anteil der Pessimisten. Sie erwarten, dass der Finanzbranche noch eine zweite Welle bevorsteht. „Für letzteres sprechen die absehbaren wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Unternehmen, die schlimmstenfalls in der Insolvenz münden. Das könnte zu hohen Abschreibungen bei Banken führen. Ein Risiko bleibt daneben die zunehmende Verschuldung einzelner Staaten und ein möglicher Kursverfall von Staatsanleihen, der ebenfalls die Finanzbranche treffen könnte“, erläutert Cometis-Vorstand Ulrich Wiehle das Ergebnis der Panelrunde.

Die Befragung zeigt, dass auch unter Experten die Verunsicherung groß ist: Rund jeder vierte Banker gibt zu, dass er sich derzeit kein Urteil über die weitere Entwicklung der Finanzkrise zutraut.

Trotz gewisser Zweifel an der Stabilität des Finanzsektors sind die meisten Panelteilnehmer für den deutschen Aktienmarkt auf kürzere Sicht optimistisch: Eine Mehrheit (56 %) sagt für die kommenden zwölf Monate einen weiteren Anstieg des Dax vorher. Fast jeder vierte Befragte traut dem Leitindex sogar ein Plus von 10 % zu. Allerdings sehen auch 44 % der Banker ein gewisses Rückschlagspotenzial – wenn auch mehrheitlich nur bis zu einem Minus von maximal 10 %. Die große Schwankungsbreite führt dazu, dass der Dax zum Jahresende 2010 im Schnitt bei ca. 6100 Punkten gesehen wird. Derzeit notiert er bei rund 6000 Punkten.

Welche Faktoren bestimmen in nächster Zeit das Auf und Ab an der Börse? „Die fundamentalen Aspekte scheinen im neuen Jahr wieder eine wichtigere Rolle zu spielen“, analysiert der Leiter Studie, Ulrich Wiehle. Während die Marktpsychologie nur noch von 37 % der Befragten als zentrale Determinante genannt wird (Vorquartal: 52 %), schauen die Experten nun vor allem auf die Zinsen. Mehr als die Hälfte der Kapitalmarktexperten (53 %) sieht deren Entwicklung als entscheidenden Faktor für den Aktienmarkt an.

Noch wichtiger bleibt jedoch die konjunkturelle Lage und damit auch die fundamentale Situation der Unternehmen. Ulrich Wiehle: „Interessant ist auch, dass die Rohstoffpreise nach Meinung der Experten für den Börsentrend kaum ins Gewicht fallen – obwohl hier bereits vielfach über das Entstehen einer neuen Blase spekuliert wird. Auch der Arbeitsmarkt bereitet den Befragten mit Blick auf den Aktienmarkt kein Kopfzerbrechen.“

Welche Wirtschaftszweige zählen 2010 zu den Favoriten der Banker? Auch bei den Antworten auf diese Frage scheint der wachsende Konjunkturoptimismus durch: Die Technologiebranche hat ihren ersten Platz behauptet und den Durchschnittswert von 1,43 auf 1,39 weiter verbessert.

Nach wie vor stehen auch die defensiven Werte aus den Bereichen Versorger und Pharma hoch in der Gunst der Experten. Deutlich zulegen konnte die Telekommunikation, die sich um 0,18 Punkte verbesserte und nun bereits den 5. Platz belegt. Weit abgeschlagen rangieren die Finanzbranche und die Medienindustrie knapp vor den Schlusslichtern Handel und Fahrzeugbau.

Als Anlageklasse sind Aktien auch im neuen Jahr unschlagbar, so die Mehrheitsmeinung der Panelteilnehmer. Das Stimmungsbild ist eindeutig: 56 % aller Befragten glauben, dass die Investoren vor allem nach den großen Standardwerten greifen, um damit die attraktivste Rendite zu erzielen. Weitere 11 % sehen die größten Chancen bei börsennotierten Firmen aus dem Small- und Midcap-Bereich. Damit sagen zwei Drittel aller Befragten, dass 2010 ein Jahr der Aktie wird.

Auf Rang 2 (17 % der Nennungen) rangieren die Rohstoffe. „Hier scheinen sich aufgrund der konjunkturellen Erholung Preissteigerungen abzuzeichnen. Das dürfte Investoren gute Renditechancen bieten“, kommentiert Ulrich Wiehle.

Anlagen in Renten (sowohl lang- als auch kurzfristig) werden nach Meinung der Experten im neuen Jahr nicht sehr gefragt sein. Hier scheinen die (vermutlich) steigenden Zinsen und die damit verbundenen Kursverluste am Rentenmarkt ein Risiko darzustellen. Auch der Geldmarkt wird nur von sehr Wenigen (6 %) als aussichtsreich angesehen.

PETER SCHWARZ

Von Peter Schwarz
Von Peter Schwarz

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