Geldanlage 11.02.2005, 18:36 Uhr

Kapital richtig parken

VDI nachrichten, Düsseldorf, 11. 2. 05 -Wer kurzfristig Geld zur Verfügung haben und Zinsen kassieren will, sollte flexible und sichere Anlageformen wählen. Tages- und Festgeld sowie Geldmarktfonds können das bieten. Allerdings müssen Aufwand und Ertrag stimmen.

Wo geht es hin mit den Aktienmärkten? Noch ist 2005 kein Trend auszumachen. Daher suchen viele Investoren nach kurzfristigen Geldanlagen. Etwa 1,4 Bill. € horten die Deutschen momentan auf Spar- und Girokonten. Das ist gut ein Drittel des Geldvermögens von 4,4 Bill. €. Dabei werden die Guthaben gar nicht oder schlecht verzinst. Sparbücher bringen derzeit nach Berechnungen der FMH-Finanzberatung 1,54 %. Eine Alternative sind Tages- und Festgeldkonten.
Während das eine Konto ohne Kündigungsfrist funktioniert, bindet man sich beim Termingeld für drei, sechs oder zwölf Monate. Beide Anlageformen sind zur Domäne der Direktbanken geworden. Um Kunden zu ködern, werben ING-DiBa, CC-Bank oder Consors mit reizvollen Konditionen. Offenbar erfolgreich. Zumal Sparkassen und genossenschaftliche Institute weitgehend auf Zinskämpfe verzichten.
„Wir setzen nicht auf Wachstum um jeden Preis, sondern auf Ertragskraft“, bestätigt Berthold Reinartz, Chef der Sparda-Bank West in Düsseldorf. Zumindest die Sparkassen, mit über 34 Mio. Girokonten Marktführer, wollen nun die Mittelabflüsse eindämmen. Wie das Handelsblatt Anfang Februar berichtete, solle eine Direktbank gegründet oder die Konditionen angepasst werden. Die Maßnahmen zielen auf klangvolle Offerten, wie Zins-, Cash-, Extra- oder Powerkonten dahinter verbergen sich durchaus attraktive Tages- und Festgeldangebote. Allerdings zeigt die Zinskurve seit langem nach unten. Gab es 2001 im Schnitt noch 3,5 %, „erwirtschaften 10 000 € bei täglicher Verfügbarkeit heute noch 1,89 %“, gibt Max Herbst von FMH zu bedenken. Wer die gleiche Summe drei Monate anlege, erhalte durchschnittlich 1,67 %. „Bei kleineren Summen lohnt sich ergo der Aufwand kaum noch“, sagt Herbst.
Die Zinsschnäppchen können darüber hinaus Haken haben. Beispiel Mindestanlage bei Festgeld: Manche Institute verlangen 1000 €, andere 10 000 € bei dreimonatiger Bindung. Auch die Staffelung der Zinsen kann enttäuschen. Zudem müssen die Kündigungsfristen bedacht werden. Erhalten die Institute – in der Regel – bis einen Tag vor Fälligkeit keinen Auftrag, werden Kapital und Zinsen neu angelegt. Wer vorher sein Geld benötigt, „muss gute Gründe, wie Scheidung, Todesfall oder Arbeitslosigkeit, nennen“, sagt Stephan Maaß von comdirekt. Dann verliert man auch die Zinsen für den Restanlagezeitraum.
Aufpassen heißt es bei den Gebühren. Während ING-DiBa oder Frankfurter 1822direkt Tagesgeldkonten ohne Zusatzprodukte, wie Kreditkarten, kostenlos managen, verlangt die „GE Money Bank bei der Eröffnung 10 €“, wie Sprecherin Anja Knigge bestätigt. Andere Institute kassieren monatlich Gebühren. Andererseits schreibt ING-DiBa Zinsen nur am Jahresende, die CC-Bank dagegen monatlich gut. Und im Kleingedruckten steht immer, dass sich Zinssätze entsprechend der Gegebenheiten des Geldmarktes jederzeit ändern können. Problem: Oft wird der Kunde darüber nicht einmal von den Banken informiert. Bei einem Blick in Internet-Foren zeigt sich auch, dass Banken mit Superangeboten die plötzliche Kapitalwelle gar nicht verarbeiten können – oder wollen! So berichten genervte Anleger, dass ihr Antrag für ein ZinsPlus-Konto bei der Driver & Bengsch AG selbst nach Monaten noch nicht bearbeitet worden sei. Der Grund: Zwar steht das Wertpapierhandelshaus mit 4 % Zinsen für Tagesgeld weit oben in den Hitlisten, doch das Kontingent ist begrenzt. Auch gilt der Satz nur für Einlagen bis 25 000 €, mehr wird geringer verzinst. Man sollte sich daher vorab über Alternativen informieren, zum Beispiel über Geldmarktfonds. Sie investieren in Anleihen, Termingelder oder Schuldscheindarlehen mit kurzer Restlaufzeit beziehungsweise regelmäßiger Zinsanpassung und haben 2004 im Schnitt eine Rendite von 1,84 % gebracht. Die Papiere bergen kaum Kurspotenzial, sind aber sicher und börsentäglich handelbar. Die Kosten sind im Vergleich zu anderen Fonds eher gering. Zum Teil fallen gar keine oder nur geringe Ausgabeaufschläge an. Auch die Verwaltungsgebühren sind verträglich: So kassiert der SEB Invest Money Market 0,25 %. Unter dem Strich spielen Geldmarktfonds bei der Rendite in einer Liga mit Tagesgeldkonten. Geldmarktfonds richten sich also ebenso an risikoscheue Anleger, die ihr Kapital kurzfristig parken wollen.
Sicherheit sollte bei der Wahl des Zinsschnäppchens auch in anderer Hinsicht bedacht werden. Die EU bestimmt, dass Banken für 90 % der Kundenguthaben gerade stehen müssen allerdings ist die Summe auf 20 000 € beschränkt. Viele Anbieter mit ausländischen Mutterfirmen garantieren exakt diesen Betrag. Sollten Institute Pleite gehen, die dem deutschen Einlagensicherungsfonds angehören, bekommt man mehr zurück.
MATTHIAS KUTZSCHER

Von Matthias Kutzscher
Von Matthias Kutzscher

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