Experiment mit virtueller Währung 10.12.2013, 10:29 Uhr

Kanalinsel Alderney plant Einführung der Bitcoins als Münzwährung

Die im Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien gelegene Insel Alderney bereitet die Einführung von Bitcoins als einer Art nationaler Parallelwährung vor. Dazu gehören auch Metallmünzen, die voraussichtlich aus Gold geprägt werden sollen. 

Bisher waren Bitcoins nur virtuelle Münzen – auch wenn es immer wieder Versuche gegeben hat, metallene Bitcoins zu produzieren. Nun aber scheint es auf der Kanalinsel Alderney ernst zu werden mit der Einführung der Bitcoins als Münzwährung. 

Bisher waren Bitcoins nur virtuelle Münzen – auch wenn es immer wieder Versuche gegeben hat, metallene Bitcoins zu produzieren. Nun aber scheint es auf der Kanalinsel Alderney ernst zu werden mit der Einführung der Bitcoins als Münzwährung. 

Foto: dpa/Jens Kalaene

Sollte nämlich das Experiment in Alderney schief gehen, dann wären die Inhaber von Bitcoins die Verlierer. Goldmünzen minimieren das Risiko, denn diese könnten immerhin für ihren Goldwert verkauft werden. Das könnte die Bitcoin-Besitzer im besten Falle völlig schadlos stellen. Auf der Insel Alderney leben rund 2100 überwiegend ältere Menschen.

Geprägt werden sollen die goldenen Bitcoins von der Münzprägeanstalt des Vereinigten Königreichs Royal Mint in London. Entsprechende Gespräche zwischen der Inselregierung von Alderney und der Royal Mint werden gegenwärtig geführt. Vorgesehen ist die Einführung dieser Goldmünzen für das zweite oder dritte Quartal des Jahres 2014.

Eingehende rechtliche Diskussionen zwischen Alderney und London 

Aktuell werden eingehend rechtliche Diskussionen zwischen der Inselregierung und der britischen Regierung über das Thema Bitcoin geführt. Grundsätzlich erkennt die britische Regierung bisher Bitcoin nicht als eigenständige Währung an. Das hindert die Regierung aber keineswegs daran, mit Alderney und anderen Interessenten an der elektronischen Währung eingehend Gespräche über Möglichkeiten und Risiken zu führen.

Tendenziell scheint London der Auffassung zu sein, dass die Bitcoins Großbritannien letztlich durchaus nutzen könnten. Darauf lässt die Einbindung des Wirtschaftsministeriums an den Dialogen seitens der Regierung  schließen. Und ob Bitcoin tatsächlich zu der Währung der Kanalinsel Alderney werden wird, hängt weitgehend vom Ausgang der Gespräche in London ab.

Gegenwärtig ist China das wichtigste Land für den Bitcoin-Handel. Auf dem zweiten Platz folgen dann die Vereinigten Staaten. Großbritannien dürfte den dritten Rang einnehmen. Deutschland, Brasilien und Russland folgen.

Bitcoin-Idee stammt aus dem Silicon Valley

Die Idee einer voll-elektronischen Währung entstand zuerst im amerikanischen Silicon Valley. Modell für eine weltweit zu nutzende elektronische Währung war das gleichfalls im Silicon Valley konzipierte Internet. Dass Firmen wie Google, Microsoft oder Apple die Bitcoin-Idee nicht sofort aufgegriffen und sich zu eigen gemacht haben, geht ganz wesentlich darauf zurück, dass die amerikanischen Behörden, vor allem die Währungshüter in Washington, Bitcoin fast von Anbeginn an ungleich zurückhaltender gegenüberstanden als das für all die bisher genannten anderen Länder gilt. Gegen Bitcoin spricht aus der Sicht verschiedener amerikanischer hochrangiger Beamter und Politiker die mangelnde Kontrollmöglichkeit im Blick auf Steuern, die Geldwäsche und die Terrorfinanzierung. 

Ganz gegen Bitcoin ist allerdings auch Washington nicht eingestellt. US-Notenbankchef Ben Bernanke betonte vielmehr, dass Bitcoin „langfristig durchaus interessante Möglichkeiten“ biete.

Von Peter Odrich

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