Kreditwirtschaft 10.03.2000, 17:24 Uhr

„Jeder dritte Mitarbeiter wird mittelfristig gehen“

Welche Folgen hat die Fusion von Deutscher und Dresdner Bank für Kunden und Mitarbeiter? Fragen an den Bankenspezialisten Prof. Dr. Andreas Diedrich.

VDI nachrichten:Hat Sie die Fusion überrascht?
Diedrich: Nein, bei der Dresdner war es nur eine Frage der Zeit, bis eine derartige Veränderung stattfand. Die Allianz wird den Ablauf sicherlich koordiniert haben.
VDI nachrichten:Warum Frage der Zeit?
Diedrich: Weil die deutschen Großbanken für den globalen Markt auf Dauer zu klein waren. Und die Dresdner hat sich ja, im Gegensatz zur Commerzbank, nicht auf einen Alleingang festgelegt.
VDI nachrichten:Viele Analysten haben auf eine Fusion Dresdner und HypoVereinsbank spekuliert.
Diedrich:Ich denke, dass die Deutsche zur Zeit einfach die besseren Argumente in der Hand hat und nationale wie globale Strategien konsequenter umsetzen kann.
VDI nachrichten:Ist diese Lösung denn auch die bestmögliche? Passen die beiden zueinander?
Diedrich:Im nationalen Bereich ergeben sich im Privatkundengeschäft sicherlich Überschneidungen, gerade im Filialbereich und bei den Zielgruppen. Hier kann rationalisiert werden. Den Hauptvorteil sehe ich allerdings im internationalen Geschäft. Hier können die beiden Banken ihr jeweiliges Know-how und ihre Stärken einbringen. Dann wird eins und eins drei ergeben.
VDI nachrichten:Wo werden die Hauptprobleme der Fusion liegen?
Diedrich:Die sehe ich vor allem auf nationaler Ebene: Erstens der Personalabbau mit Sozialplänen etc., dann die Straffung des Filialnetzes und drittens die grundsätzliche Positionierung im Privatkundenbereich. Pro-Kopf gibt es in Deutschland noch immer weltweit die meisten Bankfilialen.
VDI nachrichten:Gewerkschafter erwarten, dass etwa jeder dritte Mitarbeiter seine Stelle verlieren wird – ein Horrorszenario?
Diedrich:Keineswegs. Aufgrund des Strukturwandels im Banking wird der Personalabbau in den nächsten Jahren sowieso forciert, ob mit Fusionen oder ohne. Die Banken haben noch immer zu viele und zu teure Mitarbeiter. Gerade im Vertrieb werden viele davon in der heutigen Form nicht mehr benötigt.
VDI nachrichten: Was bedeutet der Personalabbau für die Kunden?
Diedrich:Die Dienstleistungen und Produkte für den normalen Bankkunden werden dramatisch standardisiert. Dies muß jedoch kein Nachteil für die Kunden sein: Auf diese Weise werden auch die Kosten für die Informationssuche und -bewertung sinken. MARC THYLMANN Prof. Dr. Andreas Diedrich, Vertreter für den Schwerpunkt Banken im Fachbereich Wirtschaft an der Fachhochschule Düsseldorf.

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