Renovierung 02.10.2009, 19:43 Uhr

Instandsetzung: planen und sparen  

Clevere Eigenheimbesitzer erhalten oder steigern den Wert ihrer Immobilie. Schließlich geht es dabei auch um ihre Altersvorsorge. VDI nachrichten, Düsseldorf, 2. 10. 09, elb

Ein Haus ist oftmals die größte Investition im Leben. „Wer im Alter in einer schuldenfreien Immobilie lebt, spart im Schnitt 519 € im Monat. Das ist quasi die Wohneigentums-Rente“, sagt Ivonn Kappel von der Bundesgeschäftsstelle der Landesbausparkassen (LBS). Doch damit das Glück erhalten bleibt, ist Planung und Pflege notwendig. Denn auch an einer Immobilie geht die Zeit nicht spurlos vorüber. Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten sind irgendwann angesagt. Zudem passen Eigentümer ihr Heim immer wieder an veränderte Bedürfnisse an. Dann sind umfangreiche Um- und Ausbauarbeiten sinnvoll. Dies gilt etwa nach der Geburt eines Kindes, aber auch ab Beginn des Rentenalters.

All das geht meist richtig ins Geld. Wie eine Umfrage unter 10 000 Haushalten durch das Marktforschungsinstitut Icon im Auftrag der LBS ergab, belaufen sich die Aufwendungen für Modernisierungen und Renovierungen im Durchschnitt auf 11 000 € pro Privathaushalt. Insgesamt erreichen diese Modernisierungsinvestitionen der Wohnungsinhaber jährlich 55 Mrd. €. „Diese Summe ist weit größer als das jährliche Neubauvolumen“, betont Ivonn Kappel.

Betrachtet man die Qualität der Wohnungen genauer, überraschen diese Zahlen aber nicht. Knapp drei Viertel der 38 Mio. Wohneinheiten in Deutschland sind über 30 Jahre alt. Viele davon sind nicht auf dem modernsten Energieeinsparstandard. Hinzu kommen die vorhersehbaren Instandhaltungsausgaben. „Ist ein Haus 30 oder 40 Jahre alt“, warnt Thomas Penningh vom Verband Privater Bauherren (VPB), „sollte man die Erneuerung der kompletten Heizungsanlage einkalkulieren.“ Nach drei Jahrzehnten müssen oft auch Schornsteinkronen neu verfugt und gesichert werden, nach vier Jahrzehnten geben viele Fenster auf der Wetterseite auf. Zinkblecheindeckungen, Fallrohre und Regenrinnen aus Zink haben nach dieser Zeit die ersten Löcher und müssen erneuert werden.

Der Verband empfiehlt deshalb allen Hausbesitzern, ihre Immobilie regelmäßig zu überprüfen, am besten im Frühling und im Herbst, und alle Schäden gleich beseitigen zu lassen. Damit dafür immer ausreichend Geld vorhanden ist, sollten Hauseigentümer von Beginn an neben Zinsen und Tilgung, die zu leisten sind, auch regelmäßig einen bestimmten Betrag für die Instandhaltung der eigenen vier Wände zurücklegen. „Mit 1 € pro m2 Wohnfläche im Monat sind Hauseigentümer auf der sicheren Seite“, rechnet Penningh vom VPB vor.

Immerhin 60 % der befragten Wohneigentümer bilden regelmäßig Rücklagen für Modernisierungen und Instandsetzungen. „Im Schnitt handelt es sich dabei um monatliche Sparbeträge von mehr als 200 €, vorzugsweise auf Sparbüchern und Bausparverträgen – eine Art Krankenversicherung für das Haus“, sagt Ivonn Kappel.

Was viele Immobilienbesitzer nicht wissen: Ein Bausparvertrag kann auch zur Finanzierung von Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen eingesetzt werden. Zu diesem Zweck wird der Vertrag über eine bestimmte Summe, wie etwa 30 000 €, abgeschlossen. Sobald die Mindestsparsumme von in der Regel 40 % erreicht ist, hat der Bausparer einen Anspruch auf ein zinsgünstiges Baudarlehen.

Zudem bieten Bund, Länder und Kommunen Förderprogramme an, mit denen zum Beispiel ökologische Modernisierungsmaßnahmen oder altersgerechte Umbauten finanziell unterstützt werden. Die Förderungen sind an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die Konditionen variieren. Die Zuwendungen reichen vom Darlehen bis zum Zuschuss. Die Programme sind so ausgestattet, dass neben Förderhöchstgrenzen auch Mindeststandards vorgegeben werden. Eine weitere Voraussetzung ist die Einhaltung von Einkommensgrenzen. Nähere Auskünfte erteilen die zuständigen Bewilligungsstellen der Gemeinden und Landkreise.

Unabhängig von solchen staatlichen Förderprogrammen können Eigenheimbesitzer auch festverzinsliche Wertpapiere kaufen. Die Laufzeiten sollten dann jeweils so gewählt werden, dass die Anlagesumme zum Zeitpunkt der Baumaßnahme ausgezahlt wird.

Eine Alternative sind Zielsparfonds mit unterschiedlichen Laufzeiten. Diese Fonds bieten z. B. die Investmentgesellschaften Fidelity, DWS, Dit und Deka an. Zielsparfonds investieren zunächst in Aktien, was Rendite- und Steuervorteile bedeuten kann, und erst zum Laufzeitende des Fonds wird das Vermögen in sicherere Anleihen umgeschichtet.

Fazit: Eigenheimbesitzer legen rechtzeitig Geld zur Seite und sind so für alle anstehenden Modernisierungsmaßnahmen gewappnet. ST. TERLIESNER

Von St. Terliesner
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