Geldanlage 24.02.2012, 12:00 Uhr

Industriemetalle: Chancen für gewiefte Anleger

Die Hoffnung auf eine Belebung der Weltwirtschaft beflügelt die Preise von Kupfer, Zink und Co. Mit Hilfe von Indexprodukten können auch Privatanleger in Metalle investieren. Doch bei den Produkten kommt es auf die Details an. Eine Alternative sind die Aktien von Rohstoffunternehmen.

Seit tausenden von Jahren ist Kupfer das wichtigste Industriemetall. Aber erst in den vergangenen zwanzig Jahren rückten Metalle als Anlageklasse in den Fokus. Ein Grund ist die Auflegung des ersten Rohstoffindex S&P GSCI 1991. Hunderte andere Indizes folgten.

Solche Indizes, die entweder die Preisentwicklung eines Rohstoffs oder verschiedener Rohstoffe zusammengefasst abbilden, sind die Basis für Exchange Traded Funds (ETFs), Exchange Traded Commodities (ETCs) und Zertifikate. Diese passiven Produkte bilden ihren zugrunde liegenden Index mehr oder weniger exakt ab. So erhalten Privatanleger einen kostengünstigen Zugang zur Welt der Rohstoffe – inklusive Industriemetalle.

Ein zweiter Grund für das verstärkte Anlegerinteresse ist der Preisanstieg bei Industriemetallen, der nur kurz vom Ausbruch der Finanzmarktkrise 2008 unterbrochen wurde, und ständig neue Investoren anlockt (siehe Grafik).

Dass die Preise für die wichtigsten Industriemetalle Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel und Zink auch in den nächsten Jahren zulegen dürften, liegt an der steigenden Nachfrage in Asien und Lateinamerika. Gleiches gilt für Silber und Platin, die als Edel- und Industriemetalle eine Zwitterstellung einnehmen.

Nach einer Schwächephase im zweiten Halbjahr 2011 haben sich alle Industriemetalle zuletzt wieder deutlich verteuert. Sven Streitmayer, Rohstoffanalyst bei der LBBW, sieht noch Luft nach oben. In den aktuellen Preisen sei eine weltweite Rezession teilweise eingepreist. Tatsächlich aber werde die Weltwirtschaft 2012 um 3,7 % wachsen, „sodass eine positive Überraschung möglich ist.“

Streitmayer betont, dass ein Engagement in Industriemetalle vor allem „eine Wette auf eine positive Konjunkturentwicklung in den Schwellenländern ist.“ Zudem schwankten die Metallpreise teilweise doppelt so stark wie die Preise von Aktien. „Ein Buy-and-hold-Ansatz mache daher wenig Sinn“, sagt Streitmayer. Am aussichtsreichsten seien Metallmärkte, die ein Produktionsdefizit und/oder niedrige Lagerbestände aufweisen. Dies sei derzeit bei Zinn, Kupfer und Blei der Fall.

Auch die Deutsche Bank sieht Potenzial für Kupfer, aber auch für Nickel und Aluminium. Platin wiederum könnte sich wegen Probleme auf der Produktionsseite in Südafrika verteuern.

Die Frage ist nun, wie Privatanleger von den guten Aussichten bei Kupfer und Co. profitieren können. Mit Ausnahme von Silber und Platin ist der physische Kauf von Industriemetallen kaum sinnvoll die Transport- und Lagerkosten wären zu hoch.

Daher liegt es nah, dass Privatanleger Terminkontrakte (Futures) für den Handel mit Metallen nutzen. Ein transparenter und liquider Futures-Markt ist z. B. an der London Metal Exchange organisiert. Vielen Anlegern dürfte dies nicht bewusst sein: Wer ein Rohstoff-ETF, -ETC oder -Zertifikat erwirbt, kauft keine Metalle, sondern Terminkontrakte. Um eine physische Lieferung zu verhindern, müssen die Termingeschäfte ständig erneuert werden.

Bei vielen passiven Produkten geschieht dies automatisch zu vorgegebenen Daten und Zeiten. Das Problem: Der nächste Kontrakt kann günstiger sein, ist aber oft teurer als der auslaufende Kontrakt. Für das gleiche Geld bekommt der Anleger weniger Anteile, er erleidet einen Wertverlust. Durch das Rollen von einem Kontrakt zum nächsten entstehen in einer ungünstigen Situation ständig Verluste. Daher entwickeln sich passive Produkte oft schlechter als die ihnen zugrunde liegenden Indizes.

Einige Anbieter haben sich der Roll-problematik angenommen und einen Index entwickelt, der auch rollt, allerdings steht dafür nicht nur der nächste Terminkontrakt zur Verfügung, sondern die komplette Terminkurve. Es wird der Kontrakt gewählt, der die Rollverluste minimiert bzw. Rollgewinne maximiert.

Ein Beispiel für einen rolloptimierten ETF ist der DB X-Trackers DBLCI-Oy Balanced (LU0292106167). Ein Beispiel für ein Zertifikat ist das DZ Bank-Best Commodity Kupfer Index-Zertifikat (DE000DZ2X4B6). Das Zertifikat gibt es auch in einer teureren währungsgesicherten Variante (DE000DZ2X4L5).

Generell werden Rohstoffe in Dollar gehandelt; Währungsrisiken sind also stets zu beachten. Wissen sollte Anleger auch, dass Zertifikate und ETC Schuldverschreibungen sind. Geht der Emittent pleite, droht dem Anleger ein Totalverlust. Ein ETF indes ist wie ein normaler Fonds ein Sondervermögen außerhalb der Bilanz des Anbieters und somit vor Insolvenz geschützt.

Der Rollproblematik bei passiven Produkten kann auch durch aktives Fondsmanagement begegnet werden. Ein Fondsmanager versucht dann für den Wechsel der Kontrakte jeweils den günstigsten Zeitpunkt und die attraktivste Laufzeit zu wählen. Zudem darf er alternative Strategien zur Erzielung von Erträgen nutzen.

Allerdings ist das Angebot an aktiv verwalteten Rohstofffonds in Deutschland noch gering. Zu den wenigen Produkten gehören Lupus Alpha Commodity Invest (DE000A1C6G76), Tiberius Absolute Return Commodity (LU0329557622) und DB Platinum V Hermes Enhanced Beta Commodity Fund (LU0468535397). Aktive Produkte sind nicht zwingend besser als passive, aber viel teurer. Eine umfassende Übersicht über das Angebot an aktiven und passen Rohstoffprodukten finden Anleger z. B. auf der Homepage der Deutschen Börse.

Investments in Industriemetalle sind für Privatanleger voller Tücken. Eine Alternative ist der Kauf von Aktien weltweit tätiger Bergbaukonzerne wie BHP Billiton, Rio Vale oder Xstrata. Diese Konzerne sind bei fast allen Industriemetallen in einer starken Position.

Anleger können aber auch gezielt in Produzenten und Explorationsunternehmen einzelner Metalle investieren. Interessant sind z. B. bei Aluminium der US-Konzern Alcoa und Aluminium Corp. of China, bei Kupfer Arubis aus Hamburg, die amerikanische Newmont Mining und aus Kanada First Quantum Minerals. Stark bei Kupfer und Silber ist KGHM Polska.

Eine gute Übersicht, welche Unternehmen bei welchem Metall jeweils aktiv sind, finden Anleger unter www.trendlink.com. Nachteile von Rohstoffaktien sind freilich, dass sie spezifischen Unternehmensrisiken und allgemeinen Aktienmarktrisiken unterliegen.

STEFAN TERLIESNER

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