Geldanlage 10.03.2006, 18:43 Uhr

Hochprozentige Rendite  

Es gibt auch Totalverluste. Einzelne Abfüllungen sind nicht nur wirtschaftlich sondern auch geschmacklich ein Reinfall. Wer sich und sein Investment vor einem schmerzlichen Absturz bewahren will, sollte ein paar Regeln beachten – oder einfach Glück haben.

Eine Schönheit ist sie nicht. Ihr Körper ist grün und schief. Außerdem klebt vergilbtes Papier an ihr. Aber sie ist selten. Sehr selten sogar. Die Rede ist von einer Flasche Malt Whisky aus der „Nun“s Island Distillery“. Abgefüllt wurde sie Ende des 19. Jahrhunderts. Fachleute gehen davon aus, dass sie zu den letzten ihrer Art gehört. Ihr Geburtshaus schloss schon 1913 für immer die Pforten.

Seit letztem Jahr steht sie zum Verkauf. Der Händler Ken Thomas verlangt auf der Homepage whiskyandwines.com genau 100 000 £ (knapp 146 000 €) dafür. Der Preis scheint hoch gegriffen. Die bis dato teuerste Flasche, die Thomas verkaufte, brachte nur ein Drittel dieser Summe ein. Dementsprechend gibt sich der Brite diplomatisch: „Meine Auftraggeberin ist zu Verhandlungen bereit.“ Tatsächlich hat die Dame wenig zu verlieren. Ihr wurde der flüssige Schatz vom inzwischen verstorbenen Sohn des letzten Brennerei-Eigners geschenkt.

Von solchen Glücksfällen können die meisten rendite-durstigen Whisky-Sammler nur träumen. Wer trotzdem mit dem „goldenen Nektar“ Geld verdienen will, muss stets einen klaren Kopf bewahren. Das Angebot ist riesig (siehe Kasten). Bei Sammlern beliebt sind vor allem Single Malt Whiskys aus Schottland. Eine Expertin dafür ist Theresia Lüning von TheWhiskyStore.de.

Lüning warnt davor, alles zu kaufen, was lediglich rar ist. Ein mahnendes Beispiel sei der 18 Jahre alte „Banff Chieftains Choice“. „Die Banff-Brennerei wurde zwar 1983 abgerissen, die Preise der letzten Abfüllungen werden aber kaum steigen. Sie lagen zum Verkaufsstart vor sechs Jahren schon sehr hoch. Getrunken wurden also die wenigsten Flaschen. Das Gros der Bestände steht schon jetzt in Vitrinen von Sammlern.“ Ein weiterer Renditekiller: „Dieser Banff wurde nicht durch die Brennerei selbst, sondern durch den unabhängigen Abfüller Chieftains konfektioniert.“

Besonders schlimm aber sei, dass der Whisky über diese düsteren Aussichten nicht hinweg trösten könne: „Die geschmackliche Qualität des Flascheninhalts ist leider begrenzt. Die Brennerei wurde nicht umsonst aufgrund von Qualitätsproblemen geschlossen.“

Gleichzeitig erklärt Lüning, dass auch ein schlechter Whisky durchaus teuer werden kann. Ein Beispiel dafür ist der „Loch Dhu“. Er kam am Markt nicht an. Zu schlimm war der Geschmack des extrem gefärbten, fast schwarzen Malt. „Allerdings wurden aus reiner Neugier fast alle Flaschen geöffnet. Entsprechend selten sind unberührte Exemplare. 1998 wurden sie für umgerechnet 39 € in den Handel eingeführt. 2002 lag der Preis schon bei 75 €. Innerhalb von vier Jahren hatte sich der Preis also fast verdoppelt. Sogar die für Vitrinen eher ungeeigneten 1-Liter-Flaschen werden inzwischen gesucht.“

Wer den Wunsch nach Wertzuwachs hegt, kommt laut Lüning an einer Flasche nicht vorbei: dem 21 Jahre alten Malt von Springbank. „Die letzten Fässer wurden 2002 abgefüllt. Weil die Brennerei längere Zeit geschlossen war, dauert es noch, bis der nächste 21-jährige auf den Markt kommen kann.“ Dann aber werde die Flaschenform eine andere sein. Wertsteigerungen von über 30 % pro Jahr seien möglich – „zumal der Whisky bei Genießern sehr beliebt ist“.

Lüning gibt Sammlern vier Tipps: „Konzentrieren Sie sich auf Original-Abfüllungen.“ Flaschen unabhängiger Abfüller seien weniger rendite-trächtig. „Kaufen Sie außerdem nur Whiskys von Top-Brennereien.“ Dazu zählten etwa Macallan, Bowmore, Glenmorangie oder Highland Park. Junge Erzeuger wie Clynelish, Braeval oder Teaninich sollten gemieden werden. „Achten Sie darüber hinaus auf Sonderabfüllungen.“ Das Angebot sei von vornherein knapp. Und zu guter letzt: „Der Kaufpreis sollte zwischen 70 € und 250 € liegen. Was darunter liegt, ist meist preisgünstige Massenware, die kaum teurer wird. Flaschen, die von vornherein höherpreisig sind, werden kaum getrunken – und damit nicht seltener.“ S. ASCHE

Die Serie wird in den kommenden Ausgaben der VDI nachrichten fortgesetzt.

 

Von S. Asche
Von S. Asche

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