Geldanlage 08.06.2001, 17:29 Uhr

Gewinnen, auch wenn die Kurse an der Börse purzeln

Schwache Aktienmärkte und niedrige Zinsen lassen immer mehr Anleger nach Alternativen suchen. Eine davon sind Hedge Funds. Die deutschen Banken reagieren mit passenden Produkten.

Mitte April 2000: Eine Zeit, die vielen Anlegern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Markiert sie doch den Beginn einer schmerzhaften Reihe von Verlustmonaten am Aktienmarkt, an derer Ende Kursrückgänge von bis zu 90 % standen. Die Börsenblase platzte.

Nicht nur Privatanleger, auch Fondsmanager waren den Kursverlusten hilflos ausgesetzt. Wie hätte man sich schützen können, da die Überbewertung der Aktien doch offensichtlich war? Die Antwort ist einfach und paradox zugleich. Deutsche Fondsmanager können zwar Aktien kaufen, dürfen aber nicht auf fallende Kurse setzen. Dies ist nur den Hedge Funds erlaubt, die vor allem in den USA aktiv sind.

Eine Strategie der Hedge Funds ist der so genannte Leerverkauf. Dabei verkaufen Hedge Funds Aktien (oder andere Werte), die sie noch gar nicht besitzen. Sie spekulieren darauf, dass der Kurs fällt. Geht die Rechnung auf, kaufen sie die Werte später billig ein und liefern sie zum vereinbarten höheren Preis an ihren Vertragspartner.

Weil sie diese Möglichkeit haben, konnten Hedge Funds, im Gegensatz zu Dax, Nemax und Co., im Jahr 2000 Gewinne erzielen. Während der Dax 7,5 % verlor, machten Hedge Funds im Schnitt Gewinne von 5,0 %.

1949 wurde in den USA der erste Hedge Fund aufgelegt. Ursprünglich diente das Instrument dazu, Aktienportfolios abzusichern (hedging). Daraus hat sich bis heute eine Vielzahl von aktiven und flexiblen Handelsstrategien entwickelt.

In den vergangenen sieben Jahren erzielten Hedge Funds – gemessen an einem Branchenindex – im Schnitt Erträge von 12 % pro Jahr. Das Verlustrisiko lag bei 9 % gemessen an der durchschnittlichen jährlichen Schwankungsbreite dieser Erträge. Der Dax legte im gleichen Zeitraum zwar jährlich 15 % zu, jedoch lag der Risikograd mit 21 % deutlich höher.

Das Jahr 2000 markiert einen Wendepunkt im Anlegerverhalten und in der Produktentwicklung in Deutschland. Die Idee der Alternativen Investments wird auch hier zu Lande immer populärer. Pensionskassen und Versicherungen in den USA nutzen schon seit längerer Zeit diese Investments, aber auch immer mehr institutionelle Anleger in Deutschland haben die neuen Möglichkeiten erkannt.

An dieser Entwicklung wollen nun auch die Banken in Deutschland partizipieren. Die Vereins- und Westbank hat im April 2000 mit der Prince-Optionsanleihe (WKN: 239 065) die Initiative ergriffen. Die Commerzbank emittierte schon Anfang 2000 ein Hedge Fund-Produkt mit dem Namen Comas-I (WKN: 353 310) und brachte Ende 2000 das Nachfolgeprodukt Comas-II (WKN: 585 779) auf den Markt. Dabei handelt es sich um ein Zertifikat der Bank, das an ein Portfolio aus mehreren einzelnen Hedge Funds gekoppelt ist.

Die Deutsche Bank platzierte im September 2000 mit großem Werbeaufwand das Zertifikat Xavex Hedge Select (WKN: 842 664). 3,5 Mrd. DM investierten vor allem deutsche Anleger in das Produkt. Die Dresdner Bank emittierte im März 2001 ebenfalls ein solches Produkt mit dem Namen AI Global Hedge (WKN: 586 888), gefolgt von der französischen Bankengruppe BNP-Paribas, mit dem Produkt AIZ -Alternative Index Zertifikat (WKN: 753 962).

Bei allen Zertifikaten handelt es sich um Beteiligungen an breit gestreuten Hedge-Fund-Portfolios. Anleger müssen je nach Produkt mindestens 5000 Euro bis 20 000 Euro investieren. So auch bei der aktuellen Emission für Privatanleger der HypoVereinsbank: Die Platzierung des Value Vision Zertifikates (WKN: 593 245 und 593 244) läuft noch bis zum 15. Juni.

Da die Produkte sehr komplex sind, liegen die Kosten im Vergleich zu traditionellen Fonds höher. Der Anleger zahlt neben einem Agio von rund 5 % auch eine Managementgebühr von 1 % bis 3 % pro Jahr bzw. eine gewinnabhängige Erfolgsbeteiligung von bis zu 10 % an den Initiator. Die einzelnen Hedge Funds berechnen ebenfalls eine Management- und eine Gewinnbeteiligung. Die Kosten spielen also eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung der Angebote.

Informationen über einzelne Hedge Funds sind für den Anleger in Deutschland nur sehr schwer zu beschaffen. Er ist vor allem auf die Angaben der Anbieter angewiesen. Dies erschwert die neutrale Informationsbeschaffung. Es sind vor allem die Anlage- und Vermögensberater gefragt, hier für Transparenz zu sorgen.

Fazit: Mit Hedge Funds können Anleger die Wertentwicklung ihres Depots stabilisieren. Allerdings sollten sie sich auch der möglichen Risiken einzelner Hedge Funds bewusst sein und eher in mehrere gleichzeitig investieren. Die angebotenen Zertifikate bedienen sich des Dachfonds-Konzepts. Hier sollten Anleger vor allem auf die Kostenstruktur achten und aus Gründen der Risikostreuung am besten nur 5 % bis 10 % des Vermögens in Hedge Funds investieren. MICHAEL BUSACK

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