Geldanlage 01.10.2004, 18:33 Uhr

Fünf wichtige Regeln für Anleger

Ohne eigene Vorsorge sieht es im Alter mau aus. Doch einfach ist es nicht, sich durch den Angebots-dschungel zu kämpfen. Die Allgemeine Deutsche Direkt-bank, Frankfurt, hat deshalb fünf Anlage-Grundregeln erarbeitet, damit Anlegern anschließend die Produktwahl leichter fällt.

Erstens: Je eher, desto besser! Nicht zögern, jetzt sofort – auch mit Kleinbeträgen – anfangen zu sparen. Denn je länger man spart, desto größer ist der Zinseszinseffekt: Bei 40 Jahre langer monatlicher Sparleistung wird die Hälfte des Endvermögens erst in den letzten zehn Jahren gebildet.
Zweitens: Ohne Risiko kein guter Ertrag! Zins und Risiko hängen eng zusammen – eine hohe Rendite bei hoher Sicherheit gibt es nicht. Wer auf Nummer Sicher geht, muss sich mit niedrigen Zinsen begnügen. Deshalb sollte man Anlageformen mit verschieden hohen Risiken mischen.
Drittens: Unsichere Prognosen! Lassen Sie sich nicht täuschen. Niemand kann bei langfristigen Geldanlagen wirklich sagen, wie hoch das Endvermögen sein wird. Dies hängt stets von der Gesamtwirtschaftslage ab. Und diese über Jahrzehnte zu prognostizieren, ist praktisch unmöglich.
Viertens: Je jünger, desto mehr Risiken! Je jünger der Sparer ist, desto größer dürfen die eingegangenen Spar-Risiken bei möglichen hohen Renditen sein. Faustregel: 100 minus Lebensalter gleich maximaler Anteil von Aktien am Ersparten. Ein 25-Jähriger kann also bis zu 75 % in Aktienfonds anlegen. Denn Kurs-Täler können bei langer Sparzeit eher ausgesessen werden. Ab 45 Jahren sollte man schrittweise in sichere Anlagen gehen, um das Kapital vor Verlust kurz vor dem Ruhestand zu schützen.
Fünftens: Liquidität! Vor dem Aufbau der Altersvorsorge sollte für den Notfall ein Grundstock vorhanden sein. Faustregel: Mindestens drei Netto-Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto. Das langfristige Sparvermögen sollte nämlich für kurzfristigen Geldbedarf nicht angetastet werden müssen.
Betrachtet man alle sinnvollen Geldanlagen, so eignen sich fürs langfristige Sparen vor allem Immobilien, Aktien oder fest verzinsliche Papiere (Anleihen und Sparbriefe). Angeboten werden diese von Banken und Versicherern als Lebensversicherung, als Sparplan-Dauerauftrag, als Fondssparplan oder eben als Direktkauf einer Immobilie. Hier deren Vor- und Nachteile:
1. Kapital-Lebensversicherung (KLV): Das Kombi-Produkt ist schwer durchschaubar. Die KLV ist kein reines Sparprodukt, sondern sichert zum kleinen Teil auch das finanzielle Risiko des Todes ab. So gehen von 100 € Beitrag bis zu 30 € für Verwaltung und Todesfall-Risikoschutz weg nur der Rest wird gespart. Die Endrenditen gelten deshalb bei Verbraucherschützern als recht mager, allerdings sind KLV relativ sicher und (noch) nach zwölf Jahren Mindestlaufzeit steuerfrei.
2. Fondssparplan: Fast alle Investmentgesellschaften bieten solche Sparpläne an – monatlich beispielsweise für 100 € Anteile zu kaufen. Weil der Fonds-Kurs schwankt, kauft man so monatlich unterschiedlich große Bruchteile des Fonds. In schlechten Börsenphasen erwirbt man auf diese Weise viele Anteile, in guten wenige – fast eine ideale Verwirklichung des Prinzips, bei günstigen Preisen möglichst viel zu kaufen. Vor allem mit weltweit anlegenden Aktienfonds kann man so am langfristigen Wertzuwachs der Weltwirtschaft teilhaben. Wer mehr Sicherheit bevorzugt, kauft Rentenfonds oder offene Immobilienfonds. Für die Altersvorsorge sollte man grundsätzlich sehr breit anlegende Fonds kaufen (z.B. einen weltweit anlegenden Aktien- oder Immobilienfonds oder einen europäischen Rentenfonds), so dass das Risiko gestreut ist.
3. Banksparen: Man kann auch direkt bei seiner Bank langfristig sparen – per Dauerauftrag. So kann man etwa die Bank anweisen, bei Erreichen einer bestimmten Sparsumme den aktuellen Sparbrief zu kaufen – mit Festzins über fünf oder acht Jahre. Das ist kostenlos, recht sicher und ergibt mittelprächtige Renditen. Oder man schließt einen Sparplan ab, der meist mit einer Mindestverzinsung plus einem variablen Zins angeboten wird. Doch oft senken die Banken zwar die variable Verzinsung in Niedrigzinszeiten ab, vergessen aber, diese später zu erhöhen. Deshalb sind Sparpläne mit Garantiezins über die Gesamtlaufzeit besser.
4. Immobilien: Das selbst genutzte Haus ist als Altersvorsorge beliebt. Immerhin hat man von einem Haus sofort einen Nutzen. Doch selbst bei einem Neubau fallen später Reparaturkosten an – von wirklich kostenfreiem Wohnen im Alter kann nicht die Rede sein. Auch sollte man in einer Gesellschaft mit stark sinkender Bevölkerungszahl abschätzen, ob der Stadtteil auch noch in 30 Jahren attraktiv für die Bedürfnisse von Älteren sein wird. Die Finanzierung sollte so angelegt sein, dass die Kredite beim Eintritt in den Ruhestand abbezahlt sind. Ing-DiBa/elb

 

  • Renate Elbers-Lodge

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