Fonds 27.01.2012, 12:01 Uhr

ETF: Börsengehandelte Indexfonds boomen

Indexfonds haben in den vergangenen Jahren einen Boom erlebt. Die Fonds, die alle wichtigen Wertpapierindizes genau nachbilden, verlangen nämlich deutlich niedrigere Managementgebühren als klassische Investmentfonds. Doch die Sicherheit der neuen Anlageklasse ist höchst umstritten – wichtige Fragen und Antworten zu Indexfonds.

Von 0 € auf 220 Mrd. € in zwölf Jahren – diesen Sprint haben börsengehandelte Indexfonds, kurz: ETFs (Exchange Traded Funds), geschafft. Denn so groß ist das Vermögen des europäischen Marktes inzwischen. Erst haben sich nur Profis für ETFs begeistert, inzwischen auch Privatanleger. Denn ETFs gelten als einfach, flexibel, transparent und günstig. ETFs versuchen, die Wertentwicklung eines Index präzise abzubilden. Steigt z. B. der Index um 1 %, steigt auch der ETF um 1 %. Weil für diesen passiven Ansatz kein teures Fondsmanagement erforderlich ist, sind die Verwaltungsgebühren minimal. Beim Handel von ETFs an der Börse fallen weder Ausgabeaufschlag noch Rücknahmegebühr an, sondern nur Handelsgebühren wie beim Aktienkauf. Das wirkt sich positiv auf die Rendite aus. Allein aus diesem Grund sind ETFs oft besser als aktiv verwaltete Fonds.

Auf welche Indizes werden ETFs angeboten?

ETFs gibt es nahezu auf alle Indizes und Anlageklassen. Allein der europäische Markt umfasst rund 1200 Produkte. Die ersten ETFs bezogen sich auf marktbreite Indizes wie DAX, EuroStoxx50, oder MSCI Emerging Markets. Das sind auch heute noch die am meisten gehandelten ETF-Indizes an der Deutschen Börse. Ein starkes Wachstum verzeichneten in den vergangenen Jahren ETFs, die sich auf Rohstoffe beziehen. Seit Ausbruch der Finanzkrise sind insbesondere Gold-ETFs gefragt. Zu den beliebtesten Produkten in Europa gehören die Gold-ETFs aus der Schweiz wie z. B. das Produkt ZBK Gold ETF. ETFs auf physisches Gold sind zwar in Deutschland nicht zum öffentlichen Vertrieb zugelassen, können aber über die Börse Zürich erworben werden. Möglich sind auch ETFs auf Strategien – etwa auf fallende Indizes. Diese sogenannten Short-Strategien waren 2011 besonders erfolgreich (siehe Tabelle). Ein wachsendes Segment sind ETFs auf Anleiheindizes wie z. B. den deutschen Rentenindex REX. Eine Übersicht über die Welt der ETFs bietet die Deutsche Börse im Web.

Wer emittiert ETFs?

Auf den Markt gebracht werden ETFs vor allem von Banken und Fondsgesellschaften. Die in Europa führenden Emittenten sind laut einer Studie der Deutschen Bank: Blackrock mit einem Marktanteil von 39 %, Deutsche Bank (15 %), Lyxor (13 %), Credit Suisse (6 %) und Zuercher Kantonalbank (5 %). Kaufen können Anleger ETFs in der Regel nur über eine Börse. Dafür benötigen sie ein Depot.

Wie riskant sind ETFs?

Das starke Wachstum des ETF-Marktes und die zunehmend komplizierteren Produktkonstruktionen führten 2011 zu Kritik an ETFs. Unter anderem die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, der Internationale Währungsfonds und der Finanzstabilitätsrat warnen vor den Risiken durch ETFs für das weltweite Finanzsystem. Dabei ist folgende Unterscheidung wichtig: Einige ETFs – die sogenannten physisch replizierenden – bilden einen Index vollständig nach, indem sie sämtliche Bestandteile des Index in der entsprechenden Gewichtung im Sondervermögen halten. Andere ETFs vollziehen die Wertentwicklung des Index über Swap-Derivategeschäfte mit Banken nach. Die Kritik zielt vor allem auf die swap-basierten ETFs. Durch das Tauschgeschäft sei vielfach kaum nachvollziehbar, welche Risiken bei welchem Marktteilnehmer lägen.

Wird der ETF-Markt künftig strenger reguliert?

Die Finanzaufsicht European Securities and Markets Authority (ESMA) hat auf die Kritik reagiert und veröffentlicht in Kürze Vorschläge für neue ETF-Regeln. Anschließend haben die Emittenten ein paar Wochen Zeit, Stellung zu nehmen. Bis zum Sommer soll das neue Regelwerk stehen. Die Regulierung soll u. a. die Geschäfte betreffen, die ETFs innerhalb ihrer Portfolios eingehen dürfen. Die nationalen Finanzaufsichten, die der ESMA angehören, können dann jede für sich entscheiden, ob sie die neuen Regeln in ihrem Staat anerkennen und durchsetzen wollen. Rechtlich verbindlich werden die ETF-Verhaltensregeln der ESMA nicht sein.

Welche Rolle sollten ETFs im Depot von Privatanlegern spielen?

Nur weil Banken und andere Finanzprodukt-Vermittler an ETFs nichts verdienen, bieten sie ihren Kunden die günstigen ETFs oft nicht von sich aus an. Wer die passiven Produkte kaufen möchte, muss selber aktiv werden. In Deutschland weit verbreitet sind swap-basierte ETFs. Anleger müssen selber entscheiden, ob sie die damit möglicherweise verbundenen zusätzlichen Risiken tragen möchten. Einfach konstruierte ETFs auf Standardindizes gehören durchaus in das Depot eines Anlegers mit entsprechender Risikobereitschaft. Für Aktienanleger ist aktuell z. B. ein DAX-ETF aussichtsreich, denn wegen der hierzulande niedrigen Kapitalmarktzinsen könnten deutsche Aktien einen überraschend kräftigen Aufschwung erleben. Auch mit Blick auf die Altersvorsorge ist ein Asien- oder Schwellenländer-Aktien-ETF oft sinnvoller als der Kauf eines teuren, aktiv verwalten Fonds. Die Verbraucherzentrale NRW bietet über ihre Homepage eine gute Übersicht über ETFs für die jeweilige Region. Für die Verbraucherschützer sind ETFs „die Preis-Leistungs-Sieger unter den Fonds“. Weil ETFs – wie herkömmliche Investmentfonds auch – Sondervermögen außerhalb der Bilanz sind, sind sie im Fall einer Insolvenz des Emittenten geschützt.

Wie finde ich die besten ETFs für mein Depot?

Das ist schwierig – zumal täglich neue ETFs emittiert werden. Zur Orientierung hilfreich sind diverse Informationsangebote im Internet. Das Analysenhaus Morningstar vergibt auch für ETFs Noten. Unter anderem die „Top 5-Star ETFs“ und die „Top Performer lfd. Jahr“ finden Interessierte unter www.morningstar.de. Über neue ETFs sowie die „Tops & Flops“ des jeweiligen Handelstages informiert die Deutschen Börse. Die Börse Düsseldorf wiederum listet auf ihren Internetseiten die ETFs mit der besten Wertentwicklung der vergangenen sieben Handelstage auf.

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