Geldanlage 04.06.1999, 17:21 Uhr

Der Neue Markt in einem Papier

Der Neue Markt ist ein Magnet für Anleger. Wer sich nicht auf ein Papier festlegen möchte oder bei der Zuteilung zu kurz kam, kann auf Zertifikate ausweichen.

Der Boom hält an. Trotz eines leichten Schwächeanfalls rund um den zweiten Geburtstag des Neuen Marktes im März 1999 und in den letzten Wochen liegt die deutsche Wachstumsbörse im Vergleich zum Jahresbeginn noch über 15 % im Plus und hängt damit den Dax erneut um Längen ab. „Auch wenn die Euphorie zunächst gedämpft ist, so besteht doch kein Zweifel, daß sich die Erfolgsstory des Neuen Marktes langfristig fortsetzen wird“, glaubt Karl Eugen Reis, Aktienanalyst von der DG Bank.
Über 100 in- und ausländische Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 41 Mrd. Euro sind mittlerweile am Neuen Markt in Frankfurt notiert, beinahe wöchentlich kommen neue hinzu, das Emissionsfieber hält an.
Den größten Anteil macht mit 23 % die Softwarebranche aus, auf den Plätzen folgen Telekommunikation und Informationstechnologie. Stark gestiegen ist gerade in letzter Zeit die Bedeutung der Medienbranche mit einem Anteil von jetzt gut 16 %.
Wer eine direkte Aktienanlage scheut oder bei der Zuteilung zu kurz gekommen ist und zugleich eine Alternative zum Fondsinvestment sucht, kann auf Zertifikate ausweichen. Indexzertifikate, die die Kursentwicklung aller derzeit 81 Aktien am Neuen Markt abbilden, bieten die Dresdner Bank und die DG Bank an.
Der Vorteil dieser Papiere, die eine Art Anleihe darstellen: Sie sind sehr transparent und bieten eine breitere Streuung als jeder Aktienfonds, weil sie sich am Index des gesamten Börsensegments orientieren. Außerdem haben sie einen Kostenvorteil gegenüber Fonds. Beim Kauf eines Zertifikats fallen keine Ausgabeaufschläge an, sondern in der Regel nur die beim Aktienkauf üblichen Gebühren von 1 % vom Kurswert plus Maklercourtage.
Die Indexzertifikate werden in einer Stückelung von 1: 100 angeboten, das heißt der Wert des Papiers, das der Käufer erwirbt, liegt beim hundertsten Teil des jeweils aktuellen Index. Nachteilig ist die begrenzte Laufzeit der Zertifikate. Die Papiere der DG Bank werden am 10. März 2003 beziehungsweise am 10. März 2005 fällig, bei der Dresdner Bank endet die Laufzeit am 22. Oktober 2002. Die Laufzeit kann verlängert werden, Verkäufe sind zwischendurch jederzeit an der Börse möglich.
„Die Nachfrage ist sehr groß, wir mußten Anfang des Jahres die Erstemission von einer auf drei Millionen aufstocken“, sagt Berthold Grünebaum von der DG-Bank.
Einen Partizipationsschein auf einen Aktien-Basket (Korb) mit fünf Werten des Neuen Marktes hat das Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim emittiert. Im Korb sind je eine Aktie von Qiagen, Singulus Technologies und der LHS Group sowie 0,2 Aktien von Pfeiffer Vacuum und 0,5 Aktien von SER. Seit der Emission im Sommer 1998 ist der Wert dieses „Top-5-Index“-Scheins deutlich hinter dem Neuen-Markt-Index zurückgeblieben und hat lediglich um 5 % zugelegt. Der Grund: Die Schwäche der LHS-Aktie. Die Laufzeit des Zertifikats, das in einer Stückelung von 1: 100 angeboten wird, endet am 16. Juni 2001.
Drei ähnliche Aktien-Basket-Zertifikate hat vor kurzem die BHF-Bank aufgelegt. Der „Internet-Basket“ enthält jeweils zehn Aktien von Brokat, DataDesign, 1&1, Intershop, SCM Microsystems und Heyde. Der „Medien-Basket“ ist unter anderen mit Aktien von CineMedia, Dt. Entertainment, Edel Music und EM.TV bestückt, im „Telecom – Basket“ befinden sich LHS, Drillisch, Mobilcom und TeIDaFax. Die Stückelung beträgt bei allen Papieren 1:1000, die Wertpapiere werden 23. Februar 2001 beziehungsweise am 20. April 2001 fällig.
„Mit den Aktienbaskets“, so BHF-Sprecher Rüdiger Wolf, „partizipieren die Anleger an der Entwicklung dieser Branchen und diversifizieren ihr Risiko gegenüber einer direkten Investition in einzelne Werte.“
Verschiedene Banken haben seit kurzer Zeit auch sogenannte Discountzertifikate auf einzelne Aktien des Neuen Marktes an die Börse gebracht. Trinkaus & Burkhardt startete im März mit Papieren auf Mobilcom, Refugium, Singulus und TelDaFax Warburg Dillon Read und die Commerzbank folgten. Goldmann Sachs hat vor kurzem ein Discount-Papier auf den Neuen-Markt-Index emittiert.
Bei einem Discountzertifikat ist der Wertzuwachs – anders als bei herkömmlichen Indexzertifikaten – von vornherein begrenzt. Die Grundidee ist einfach: Der Anleger erhält bei Fälligkeit für sein Zertifikat eine Aktie des jeweiligen Unternehmens. Allerdings nur dann, wenn der Aktienkurs unter einem vorher vereinbarten Höchstbetrag (Cap) liegt. Liegt der Aktienkurs darüber, wird der vereinbarte Höchsbetrag in bar ausgezahlt. Als Ausgleich für die begrenzte Renditechance kann der Anleger das Zertifikat billiger kaufen als die Aktie.
Die Abschläge liegen etwa bei der Commerzbank zwischen 14,1 % (Aixtron) und 19,7 % (EM.TV). Die maximal zu erzielenden Renditen sind von Papier zu Papier verschieden und können zwischen 75 % (TelDaFax) und 45 % (Singulus) erreichen.
Grundsätzlich gilt: Die Höhe des Discount hängt vom jeweiligen Höchsbetrag ab. Je weiter der Höchstbetrag über dem aktuellen Aktienkurs liegt, desto geringer fällt der Abschlag auf den aktuellen Kurs aus. Das Verlustrisiko ist begrenzt: Erst wenn der Aktienkurs unter den Kaufpreis des Zertifikats fällt, werden Verluste gemacht. „Für Anleger, die den Neuen Markt über die nächsten zwölf Monate nicht mehr so euphorisch betrachten, bietet sich die Möglichkeit einer überdurchschnittlichen Performance bei einem komfortablen Risikopuffer“, meint Marko Deuticke, Optionsscheinexperte bei Trinkaus & Burkhardt.
JOCHEN DIETRICH
Auch für Kleinanleger interessant: Zertifikate auf den Neuen Markt. Unter Strom: Wer in einzelne Wachstumswerte investiert, muß mit bösen Überraschungen rechnen. Bei Zertifikaten auf den Neuen Markt lebt sich´s wesentlich entspannter.

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