Kapitalmarktpanel 27.08.2013, 10:09 Uhr

Der Appetit auf Firmenübernahmen nimmt weiter zu

Mehr Fusionen und Übernahmen, stagnierende Unternehmenspreise sowie einen höheren Eigenkapitaleinsatz bei Transaktionen prognostizieren führende deutsche Banker für den hiesigen Markt. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Kapitalmarktpanel, das die VDI nachrichten und die Beratungsfirma Cometis vierteljährlich erstellen.

Heißhunger: Viele deutsche Mittelständler sind technologisch führend und weltweit präsent. Entsprechend groß ist das Interesse in- und ausländischer Investoren. 2012 gab es bereits rund 900 M&A-Transaktionen mit deutscher Beteiligung.

Heißhunger: Viele deutsche Mittelständler sind technologisch führend und weltweit präsent. Entsprechend groß ist das Interesse in- und ausländischer Investoren. 2012 gab es bereits rund 900 M&A-Transaktionen mit deutscher Beteiligung.

Foto: Caro

Solide, mit ermutigenden Entwicklungen, so bewertet die Wirtschaftskanzlei Allen & Overy den deutschen Markt für Fusionen und Übernahmen im zweiten Quartal dieses Jahres in einer aktuellen Analyse. Der angekündigte Mega-Deal zwischen Kabel Deutschland und Vodafone, zahlreiche Transaktionen im Milliardenbereich und rege Private-Equity-Aktivitäten zeugten vom wiederkehrenden Vertrauen der Investoren.

Dass das Übernahmekarussell wieder kräftig Fahrt aufgenommen hat, zeigte sich auch Ende Juli: Der Mobilfunkanbieter Telefónica Deutschland (O2) kündigte an, E-Plus zu übernehmen. Wenn Wettbewerbshüter sowie die Hauptversammlungen der beiden Unternehmen zustimmen, lässt das neue Unternehmen die bisherigen Platzhirsche T-Mobile und Vodafone hinter sich.

Glaubt man den Ergebnissen des Kapitalmarktpanels, wird sich der positive Trend in den kommenden zwölf Monaten fortsetzen. Die befragten Banker erwarten mehrheitlich (64 %), dass Fusionen und Übernahmen weiter zunehmen.

Positive Markterwartung

„Kein einziger Panelteilnehmer rechnet mit einer sinkenden Transaktionszahl. Mit Fug und Recht kann man deshalb von einer positiven Markterwartung sprechen“, kommentiert Ulrich Wiehle, Leiter des Kapitalmarktpanels und Vorstand von Cometis das Ergebnis. Im vergangenen Jahr hatte es laut der M&A Database der Uni St. Gallen rund 900 Transaktionen mit deutscher Beteiligung gegeben. Getrieben wird die Entwicklung vor allem von der Wettbewerbssituation auf den jeweiligen Märkten. Fast 90 % der Experten sehen darin den wichtigsten Faktor. Stark beeinflusst wird der deutsche Markt für Mergers & Acquisitions (M&A) nach Meinung der Banker außerdem von den Finanzierungsbedingungen für Transaktionen (53 %) und der konjunkturellen Lage (47 %).

Jeder Dritte glaubt, dass die fortschreitende Globalisierung der Weltwirtschaft Zusammenschlüsse forcieren wird. Wiehle: „Je nach Branche und Unternehmen sind Fusionen und Übernahmen eine ideale Möglichkeit, um die eigene Marktposition zu verbessern.“

Vor allem Hightech-Sektor und Maschinenbau sowie Elektrotechnik betroffen

M&A-Aktivitäten erwarten die Panelteilnehmer vor allem im Hightech-Sektor (53 %) sowie in klassischen Industriebranchen Maschinenbau/Elektrotechnik (47 %). Mit vielen Zusammenschlüssen wird außerdem im Pharma- und Bankensektor (je 27%) gerechnet.

Generell wenig Veränderungen wird es laut Panel bei den Preisen geben. 60 % der Befragten glauben nicht, dass die steigende Nachfrage in den kommenden sechs Monaten auch zu höheren Bewertungen von Unternehmen führen wird. Am ehesten werden Preisaufschläge im Hightech-Sektor, in der Medienbranche und bei Immobilien vorhergesagt. Mit Preisabschlägen muss hingegen im Fahrzeugbau, bei Versorgern und Versicherern gerechnet werden.

Wer ein Unternehmen kaufen will, muss nach Einschätzung vieler Experten (43 %) künftig noch mehr Eigenmittel einsetzen als bisher. Lediglich 14 % der Befragten erwarten einen sinkenden Eigenkapitalanteil.

Prall gefüllte „Kriegskasse“ wird benötigt

Hintergrund: Vor Ausbruch der Finanzkrise hatten Banken Übernahmen großzügig mit Fremdkapital finanziert. Nach der Lehman-Pleite zeigten sie potenziellen Käufern die kalte Schulter. Der M&A-Markt brach ein. Von diesem Schock hat er sich inzwischen erholt, doch die Finanzierungsgewichte haben sich – vermutlich dauerhaft – verschoben. Egal ob Unternehmen oder Beteiligungsgesellschaft – für einen Firmenkauf wird mehr denn je eine prall gefüllte „Kriegskasse“ benötigt.

Entsprechende Mittel sind jedoch offenbar vorhanden. Jedenfalls erwarten über 80 % der Panelteilnehmer, dass Beteiligungsgesellschaften sich in den kommenden Jahren noch stärker auf dem deutschen Markt engagieren werden. „Das dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass deutsche Unternehmen – zumal in mittelständisch geprägten Branchen wie dem Maschinenbau – weiterhin äußerst attraktiv sind“, erläutert Panelleiter Wiehle. Schon 2012 sei der Anteil von Private Equity an Fusionen und Übernahmen in der deutschen Industrie von 20 % auf 24 % gestiegen.

Ähnlich positiv schätzt das Panel die künftige Investitionsbereitschaft sogenannter strategischer Investoren ein, also Unternehmen, die aus dem gleichen Markt stammen wie der Übernahmekandidat. Hier rechnen fast zwei Drittel der befragten Banker damit, dass sich die Unternehmen künftig verstärkt mit Fusionen und Übernahmen beschäftigen werden. 

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