Geldanlage 20.01.2006, 18:42 Uhr

Depotmix muss zur Lebenssituation passen  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 20. 1. 06, mav – Ist Ihr Geld optimal angelegt? Eine Antwort können Leser der VDI nachrichten bei unserem kostenlosen Depotcheck (s. Kasten) erhalten. Wie unterschiedlich der richtige Depotmix je nach persönlicher Lebenssituation aussehen kann, stellt Stefan Mayerhofer, Vorstand der PEH Wertpapier AG, im folgenden Beitrag dar.

Die Optimierung eines Wertpapierportfolios hängt vor allem von der persönlichen Lebenssituation und der Risikoneigung des Anlegers ab. Da sich im Alter diese Neigung verändert, ist auch eine regelmäßige Überprüfung der Depotausrichtung notwendig. Mit der altbekannten Faustformel „100 minus Lebensalter“ kann man den maximalen persönlichen Aktienanteil seines Depots gut definieren.

In jüngeren Jahren ist eine etwas offensivere Ausrichtung mit einem höheren Aktienanteil vertretbar, da auch temporäre Kursverluste über die Jahre wieder aufgeholt werden. Ein Rentner, der den Werterhalt seines gesparten Vermögens als oberste Priorität sieht, sollte den Aktienanteil niedriger gewichten. Dabei sind Zwischenziele und eventuelle Vermögensabflüsse (z.B. Immobilienerwerb oder Ausbildung der Kinder) zu berücksichtigen.

Die idealtypischen Depotstrukturen von drei unterschiedlichen Anlegern werden im Folgenden vorgestellt und kommentiert. Die Detailempfehlungen spiegeln unsere aktuelle Markteinschätzung wider und müssen bei veränderten Situationen am Kapitalmarkt regelmäßig angepasst werden. Die kontinuierliche Betreuung durch einen unabhängigen Vermögensverwalter ist eine Möglichkeit, diese Anpassungen zu gewährleisten.

Der Berufsanfänger: Maschinbau-Ingenieur, 28 Jahre alt, ledig, Jahresbrutto 45 000 €, vorhandenes Vermögen 20 000 € Ziele: schneller Vermögensaufbau, Immobilienerwerb in fünf bis sieben Jahren.

Da ein Immobilienerwerb in fünf bis sieben Jahren geplant ist, sollte die Aktienquote im Rahmen des Depots nicht zu hoch gewählt werden. Konkretisieren sich die Immobilienpläne, wäre eine Umschichtung zugunsten von Renten vorzunehmen.

Als aktuelle Grundstruktur empfehlen wir eine Aktienquote von 40 % bis 60 %. Bei einem Anlagevolumen von 20 000 € empfiehlt sich eine Aufteilung in vier bis fünf internationale Aktienfonds und internationale Rentenfonds. Alternativ wären auch flexible Misch- oder Dachfonds zu nennen.

Folgende Depotstruktur ist empfehlenswert:

40 % Aktien Global
20 % internationale Mischfonds
40% Renten Global

Der weitere Vermögensaufbau sollte über Fondssparpläne mit der gleichen Grundausrichtung erfolgen.

Der Familienmensch: Elektrotechnik-Ingenieur, 45 Jahre, mittlere Führungsebene, verheiratet, zwei Kinder, Jahresbrutto 70 000 €, selbst genutzte Immobilie (Restschuld 100 000 €), Barvermögen 50 000 € Ziele: Ausbildungsfinanzierung (in zehn Jahren), Altersvorsorge.

Die Grundstruktur sollte bei ca. 50 % bis 60 % Aktien und 40 % bis 50 % Renten liegen. Aufgrund der erhöhten Verantwortung des Anlegers (Familie, Hausfinanzierung) sollte das Depot eine ausgewogene Mischung haben.

Wir empfehlen im Detail:

23 % Aktien Global (etablierte Märkte)
12 % Aktien Global (Schwerpunkt: Rohstoffe)
7 % Aktien USA
6 % Aktien Japan
41 % Renten Global
6 % Renten Euro
5 % Liqudität

Soweit möglich sollte auch hier ein weiterer Vermögensaufbau betrieben werden. Auch hierfür sind Investmentfonds hervorragend geeignet. Das gesparte Kapital kann flexibel für die Ausbildung der Kinder, für eine mögliche Tilgung des Hypothekendarlehens oder auch als zusätzlicher Baustein für die Altersvorsorge genutzt werden.

Daneben sollten die Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge und der Riesterrente genutzt werden.

Die Führungskraft Projektleiter, 55 Jahre, verheiratet, ein Kind (im Studium), Jahresbrutto 105 000 €, selbst genutzte Immobilie, Lebensversicherung mit Ablaufleistung per Renteneintritt von 150 000 €, Barvermögen 100 000 € Ziele: Versorgungslücke schließen, Altersvorsorge, risiko-avers.

Aufgrund der Risikoeinstellung des Anlegers sollte die Aktienquote maximal 30 % betragen. Auch bei einem Anlagevermögen von 100 000 € sollten Fondslösungen Einzelwerten vorgezogen werden.

Die Verantwortung des Anlegers konzentriert sich nun auch stärker auf seine Zeit nach der beruflichen Aktivität. Im Depot sollte sukzessive der Rentenanteil erhöht werden, damit die Wertpapieranlagen schwankungsärmer werden. Der Werterhalt gewinnt an Priorität. Stärkere Korrekturen am Aktienmarkt sind aufgrund der Lebenssituation nicht mehr so leicht zu kompensieren.

Die Lebensversicherung kann bei Ablauf in die Depotstruktur eingebaut werden. Außerdem besteht dann die Möglichkeit, über Auszahlpläne die Rente aufzubessern.

Regelmäßige Auszahlungen sind zudem eine gute Möglichkeit, studierenden Kindern monatliche Zuwendungen zukommen zu lassen. STEFAN MAYERHOFER

Die Detailempfehlung lautet:

14 % Aktien Global (etablierte Märkte)
7 % Aktien Global (Schwerpunkt: Rohstoffe)
4 % Aktien USA
4 % Aktien Japan
62 % Renten Global
4 % Renten Euro
5 % Liqudität

Ein Beitrag von:

  • Stefan Mayerhofer

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