Geldanlage 15.09.2006, 19:23 Uhr

Börsen kämpfen um Fondsanleger  

Der Handel mit Publikumsfonds an der Börse nimmt rasant zu. Privatanleger haben inzwischen die Möglichkeit, an fast allen deutschen Börsen Fondsanteile über die Börse zu kaufen und zu verkaufen -zu aktuellen Kursen und häufig zu geringeren Gebühren als beim Kauf über eine Bank.

Die Hamburger Börse, die vor vier Jahren als erste den Fondshandel eingeführt hatte, setzte damit im ersten Halbjahr 2006 rund 2,7 Mrd. € um, das war vier Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Sie ist mit fast 50 % Marktanteil im Fondshandel in Deutschland führend. Seitdem im Mai auch die Deutsche Börse in Frankfurt den Handel mit Publikumsfonds gestartet hat, ist der Wettbewerb schärfer geworden: Die Frankfurter halten inzwischen schon etwa 20 % Marktanteil. Die schiere Größe und Marketingkraft haben sie schnell nach oben katapultiert. Und als letzte ist im August die Stuttgarter Börse eingestiegen.

Der Wettbewerb unter den Börsen um die Gunst der Fondsanleger verschärft sich also. Dirk Elberskirch, Vorstand der Börse Düsseldorf, begrüßt das. Denn damit genieße der Fondshandel größere Aufmerksamkeit. „Mit dem Markteintritt vor allem der Deutschen Börse hat sich dieses Segment endgültig etabliert“, meint er. Immer mehr Fondsanleger würden die Vorteile des Handels über die Börse erkennen. Diese Vorteile sieht er vor allem in häufig geringeren Gebühren, im permanenten Handel zu den Handelszeiten und in der Tatsache, dass man wie bei anderen Wertpapiergeschäften Limits setzen könne. „Das schafft Transparenz“, sagt Elberskirch.

Beim Fondshandel an der Börse entfällt der Ausgabeaufschlag. Der beträgt für viele Aktienfonds beim Kauf über Filialbanken bis zu 5 %. Außerdem werden die Kurse der Fondsanteile laufend festgestellt, während eine Fondsgesellschaft diesen Wert nur einmal am Tag veröffentlicht. So können an der Börse auch für Anleger günstigere Zeitpunkte genutzt werden. „Fondshandel über die Börse ist keine schlechte Alternative“, meint Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), „aber er lohnt nicht bei Kleinstbeträgen“. „Normale Fonds sind nicht per se billiger“, sagt auch Thomas Bieler, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn auch beim Kauf über die Börse fallen Kosten an: Man benötigt ein Depot wie beim normalen Wertpapierkauf, die Banken verlangen Ordergebühren, zum anderen werden die Fondsanteile an der Börse mit einer Spanne zwischen An- und Verkaufskurs, dem sogenannten Spread, gehandelt. Der Maximalspread liegt bei der Deutschen Börse etwa bei 2 %, während Hamburg maximal 1,5 % garantiert. „Das ist aber die Maximalspanne“, meint Alexandra Günzer, Sprecherin der Deutschen Börse. Und die werde meist unterschritten.

Als letzten Kostenfaktor müssen die Anleger noch die Maklercourtage berücksichtigen. Wie hoch die ist, erfährt man auf den Internetseiten der Börsen. Vor dem Fondskauf heißt es deshalb rechnen, meint auch Kay Homann, Sprecher der Böag Börsen AG, der Gemeinschaft der Hanseatischen Wertpapierbörse in Hamburg und der Niedersächsischen Börse in Hannover.

Theoretisch kann man zwar schon einen einzigen Fondsanteil über die Börse handeln, allerdings lohnt sich das Ganze erst, wenn man Anteile von mehr als 1500 €€kauft. „In Einzelfällen kann es auch schon darunter lukrativer sein, über die Börse zu handeln als beim Kauf über die Bank den Ausgabeaufschlag zu zahlen“, meint Homann. Die Handelsplattform „Fondsbörse Deutschland“ der Börse Hamburg bietet deshalb auf ihren Internetseiten zu jedem gelisteten Fonds einen Fondsrechner an.

Doch nicht alle Banken bieten die Möglichkeit des Kaufs über die Börse: Die Citibank etwa verweigert ihren Kunden diesen Weg und andere Banken erheben zum Beispiel eine zusätzliche Provision, die diese Alternative dann unattraktiv macht. Der Grund ist klar: Mit dem Ausgabeaufschlag werden auch die Vertriebsprovisionen finanziert, die eben zum Teil bei der Bank oder bei externen Finanzvermittlern bleiben.

Von Brigitte Scholtes
Von Brigitte Scholtes

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