Plötzlicher Börsensturz 02.12.2014, 13:31 Uhr

Automatisierte Verkaufsprogramme vermutet: Apple verliert 40 Mrd. Dollar an Wert

Um bis zu 6,4 Prozent sanken am gestrigen Montag die Aktienkurse des IT-Konzerns Apple. Äußerst ungewöhnlich ist, dass sich die rasante Talfahrt rasend schnell vollzog – verdächtig schnell sogar. Börsenfachleute vermuten den Einsatz automatisierter Verkaufsprogramme. 

Erstaunliches spielte sich gestern an der Börse ab: Ausgerechnet Liebling Apple verlor ohne ersichtlichen Anlass dramatisch an Wert. Die Vermutung liegt nahe, dass automatisierte Verkaufsprogramme den Kursrutsch auslösten. 

Erstaunliches spielte sich gestern an der Börse ab: Ausgerechnet Liebling Apple verlor ohne ersichtlichen Anlass dramatisch an Wert. Die Vermutung liegt nahe, dass automatisierte Verkaufsprogramme den Kursrutsch auslösten. 

Foto: epa Lane/dpa

Die Börsenhändler rieben sich wohl ungläubig die Augen, als der Kurs einer Aktie unmittelbar nach Wochenstart eine rasante Talfahrt aufnahm. Das Ungewöhnliche: Es handelte sich nicht um irgendeine Aktie, sondern um die von Apple. Die Börsentendenz des iPhone- und iPad-Herstellers weist seit Jahren stabil nach oben; mit über 700 Milliarden Dollar ist er mehr wert als jeder andere notierte Konzern.

Noch ungewöhnlicher: Innerhalb kürzester Zeit fiel der Wert der Aktien um bis zu 6,4 Prozent. Fast die Hälfte dieses Verlustes vollzog sich sogar binnen Sekunden, zwischen 9.50 und 9.51 Uhr New Yorker Zeit. Mehr als 30.000 Mal wurde die Apple-Aktie währenddessen gehandelt – in einem Preisrahmen zwischen 117 und 111,27 Dollar. Rund 40 Milliarden Dollar oder 32 Milliarden Euro waren dahin.

Es waren keine besonderen Nachrichten über Apple im Umlauf

Indes rätseln Händler und andere Börsenkenner über die Ursachen für den auffällig plötzlichen Fall – zumal am Montag keine besonderen Nachrichten über Apple kursierten, die den Kursverlauf hätten beeinflussen können. Für nicht wenige Fachleute ist bereits jetzt klar, dass Algorithmen für den plötzlichen Niedergang verantwortlich sind. Im heutigen Hochfrequenzhandel setzen große Händler zuweilen Verkaufs-Software ein, die automatisch eine Gewinnchance identifizieren soll.

Ein großes Stück vom Apfel nagte gestern die Börse ab: In wenigen Sekunden verlor Apple 40 Milliarden Dollar an Wert. Der Aktienkurs fiel vorübergehend um 6,2 Prozent. 

Ein großes Stück vom Apfel nagte gestern die Börse ab: In wenigen Sekunden verlor Apple 40 Milliarden Dollar an Wert. Der Aktienkurs fiel vorübergehend um 6,2 Prozent. 

Foto: Maja Hitij/dpa

Dabei werden unzählige Handelsaufträge an die Wall Street übermittelt, wo Käufer – zumindest scheinbar – deutlich überzogene Preise zahlen. Tatsächlich aber werden die losgeschickten Aufträge zu den dort real vorliegenden Konditionen ausgeführt, die in der Regel deutlich niedriger sind. Die Folge: Mangels Käufer können viele dieser überhöhten Verkaufsanfragen in New York nicht ausgeführt werden. Eine anschließende Weiterleitung an andere Handelsplätze setzt schließlich eine Abwärtsspirale in Gang.

Offenbar hat es am Montag auch bei etwa 300 weiteren Unternehmen größere Preisschwankungen nach Börseneröffnung gegeben. Innerhalb des Tages konnte sich die Apple-Aktie wieder etwas erholen und schloss letztendlich mit einem Kurs von 115,65 Dollar – „nur“ noch 2,8 Prozent unter dem Schlusskurs der vergangenen Woche.

Keinesfalls einmalig in der Börsengeschichte

Dass Computer Börsenverläufe künstlich und meist ungünstig beeinflussen, kommt häufiger vor als wohl angenommen. Am 6. Mai 2010 fielen 18 der 30 Dow-Jones-Aktien äußerst plötzlich um über fünf Prozent. Erst ein knappes Jahr später waren die US-Börsenaufsicht SEC und diverse Datendienstleister bei der Ursachensuche erfolgreich. Auslöser der Massentalfahrt war ebenfalls ein Computer.

Seltener ist hingegen der umgekehrte Fall, dass Algorithmen den Kurs steigen lassen: An einem Augusttag 2013 schoss der chinesische SSE-Index innerhalb von 180 Sekunden um satte 5,6 Prozent in die Höhe. Verantwortlich war eine Computerpanne, die zu unbeabsichtigten Kaufbestellungen führte. 

Von Jan-Martin Altgeld Tags:
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