Geldanlage 01.09.2006, 19:23 Uhr

Auf das richtige Pferd setzen  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 1. 9. 06, sta – Wer Pferde kauft, tut das meist aus Freude am edlen Tier – oder um seiner Tochter einen Traum zu erfüllen. Dabei können die Vierbeiner durchaus auch ein lohnendes Investitionsobjekt sein. Allerdings ist die Pflege des Depots – respektive des Stalls – arbeits- und zeitaufwendig. Außerdem kann die Renditehoffnung über eine Kolik oder einen Beinbruch stolpern.

Ein Pferd ist so viel wert, wie der Käufer bereit ist zu zahlen“, sagt der Volksmund. Die Frage nach einem fairen Preis ist tatsächlich schwierig zu beantworten. Beim Handel spielen auch Gefühle eine Rolle. Wer ein Pferd besitzt, entwickelt Sympathie für das Tier. Nicht umsonst sind Mädchenzimmer häufig tapeziert mit Postern gestriegelter Rösser.

„Etwa 80 % aller Besitzer sehen ihr Pferd als Hobby“, sagt Gert Gussmann, Zuchtleiter beim Zuchtverband Baden-Württemberg. Nur jeder fünfte Käufer möchte mit den Tieren Geld verdienen.

Wer ein Jungpferd als Geldanlage kauft, spekuliert auf dessen spätere Karriere in der Zucht oder als erfolgreiches Turnierpferd. Ob das Tier diese Ansprüche je erfüllen wird, ist zunächst ungewiss. „Beim Kauf bleibt immer ein Risiko“, erklärt Enno Hempel vom Verband hannoverscher Warmblutzüchter im niedersächsischen Verden. Denn Pferde sind Lebewesen, und auch das Investment in ein talentiertes Tier kann scheitern: Das Pferd kann stolpern und sich die Beine brechen oder es kann an einer Kolik erkranken.

Hochwertige Hengste kosten schon als Fohlen zwischen 5000 € und 10 000 €. Viele Händler kaufen im großen Stil Hengstfohlen, die erst sechs Monate alt sind, um sie zwei oder drei Jahre später beim Zuchtverein im Rahmen einer so genannten Körung vorzustellen. Dort sind nur solche Pferde zugelassen, die für die Zucht besonders geeignet sind.

Auf den Elite-Auktionen der Hannoverschen Warmblutzüchter in Verden liegt der Durchschnittspreis für ein Jungpferd zwischen drei und fünf Jahren bei knapp 30 000 €. In der Spitzenklasse ist auch das zehnfache möglich. Auf dem Hengstmarkt wechselte das teuerste Tier für 800 000 € den Besitzer.

„Die Aufzucht eines Fohlens setzt allerdings eine bestimmte Betriebsstruktur voraus“, sagt Gussmann. Mindestens 200 € monatlich muss jeder Besitzer für den Unterhalt einplanen: Ein Pferd braucht Futter und eine Unterkunft. Hinzu kommen Kosten für tierärztliche Behandlungen.

Für ausgewachsene Pferde, die als Reittiere genutzt werden sollen, müssen Käufer noch tiefer in die Tasche greifen als für Jungtiere. Denn sie müssen für den Turniereinsatz ausgebildet werden. Wer sich nicht selbst jeden Tag mit dem Pferd beschäftigen kann oder will, braucht einen Pferdepfleger. „Pferde sind nur dann eine gute Geldanlage, wenn das Umfeld professionell ist“, sagt Enno Hempel. „Sonst bleiben sie eher ein teures Hobby.“

„Viele Reitlehrer leben davon, dass sie Pferde fremder Eigentümer ausbilden und auf Turnieren vorstellen“, sagt Verbands-Zuchtleiter Gussmann. Die Besitzer betrachten sich dabei als Mäzene, sie reiten das Pferd allenfalls in der Freizeit. Ihr Glück liegt darin, zu den Wettbewerben zu fahren und zu schauen, ob ihr Pferd ein Siegerschleifchen ergattern konnte. Der finanzielle Gewinn ist dann eher ein Nebenprodukt: „Durch Turniersiege steigert sich natürlich auch der Wert eines Pferdes, aber viele private Besitzer wollen ihr Pferd auch dann nicht verkaufen, wenn sie dadurch Gewinn machen könnten. Sie freuen sich lieber am Erfolg des Tieres“, sagt Hempel.

Grundsätzlich machen vier Faktoren den Wert eines Pferdes aus. „Entscheidend sind das Aussehen, der Charakter, das Leistungspotenzial und die Gesundheit des Tieres“, so Hempel. „Für einige Käufer spielt das aber alles keine Rolle. Einer hat mir mal erzählt, für ihn sei ein Hengst wie ein guter Wein: vergänglich, aber schön, ihn sich leisten zu können.“ SABINE REIFENBERGER

Die Serie wird in den kommenden Ausgaben der VDI nachrichten fortgesetzt.

Von Sabine Reifenberger
Von Sabine Reifenberger

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