Geldanlage 02.07.2010, 19:47 Uhr

Anleger können sich vor Geldentwertung schützen

Aufgrund der enormen Staatsverschuldung und der expansiven Geldpolitik der Notenbanken droht mittelfristig ein kräftiger Anstieg der Teuerungsrate. Mit clever gewählten Finanzprodukte können Kleinanleger der Inflation jedoch ein Schnippchen schlagen.

„Die Inflation ist tot, sie ist so tot wie ein rostiger Nagel“, erklärte 1968 der damalige Wirtschaftsminister Kurt Schiller. Nur fünf Jahre kletterte die Teuerungsrate auf über 5 %. Gut möglich, dass die Inflationsrate in nicht allzu ferner Zukunft erneut dieses Niveau erklimmt. So rechnet etwa der Leiter des Weltwirtschaftsinstituts, Thomas Straubhaar, für die Zeit nach 2010 mit einer Geldentwertung zwischen 5 % und 10 %.

Zwar verharrt die Inflationsrate im Euroraum aktuell mit 1,6 % noch unter der anvisierten Rate der Europäischen Zentralbank in Höhe von „nahe, aber unter 2 %“. Doch über kurz oder lang könnten die historisch niedrigen Zinsen, die massive Ausweitung der Staatsverschuldung sowie die Liquidität, mit der die Notenbanken die Märkte fluteten, zu einer Geldentwertung führen.

Während die Politik durch eine hohe Inflation zumindest ein wenig die gigantischen Schuldenberge abbauen könnte, ist eine beschleunigte Geldentwertung für Anleger seit jeher der größte Feind.

Ob die Inflation nun tatsächlich recht zeitnah rasant ansteigen wird oder nicht, bedarf zwar eines Blickes in die Glaskugel. Fakt ist jedoch, dass zahlreiche Indikatoren eine schleichende Geldentwertung signalisieren. Anleger sollten sich daher überlegen, ob sie nicht zumindest einen Teil ihrer Ersparnisse in inflationsgeschützte Anlagen investieren – um auch in turbulenten Zeiten einen ruhigen Schlaf zu haben.

Den sichersten Schutz garantieren bei einem kräftigen Anstieg der Teuerungsrate sicherlich inflationsgeschützte Anleihen. „Mit diesen Papieren schützen sich Anleger vor einer überraschend stark anziehenden Teuerungsrate“, erklärt Mathias Treml, Rentenexperte der LBBW. Der Grund: Statt eines fixen Kupons, der bei herkömmlichen festverzinslichen Wertpapieren während der gesamten Laufzeit gezahlt wird, ist die Verzinsung der sogenannten Linker an einen Verbraucherpreisindex gekoppelt.

Steigt dieser an, klettern auch der Kupon und der Rückzahlungsbetrag. „Unterm Strich fahren Anleger mit inflationsgeschützten Anleihen immer eine reale Rendite ein“, weiß Jens Libuda, Anleiheexperte der West LB.

Nicht von ungefähr hat zudem Gold im vergangenen Jahr über 33 % an Boden gut gemacht. Denn angesichts seiner natürlichen Knappheit „gilt Gold als klassischer Inflationsschutz“, so Thorsten Proettel, Rohstoffanalyst der LBBW.

Wie sehr Anleger den sicheren Goldhafen in Zeiten hoher Inflationsraten schätzen, zeigt ein Blick in die 70er-Jahre. Während die beiden Ölkrisen die Teuerungsrate auf rund 8 % katapultierten, versiebenfachte sich parallel dazu der Preis des schimmernden Edelmetalls – und erklomm Anfang der 80er mit rund 850 $ je Unze einen neuen Höchststand.

Anleger haben nun verschiedene Möglichkeiten, in das begehrte Metall zu investieren. Neben Aktien von Minengesellschaften wie beispielsweise Barrick Gold (CA0679 011084) oder Newmont Mining (US6516391066), bieten sich auch breit gestreute Aktienfonds oder sogenannte ETCs (börsennotierte Rohstofffonds) an.

Alternativ können Sparer auch physisches Gold erwerben. Die Barren reichen von 1 g bis 1000 g und können entweder direkt bei einem Goldhändler oder einer Bank erworben werden. Allerdings sollten Anleger dabei beachten, dass aufgrund der Lager- und Transportkosten die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis vor allem bei kleinen Barren recht hoch ist.

Hinzu kommt, dass die Wertsteigerung des Edelmetalls lediglich auf einen Kursanstieg beruht. Laufende Erträge wie etwa bei Anleihen werfen Goldinvestments nicht ab.

Mit den eigenen vier Wänden haben Anleger bei hoher Inflationsrate ebenfalls einen vergleichsweise ruhigen Schlaf, wie ein Blick auf den Immobilienindex von BulwienGesa belegt. Demnach haben sich in der Vergangenheit Immobilien weitestgehend parallel zur Teuerungsrate entwickelt.

So sind beispielsweise die hohen Inflationsraten in den 70er-Jahren, Anfang der 80er und 90er-Jahre mit einem starken Anstieg des Immobilienindexes einher gegangen. Anleger, denen die finanziellen Mittel für das Eigenheim fehlen, können sich stattdessen mit indirekten Immobilieninvestments (etwa Immobilienfonds) gegen schleichende Geldentwertung schützen. Hintergrund: Da das Gros der gewerblichen Mietverträge an die Inflationsrate gekoppelt ist, steigen mit zeitlicher Verzögerung auch die Mieteinnahmen an.

Sofern die Inflation nicht so gravierende Ausmaße annimmt, dass die Wirtschaft dramatisch einbricht, bieten auch Aktien einen wirkungsvollen Schutz. Schließlich erhöhen sich bei Anstieg des Preisniveaus auch die Unternehmensgewinne – was den Aktienkursen in der Regel einen Schub gibt. „Wenn die Inflation zurückkommt, sind Aktien eine gute Geldanlage“, meint auch Frank Naab, Leiter Portfolio-Management beim Bankhaus Metzler.

Allerdings sollten Anleger ihren Fokus in erster Linie auf große Unternehmen mit starker Marktstellung und hohen Margen richten. Expertenmeinungen zufolgen eignen sich daher vor allem Aktien aus der Pharma-, Versorger- und Maschinenbaubranche. „In vergangenen Inflationsphasen haben sich außerdem die Aktien von Nahrungsmittelherstellern als vergleichsweise stabil erwiesen“, weiß Naab. FRANZ V. D. DRIESCH

Von Franz V. D. Driesch
Von Franz V. D. Driesch

Stellenangebote im Bereich Verwaltung

Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Die Autobahn GmbH des Bundes Bauingenieur (m/w/d) als Leitung der Abteilung Bauwerksmanagement Montabaur
Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH)-Firmenlogo
Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) Ingenieure (m/w/d) Versorgungstechnik HKLS Wiesbaden
Landesamt für Bauen und Verkehr-Firmenlogo
Landesamt für Bauen und Verkehr Bauingenieur*in / Architekt*in im Bautechnischen Prüfamt Cottbus (Homeoffice möglich)
Bundeswehr-Firmenlogo
Bundeswehr Duales Studium – Bachelor of Engineering / Bachelor of Science (m/w/d) Fachrichtung Wehrtechnik Mannheim, verschiedene Einsatzorte
TÜV NORD CERT GmbH-Firmenlogo
TÜV NORD CERT GmbH Freiberufliche Auditoren*Auditorinnen (m/w/d) deutschlandweit
Landeshauptstadt München-Firmenlogo
Landeshauptstadt München Bauingenieur*in / Umweltingenieur*in als Betriebshofleitung (m/w/d) München
Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München-Firmenlogo
Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München Underwriter for Engineering CAR/EAR (Contractors/Erection – All Risks) (m/f/d)* München
VDI Technologiezentrum-Firmenlogo
VDI Technologiezentrum Betriebswirt / Verwaltungswirt (w/m/d) für die Forschungsförderung Düsseldorf
Deutsche Sporthochschule Köln-Firmenlogo
Deutsche Sporthochschule Köln Technischer Sachbearbeiter / Technische Sachbearbeiterin (w/m/d) (2105-nwMA-D4) Köln
Stadt Ahlen-Firmenlogo
Stadt Ahlen Stadtbaurat*rätin / Technische*r Beigeordnete*r Ahlen

Alle Verwaltung Jobs

Top 5 Finanzen

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.