Geldanlage 01.10.2010, 19:49 Uhr

Aktienstrategie: Steter Tropfen füllt das Konto

Wer Aktien kauft, erwartet in der Regel steigende Kurse. Doch in der aktuellen Niedrigzinsphase können die Unternehmensanteile auch wegen ihrer Dividenden interessant sein. Während die Umlaufrendite für Bundesanleihen um die 2 % dümpelt, liegt die Dividendenrendite der Deutschen Telekom bei satten 7,5 %. Mit Zertifikaten oder Fonds können Anleger breit gestreut auf solche Dividendenriesen setzen.

Natürlich ist es kein Zufall, dass die Investmentgesellschaft der Sparkassen gerade jetzt einen Fonds namens Deka-DividendenStrategie (WKN: DK2CDS) aufgelegt hat. Selbstverständlich muss man als Verbraucher fragen, ob ein Trend nicht schon seinen Höhepunkt überschritten hat, wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt. Und klar, dass Jens Meyer, Leiter Aktienresearch der Deka, den Zeitpunkt ganz im Gegenteil für goldrichtig hält: „In den letzten zwölf Monaten haben vor allem die Kurse von zyklischen Branchen und Wachstumswerten zugelegt. Jetzt sollten die defensiven Werte an der Reihe sein, an der Börse aufzuholen.“

Mit defensiv meint Meyer vor allem Aktien von Unternehmen, die von der Konjunktur weitgehend unabhängig sind – wie Energieversorger. In der Wirtschaftskrise verbraucht die Industrie zwar weniger Strom, der Grundumsatz ändert sich aber nicht. Oder Pharmawerte: Die Ausgaben für Arzneimittel sind selbst im Krisenjahr 2008 gestiegen. Auch Nahrungsmittelhersteller hat der Abschwung kaum getroffen.

Doch selbst wenn die Aktien dieser Branchen keine Börsenrallye starten, bleiben sie für Anleger attraktiv. Meyer: „Die Zinsen sind auf ein Niveau gesunken, das wir vor Jahren nicht für möglich gehalten haben. Und während die Unternehmensbilanzen überwiegend sehr gut aussehen, muss man hinter die Bilanzen einiger Staaten doch Fragezeichen setzen.“ Sprich: Das Risiko, mit Anleihen von Staaten Geld zu verlieren ist gewachsen. Und die Chancen, mit Unternehmensanleihen und –aktien Geld zu verdienen, sind zugleich gestiegen. „Die durchschnittliche Dividendenrendite im Dax beträgt mehr als 3 %, im Londoner Aktienindex FTSE sogar an die 4 %. In allen marktbreiten Indizes liegen wir über der Verzinsung der jeweiligen zehnjährigen Länderanleihen. Solch eine Situation erleben wir nur ganz selten“, erklärt Meyer.

Damit schütten viele Unternehmen mehr an ihre Aktionäre aus, als sie an Zinsen für ihre Anleihen zahlen. Denn zum einen koppeln sich auch die sogenannten Corporate Bonds nicht vom allgemeinen Zinsumfeld ab. Zum anderen verfügen die börsennotierten Gesellschaften überwiegend wieder über hohe Barbestände und sind nicht mehr so stark auf Fremdkapital angewiesen wie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise.

Ein hoher stabiler Cashflow ermöglicht, laut Meyer, eine hohe, kontinuierliche Dividendenrendite: „Die Börsenkurse dieser Unternehmen schwanken dann in der Regel weniger stark.“ Kehre die Rezession, wie von einigen Volkswirten befürchtet, zurück, sollten die Dividendenriesen weniger Kursverluste erleiden.

Der Fonds DividendenStrategie sucht weltweit solche Titel aus, darunter die Aktien der Deutschen Telekom, der RWE oder des englischen Baukonzerns Balfour Beatty. Mit der breiten Streuung über Regionen und Branchen kommt er aus Sicht der Fondsgesellschaft als Basisinvestment insbesondere auch für konservative Privatanleger in Frage.

DJE Dividende & Substanz heißt die Konkurrenz aus dem Hause von Vermögensverwalter Jens Ehrhardt. Der Aktienfonds (WKN: 164 325) hat seit seiner Auflage 2003 den Anlegern 120 % Wertzuwachs beschert. Wer vor genau drei Jahren den Fonds gekauft hat, muss zwar derzeit noch ein Minus von knapp 6 % verschmerzen, doch mit einem durchschnittlichen Aktienfonds, der global anlegt, hätte das Minus laut Fondsverband BVI bei 21 % gelegen.

Dass die Dividendenstrategie auch ohne aktiven Fondsmanager funktioniert, belegt der Langzeitvergleich zwischen DivDax (WKN: A0C33D), der nur die 15 Dax-Werte mit der höchsten Ausschüttungsquote enthält, und dem „normalen“ Dax, der die 30 größten Industriewerte aus Deutschland abbildet. Da kommt der DivDax seit 2000 auf ein Plus von 47,7%, während der breiter aufgestellte Dax über diesen Zeitraum immer noch im Minus steckt.

Drei Zertifikate ermöglichen Anlegern, an der Entwicklung des DivDax 1:1 teilzuhaben. Das Papier der Commerzbank (WKN: CB5259) kommt seit der Ausgabe 2005 auf ein Plus von über 43 %. Entsprechend haben sich die Zertifikate der HypoVereinsbank (HV0ED7) und der Royal Bank of Scotland (DR0DDA) entwickelt. Der Vorteil dieser Anlagen liegt darin, dass für sie keine Managementgebühr und kein Ausgabeaufschlag verlangt werden. Ihr Nachteil: Geht die Börse auf Talfahrt, fallen die Zertifikatekurse mit voller Investitionsquote.

Fazit: Dividendenstarke Aktien sind im aktuellen Zinstal eine interessante Alternative zu Rentenpapieren. Aber nur wenn das Depot groß genug ist, um das Kursrisiko auf fünf bis zehn verschiedene Titel zu verteilen, kommt die Anlage in Einzelwerte in Frage. Für kleinere Anlagebeträge gibt es Indexzertifikate und Strategiefonds. mav

Ein Beitrag von:

  • Martin Volmer

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