Kfz-Versicherung 22.05.2009, 19:41 Uhr

Abwracken und Prämie sparen  

Die staatliche Abwrackprämie für Autos ist in aller Munde – auch bei den Autoversicherern. Mit neuen Angeboten und Rabatten buhlen sie um die Käufer der Neufahrzeuge und versuchen, sich gegenseitig Marktanteile abzujagen. VDI nachrichten, Düsseldorf, 22 5. 09, elb

Gewöhnlich bricht das Wechselfieber erst im Herbst aus: Zum Stichtag 30. November können die meisten Autoversicherungen (Haftpflicht und Kasko) gekündigt werden. Kurz zuvor beginnt dann das Hauen und Stechen unter deutschen Autoversicherern. Mit neuen Tarifen, Rabatten und Zusatzleistungen blasen sie zur Jagd auf neue Kunden. In diesem Jahr steigt die Branche schon früher in den Preiskampf ein: Seit Februar werden im Zusammenhang mit der Abwrackprämie Käufer neuer Fahrzeuge heftig umworben.

Neben dem regulären Kündigungstermin 30. November gibt es nur wenige Möglichkeiten, die Autoversicherung während des Jahres zu wechseln: Erhöht der Versicherer die Prämie, oder ist ein Schadensfall eingetreten, bestehen Sonderkündigungsrechte. Zudem darf der Autofahrer beim Wechsel seines Fahrzeugs auch gleich den Versicherer mit auswechseln.

Im Februar startete der Direktversicherer Direct Line mit dem Neuwagen-Rabatt „12 für 10“. Autofahrer, die sich mit Hilfe der staatlichen Abwrackprämie einen Neuwagen zulegen, können dort zwei Monatsbeiträge in der Krafthaftpflichtversicherung sparen, wenn sie sich bis Ende Mai über die Telefon-Hotline des Anbieters versichern.

Einige Wettbewerber, wie etwa der Marktzweite HUK-Coburg, die DEVK, die BGV oder auch die Helvetia, werben aktuell mit Rabatten für die „Neuen“, sofern sie CO2-arm sind. Dafür gibt es oftmals Preisnachlässe um die 10 %. Die Fahrer dieser Neuwagen sparen dann im Regelfall gleich mehrfach: In der Risikobetrachtung der Versicherer sind „alte Kisten“ nämlich meist unfallträchtiger, weshalb hierfür höhere Prämien verlangt werden als für Neufahrzeuge. Hinzu kommt, dass die Prämien für Neuwagen seit 2004 um bis zu 20 % (ohne die jetzt neuen Rabatte) gesunken sind. Wer sich jetzt neu versichern muss, steigt also auf einem ohnehin niedrigen Niveau ein.

Im Übrigen ist Feilschen beim Abschluss einer Autoversicherung angesagt – und von den Versicherern einkalkuliert. Für besonders preissensible Kunden haben die Versicherungsvertreter nämlich oft Sonderrabattmöglichkeiten – so genannte Taschentarife. Diese werden beim Verkaufsgespräch nicht direkt angeboten, sondern erst bei Nachfrage zieht der Vertreter sie aus der Tasche.

Wie weit das geht, zeigt sich bei der Aachen Münchener, die nur über die DVAG Deutsche Vermögensberatung verkauft: Für den im letzten Mai auf den Markt gebrachten Tarif wurde den Vertretern ein „flexibles Nachlasskonto“ eingeräumt, mit dem sie die Prämie laut Hauszeitschrift „unmittelbar vor Ort und in Eigenverantwortung bis zur Hälfte rabattieren“ dürfen.

Beim Wechsel des Versicherers ist jedoch Vorsicht geboten. Die Kraftfahrzeug-Haftpflicht ist zwar eine Pflichtversicherung für jeden Autobesitzer, beim Leistungsumfang und den Bedingungen haben die Anbieter jedoch einen großen Spielraum. Dieser wird im Zuge des heftigen Wettbewerbs auch reichlich genutzt. So rät der Bund der Versicherten, unbedingt auf das „Kleingedruckte“ in den Verträgen zu achten. Wichtig sei eine Deckungssumme in der Haftpflicht von 100 Mio. €. Zudem sollte der vereinbarte Haftpflichtschutz auch für ein im Ausland gemietetes Fremdfahrzeug gelten (Mallorca-Police), weil die teils geringeren Versicherungssummen im Ausland nicht ausreichen, um Schadenersatzansprüche zu erfüllen. Wer auch ins außereuropäische Ausland fährt, sollte auf den Geltungsbereich seiner Versicherung achten. Von Vorteil sehen Verbraucherschützer zudem „Rabattretter“, bei denen sich der Beitragssatz nach einem Schadensfall nicht erhöht.

Knackpunkte in der Kaskoversicherung sind dagegen der Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit (Ausnahmen sind durch Alkohol- und/oder Drogenkonsum verursachte Unfälle sowie die grob fahrlässige Begünstigung eines Fahrzeugdiebstahls), die beitragsfreie Mitversicherung von Sonderausstattungen bis mindestens 3000 €, die Wildschadenklausel, die alle Tierarten umfassen sollte, und der Umfang der Kostenübernahme bei Schäden durch Marderbisse.

Darüber hinaus zeigen sich die Versicherer unterschiedlich generös, wenn es um Schäden an neuen Fahrzeugen geht. Bei Billigpolicen wird der Neuwert oft nur in den ersten sechs Monaten nach der Erstzulassung ersetzt. Einzelne Anbieter verzichten jedoch bis zu 24 Monate auf die Regulierung nach dem Zeitwert und zahlen den höheren Neuwert.

Beim Abschluss einer neuen Autoversicherung sollte man zudem auf den Kündigungstermin achten. Einige Gesellschaften stellen nämlich nicht mehr auf den Hauptfälligkeitstermin 1. Januar (und damit Kündigung bis 30. November) ab.

MONIKA LIER

Von Monika Lier

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