Karriere 11.03.2005, 18:37 Uhr

Zertifizierungen sind der entscheidende Wissensnachweis  

IT-Profis versuchen durch ständige Weiterbildung und Berufszertifikate, den kurzlebigen Zyklen der Produkte zu folgen. Mit viel Einsatz gelingt es ihnen meist, den Anschluss zu halten. Die rasante technische Entwicklung führt trotzdem in vielen Fällen zu einer erheblichen Sprachlosigkeit zwischen Unternehmensführung und IT-Verantwortlichen.

Das Kernproblem ist kaum zu lösen: Ein Unternehmer entschließt sich, eine Software einzuführen, die die Arbeitsprozesse unterstützt und Teil seiner Wertschöpfungskette ist. Seine IT-Professionals – Administratoren, Datenbankspezialisten und Entwickler – beherrschen diese Systeme und sind im besten Fall entsprechend zertifiziert. Dieser „glückliche“ Zustand hält jedoch nicht lange an, denn in immer kürzeren Folgen erscheinen Updates und Versionsänderungen, deren Nutzen Unternehmer vielfach kaum erkennen können, während sich gleichzeitig die IT-Professionals häufig individuell auf eigene Kosten weiterbilden, um den Anschluss nicht zu verlieren. Und schon ist sie da, die Sprachlosigkeit, die aus den unterschiedlichen Erfordernissen und Prioritäten entsteht.

„Für uns IT-Professionals ist es eine Herausforderung, sich in kurzen Abständen mit neuen Versionen von Betriebssystemen und Software, und damit oftmals auch mit neuen Technologien, rechtzeitig vertraut zu machen,“ erklärt Thomas K. H. Bittner, Systems Architect bei MVP@work. Seiner Ansicht nach ist der Aufwand auf Seiten der IT-Dienstleister beträchtlich gestiegen: „Neue Versionen müssen evaluiert und getestet und die Schulungen dafür absolviert werden. Allerdings ist es eine der maßgeblichen Aufgaben des IT-Professionals, den Kunden so zu beraten, dass er die Technologie einsetzt, die seine Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe am besten unterstützt.“ Außerdem müsse mit dem Kunden gemeinsam geprüft werden, ob ein Versionswechsel zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Unternehmen, zur Beschleunigung der Geschäftsprozesse oder zur Vereinfachung der Arbeitsabläufe im Unternehmen führe. So komme es immer häufiger vor, dass die Berechnung des Return on Investment (ROI) über den Zeitpunkt eines Versionswechsels entscheidet und nicht das Erscheinungsdatum der Software.

Michael Mackenroth, Geschäftsführer der signet Gesellschaft für Innovation und Bildung mbH, bringt den Schulungsaspekt auf den Punkt: „Viele Firmen ärgern sich, wenn sie ihre Leute ausgebildet haben und dann kommt bereits die nächste Version heraus.“ Denn selbst wenn sie das Update für sinnvoll hielten, seien die Personaldecken teilweise so ausgedünnt, dass Zeit für Weiterbildung kaum zur Verfügung stünde. Natürlich spiele auch der Kostenfaktor und die Flexibilität des Schulungsanbieters eine Rolle. Dabei erkennt Mackenroth deutliche Unterschiede bei den Lösungsansätzen. „Während in kleineren Unternehmen der eine oder andere Update-Zyklus schon mal übersprungen wird, ist die Praxis in Großunternehmen, dass sich Mitarbeiter Neuerungen durch „learning by doing¿ aneignen, eher gefährlich.“ Auch bleibt als Unsicherheitsfaktor bei einer derartigen Vorgehensweise die Frage offen: Werden die Vorteile der aktuellen Versionen so auch wirklich ausgeschöpft?

Updates kommen in immer kürzeren Abständen auf den Markt. Große Anbieter wie Microsoft, Hewlett Packard oder SAP betreiben ungeachtet der Beschleunigung ihrer Versionswechsel die etablierte Produktzertifizierung. Da etwa Microsoft aber immer nur seine beiden aktuellsten Versionen zertifiziert, ziehen spätere Aktualisierungen erneut erhebliche Zertifizierungskosten nach sich.

Einen anderen Weg zeigt die „Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung in der IT Branche“, kurz APO-IT auf. „Die Schnelligkeit ist in der Systematik angelegt,“ erklärt Stefan Grundwald von Cert-IT. „Wir zertifizieren 29 unterschiedliche Profile von IT-Professionals und stellen dabei nicht auf konkrete Technologien ab, sondern auf Prozesse. Dadurch lässt sich die Schnelligkeit wieder ein Stück weit einfangen. Denn wenn Microsoft einen neuen Server herausbringt, ändert das nichts an den Profilen der IT-Mitarbeiter. Erst ein gravierender Technologiewandel würde eine Änderung oder gar komplette Neuerung der Profile erfordern. Doch selbst die wäre innerhalb kürzester Zeit zu realisieren.“

Allerdings erfordert der Erwerb dieser Art von IT-Berufszertifikat einen erheblichen Einsatz von Betrieb und Zertifikatsanwärter. Rund neun bis zwölf Monate nimmt die am Arbeitsplatz stattfindende Projektarbeit samt Prozessdokumentation und Zertifizierung in Anspruch. Bisher können sich erst 55 Absolventen als stolze Besitzer dieses im August 2003 eingeführten Zertifikats ausweisen. 400 Anwärter stehen jedoch vor der Tür. Ihnen allen wird es aber nicht erspart bleiben, sich bezüglich der kurzlebigen Produktveränderungen in ihrer Branche auf dem Laufenden zu halten. THEA PAYOME

Von Thea Payome
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