Karriere 13.05.2011, 19:53 Uhr

„Wir wollen die Mobilität junger Wissenschaftler fördern“

Das House of Young Scientists am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt junge Doktoranden und Post-Docs mit Stipendien bei ihrer Karriereplanung. „Wir wollen die Mobilität, die Vernetzung untereinander und die Eigeninitiative der jungen Wissenschaftler fördern“, erklärt Britta Trautwein, Geschäftsführerin des House of Young Scientists.

Der koreanische Wissenschaftler Sang-Gook Kim ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Produktionstechnik. In seiner Arbeitsgruppe am renommierten Bostoner Massachusetts Institute of Technology (MIT) mitarbeiten zu können, war für Matthias Schlipf wie ein Sechser im Lotto.

Der heute 32-jährige Wirtschaftsingenieur beschäftigte sich in seiner Doktorarbeit am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit Mikroproduktionstechnik und verbrachte als Promovend 2009 ein halbes Jahr am MIT. „Das hat mich nicht nur fachlich und persönlich weitergebracht – es fällt natürlich auch positiv im Lebenslauf auf“, sagt Schlipf, der heute als Assistent des Vorstands bei dem Fahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN in Augsburg arbeitet.

Dass er seinen Auslandsaufenthalt finanziell und organisatorisch so reibungslos in seine Doktorandenzeit einbauen konnte, verdankt er dem Karlsruhe House of Young Scientists (KHYS) am KIT.

Die Einrichtung entstand 2007 mit Fördergeld aus der Exzellenzinitiative und unterstützt junge Doktoranden und Post-Docs mit Stipendien bei ihrer Karriereplanung. „Wir wollen die Mobilität, die Vernetzung untereinander und die Eigeninitiative der jungen Wissenschaftler fördern“, erläutert KHYS-Geschäftsführerin Britta Trautwein. „Und zwar gleichgültig, ob der Nachwuchs in der Wissenschaft bleiben möchte oder ob es ihn in die Industrie zieht.“

„Karriereskills“ kann man hier wie dort gebrauchen: Die jungen Wissenschaftler sollen Kontakte zu etablierten Forschern knüpfen, Auslandserfahrungen sammeln und gegebenenfalls auch junge ausländische Kollegen für einen Gegenbesuch in Karlsruhe gewinnen. All dies wird finanziell unterstützt. Die Stipendien sowie ein Weiterqualifizierungsprogramm, in welchem Jung-Wissenschaftler z. B. Geld für die Teilnahme an externen Workshops und Schools erhalten – bauen zum Teil aufeinander auf. So kann auf ein Kontaktstipendium später ein Auslandsstipendium folgen und aus diesem sich wiederum ein Gaststipendium für einen ausländischen Kollegen ergeben.

Die Überlegung dahinter: Ein passabler Ingenieurabschluss allein ist kein Selbstläufer mehr. Wer Personalchefs und Institutsleiter überzeugen will, muss raus aus der Komfortzone und Engagement zeigen. Das Engagement beginnt schon bei der Bewerbung um eines der Stipendien. Britta Trautwein sagt: „Wer ein Auslandsstipendium haben möchte, muss bereits konkrete Kontakte mit der Wunschhochschule geknüpft haben, an der er arbeiten will.“

1200 Doktoranden und Postdocs – ein Großteil von ihnen Ingenieure – haben sich mittlerweile als Mitglieder im KHYS-Netzwerk registriert. Rund 200 von ihnen haben bislang ein Auslandsstipendium in Anspruch genommen. Sie haben ihre ausländischen Kollegen meistens zuvor auf Konferenzen kennengelernt oder, wie der Chemieingenieur Lars Spelter, bereits während des Studiums. Spelter verbrachte ein Auslandssemester im australischen Melbourne und nutzte diesen Kontakt später für einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt während seiner Doktorarbeit. „Die Arbeit in dem australischen Team war optimal. Ich bin dort unglaublich schnell mit meiner Dissertation vorangekommen“, schwärmt der 29-Jährige.

Ganz so weit ist die Informatikerin Nadeschda Nikitina noch nicht. Sie hat sich zunächst um ein Kontaktstipendium beworben und möchte an ein Forscherteam der britischen Universität Oxford herantreten. „Und danach würde ich gerne für ein paar Monate dort an meiner Doktorarbeit weiterarbeiten.“ Mit dem Stipendium kann sie Flug und Unterkunft bezahlen, wenn sie für erste Sondierungsgespräche nach England reist. Vorab nehmen alle Kontaktstipendiaten an Vorbereitungs-Workshops teil. „Dort lernen die jungen Wissenschaftler, wie sie erste Kontaktmails so verfassen und gestalten, dass sie Interesse für sich und ihre Arbeit wecken und sich optimal präsentieren“, sagt Britta Trautwein.

Auch nachweisbares Organisationstalent macht Eindruck auf künftige Chefs. Deshalb hat sich die Verfahrenstechnikerin Verena Goertz auf eine Ausschreibung des KHYS beworben: Gemeinsam mit drei anderen Doktoranden hat sie im vergangenen Jahr am KIT ein Ph.D.-Symposium organisiert. „Die Veranstaltung sollte Nachwuchswissenschaftlern verschiedener Disziplinen die Chance geben, über ihr Fachgebiet vor Experten zu referieren und ihren Vortrag anschließend kritisch beurteilen zu lassen.“

Goertz lud dazu externe Forscher ein sowie Wissenschaftler und Personaler des KIT. „Anschließend mussten die Symposiumteilnehmer die Veranstaltung – also die Arbeit von uns Organisatoren – bewerten. Das war sehr aufschlussreich und hat mir das gute Gefühl gegeben, auf solche Aufgaben künftig gut vorbereitet zu sein.“ Zum Beispiel in einem Unternehmen der Chemie- oder Pharmaindustrie. Dort nämlich würde sie nach ihrer derzeitigen Babypause gerne beruflich einsteigen.

MAREIKE KNOKE

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