Beim DLR arbeiten 18.06.2013, 14:45 Uhr

Wichtig ist Begeisterung für die Forschung

Der Einstieg in die Forschung kann ein hervorragendes Sprungbrett für die Karriere in der Luft- und Raumfahrt sein. Ein Gespräch mit Christian Jenssen, Leiter des zentralen Personalmarketings des DLR.

SpaceJustin – bald Ihr neuer Arbeitskollege?, fragt das DLR auf seiner Karriereseite.

SpaceJustin – bald Ihr neuer Arbeitskollege?, fragt das DLR auf seiner Karriereseite.

Foto: DLR

VDI nachrichten: Welche Art von Ingenieurinnen und Ingenieuren sucht eine Forschungseinrichtung wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)?

Jenssen: Da das DLR als Forschungseinrichtung sehr breit aufgestellt ist, suchen wir Ingenieure aus vielen Bereichen – Elektro- und Energietechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Maschinenbau, Fahrzeug- und Verfahrenstechnik oder auch Mechatronik. Sehr selten sind Wirtschaftsingenieure. Wir brauchen die, die ganz tief in ihrem Gebiet stecken und auch noch tiefer gehen, wenn sie hier in der Forschung arbeiten wollen.

Gibt es Unterschiede zwischen den Ingenieurinnen und Ingenieuren, die in der Forschung arbeiten und solchen, die große Anlagen des DLR wie Prüfstände oder Windkanäle betreiben?

In die Forschung steigen eher junge Ingenieurinnen und Ingenieure mit Diplom- oder Masterabschluss ein. In den Prüfständen und den anderen Forschungsinfrastrukturen arbeiten eher Fachhochschulabsolventen. Aber alle arbeiten immer in Teams zusammen und sind hoch spezialisierte Fachleute.

Für die Sache brennen

Welche Eigenschaften muss man mitbringen, wenn man zum DLR will?

Sie sollten eine starke Affinität zur Forschung und zu unseren Themen haben. Und sie sollten, wenn sie in die Forschung wollen, nicht vor allem materiell sondern von den Inhalten getrieben sein. Sie sollten für ihre Sache brennen.

Also auch einen gewissen Pioniergeist mitbringen?

In jedem Fall. Der ist wichtig, ebenso wie die Begeisterung für die Forschung. Im DLR wird ja an den grundlegenden Schlüsselthemen für unsere Gesellschaft in den nächsten 30 Jahren gearbeitet. Und das nicht allein in der Luft- und Raumfahrt, auch im Verkehrs- und Energiebereich. Und man muss die Bereitschaft mitbringen, im Team zu arbeiten. Gefordert ist natürlich auch ein hohes Maß an Flexibilität.

Christian Jenssen.

Christian Jenssen.

Quelle: DLR

Welchen Weg sollten junge Ingenieurinnen und Ingenieure wählen, die zum DLR wollen?

Wir bieten jährlich bis zu 700 Praktikumsplätze an, und haben im Jahr 2012 über 400 Bachelor-, Master- bzw. Diplomarbeiten betreut. Dazu kommt noch eine hohe Zahl von Doktorarbeiten, die bei uns im DLR gemacht werden können. Schon hier sollte sich das Interesse an der Forschung zeigen.

Wie viele Ingenieurinnen und Ingenieure stellt das DLR pro Jahr ein?

Wie haben einen jährlichen Bedarf von zirka 300 bis 350 Absolventen pro Jahr. Neben Ingenieurinnen und Ingenieuren sind darunter aber auch auch Physiker, Informatiker und Mathematiker. In der Regel werden die Neuzugänge erst einmal befristet eingestellt.

Deutlich über der Frauenquote

Wie hoch liegt die Zahl der Frauen?

Besser als gedacht. 2012 lag sie ungefähr bei 14 % der Mitarbeiter. Bei den jungen Wissenschaftlerinnen kommt sie schon langsam an 20 % heran, bei den Doktorandinnen nähern wir uns den 30 %. Das zeigt, dass wir z.B. mit unseren Arbeitszeitmodellen für Frauen als Arbeitgeber attraktiver werden. Wir liegen damit deutlich über der Frauenquote in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern.

Was erwartet die Ingenieurinnen und Ingenieure im DLR?

Wir haben sehr dezidierte Weiterbildungs-, Mentoren- und Talentmanagementprogramme. Dazu kommt ein Premium-Programm für Doktoranden, unser DLR-Graduate-Program. Da wird etwa das Präsentieren von wissenschaftlichen Vorträgen geübt. Wir nennen das die Promotion mit Stern. Und wenn man wirklich gut ist, kann man sein wissenschaftliches Projekt schon als 26- oder 28-Jähriger auf einem großen internationalen Kongress präsentieren. Was man also im DLR findet, ist eine Kombination aus faszinierenden Themen und Projekten mit einer in Europa einzigartigen Forschungsinfrastruktur. Das ist auch ein hervorragendes Sprungbrett für eine weitere Karriere. moc

Von Wolfgang Mock
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