VDI-Studie 04.03.2011, 19:51 Uhr

VDI: IT-Fachkräftemangel ist ein Problem

Die Lage ist kritisch, aber nicht hoffnungslos: Auf dem IT-Arbeitsmarkt fehlen zunehmend Fachkräfte. Trotzdem wird Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit im IT-Bereich letztlich positiv eingeschätzt, wie eine aktuelle Umfrage des VDI zeigt.

Noch wird nicht nach Greencards für indische IT-Spezialisten gerufen. Doch schon wird spekuliert, ob der Fachkräftemangel dem IT-Standort Deutschland schadet. Denn selbst die Rekordzahl von aktuell 184 000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Informatikern kann die verschärfte Nachfrage nicht decken, berichtete Dieter Westerkamp, Stellvertretender Leiter Technik und Wissenschaft im VDI, zum Auftakt der CeBIT. Bei der jährlichen Umfrage des VDI unter 450 IT-Experten aus unterschiedlichen Bereichen jedenfalls prognostizierten drei Viertel der Befragten, dass bis 2015 die Nachfrage nach IT-Fachkräften weiter steigen wird.

Schon heute können 16 500 Stellen nicht besetzt werden. Die meisten IT-Fachkräfte fehlen, so die VDI-Umfrage, für Software-Entwicklung (knapp 60 %), gefolgt von IT-Projektmanagement und IT-Sicherheit, Beratung/Consulting, Service/Support. Nur die Hardware-Entwicklung verfügt über günstigere Personalressourcen. Gleichzeitig rücken nicht genügend Hochschulabsolventen nach. Zwar stieg die Zahl der Studienanfänger (38 300 im Jahr 2009) und der Absolventen (19 000). Zu viele Informatikstudenten aber brechen ihr Studium vorzeitig ab, und zu dünn ist die Rekrutierungsbasis. Nach wie vor interessieren sich zu wenige Schüler für Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). „Nachwuchsförderung bleibt deshalb wichtiges Thema“, bekräftigt Westerkamp.

Mittlerweile sorgen viele Unternehmen selbst vor: Über 11 % der Befragten berichteten, dass ihr Unternehmen ausländische Fachkräfte anwirbt, „Experten aus Spanien und Portugal bieten sich an, vielleicht auch aus Irland“, vermutet Westerkamp. Als Königsweg aus dem Fachkräftemangel allerdings gilt Weiterbildung. Knapp 40 % der Unternehmen qualifizieren denn auch ihr Personal und erhöhen damit ebenso die Beschäftigungs-Chancen für ältere Mitarbeiter. 23 % bieten flexiblere Arbeitszeit- und Beschäftigungsmodelle, von denen vor allem Frauen profitieren dürften.

Jedes dritte Unternehmen reagiert mit Outsourcing von Dienstleistungen, während nur wenige mit höheren Gehältern locken. „Wenn man von einer Verschärfung des Fachkräftemangels in den nächsten Jahren ausgeht, ist bedenklich, dass schon heute für jeden fünften Teilnehmer unserer Befragung die Verlagerung von Bereichen ins Ausland ein Thema ist“, warnt Westerkamp.

Die Lage mag kritisch sein, hoffnungslos aber ist sie nicht. Schließlich benoten rund zwei Drittel der Befragten die internationale Wettbewerbsfähigkeit des IT-Standorts Deutschland mit gut oder gar sehr gut. Und jeder Vierte schätzt, dass sie sich noch verbessert. Wachstumspotenzial sieht die Mehrzahl der Befragten im diesjährigen CeBIT-Hype Cloud Computing. Knapp die Hälfte nennt ebenfalls IT-Sicherheit, integrierte IT-Systeme („embedded systems“) und Breitband-Infrastruktur als gewichtige IT-Trends und gut ein Drittel setzt auch auf die Zukunft von Intelligenten Netzen (Smart Grids).

RUTH KUNTZ BRUNNER

 

  • Ruth Kuntz-Brunner

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