Weiterbildung 11.02.2005, 18:36 Uhr

Selbstvertrauen für die Führungsrolle

VDI nachrichten – Der Master of Business Administration (MBA) ist in den USA ein Muss, und auch in Deutschland gilt er inzwischen als Karrieresprungbrett. Neben Motivation und Leistungsbereitschaft muss der Absolvent vor allem Geld mitbringen. Denn die Programme sind nicht preiswert.

Auf der anderen Seite des Atlantiks ist der Master of Business Administration hoch angesehen, in Deutschland versucht man ihn seit geraumer Zeit salonfähig zu machen.

Trotzdem ist die Verunsicherung hierzulande groß: Promotion oder lieber einige Jahre Berufserfahrung und dann den MBA?“Wer eine Führungsposition anstrebt und unternehmerische Verantwortung in einer internationalen Firma übernehmen möchte, für den ist der MBA das Richtige“, erklären die Teilnehmer einer Diskussionsveranstaltung an der Technischen Universität München.Er biete die Möglichkeit, das Spezialwissen aus dem bisherigen Studium um ein Generalstudium im Bereich Management zu ergänzen.Wer dagegen sein Fachwissen, weiter vertiefen möchte und eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sollte der Promotion den Vorzug geben.

„Wenn ich gut bin, kann ich 5 Mio. bis 10 Mio. verdienen“, sagt Axel Pretzsch, Absolvent der Harvard Business School und Chef der Pretzsch Media Group.Sein Fall ist sicherlich ein Extrembeispiel aus den USA, denn Pretzsch hatte auch das Glück, während des Internethypes viel Geld zu verdienen – nach eigenen Angaben rund 800 000 $ – und den Mut, diese Mittel in den Auf- und Verkauf von Internet-Firmen zu investieren.

„Nach meinem Abschluss bei der IESE Business School in Barcelona bekomme ich nun das doppelte Gehalt“, relativiert Bauingenieur Tobias Fuhrmann, der nach dem Studienabschluss einige Jahre beim Beratungsunternehmen McKinsey Berufserfahrung sammelte und nach dem MBA zu seinem alten Arbeitgeber zurückkehrte.Allerdings sei für ihn das Geld nicht ausschlaggebend gewesen.Wichtiger war die praxisorientierte, wirtschaftsbezogene Ausbildung in englischer Sprache, konkrete Fälle wurden im Team gelöst – was im Übrigen für alle seriösen Kaderschmieden gilt.Was zähle, seien Leistungsbereitschaft und Motivation.

Das Fazit der Diskussionsteilnehmer: „Sicher war es stressig.Dafür war das internationale Umfeld wirklich bereichernd: Man arbeitet mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammen.Wir haben sehr viel Selbstvertrauen gewonnen und gelernt, uns zu ,verkaufen‘.“Pretzsch ergänzt: „Dadurch, dass man mit Investmentbankern oder Unternehmensführern in einer Klasse sitzt, hat man automatisch Zugang zu einem Netzwerk, das einem ein Leben lang erhalten bleibt.“

Clemens Berger, Maschinenbauingenieur und seit kurzem Abteilungsleiter beim Anlagenbauer Krones AG (Neutraubling, Bayern), ist einen etwas anderen Weg gegangen.Seinen MBA hat er über den managementorientierten betriebswirtschaftlichen Aufbaustudiengang der Technischen Universität München erworben.“Man hat deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten an Jobs“, hat er festgestellt, auch wenn gerade die Mittelständler mit dem MBA noch Schwierigkeiten haben.“Es wird noch dauern, bis sie ihn anerkennen.“

Nun bieten eine Vielzahl nationaler und internationaler Institutionen Abschlüsse an.Wie findet der Interessierte den richtigen?“Der Wert liegt nicht im Titel, sondern in der Schule, an der er erworben wurde“, lautet der Hinweis von Claudia Pahlich, Co-Autorin des Buches „das MBA-Studium“.Anerkannte Ranglisten fände man in den großen wirtschaftsorientierten Zeitungen.Außerdem vergeben Organisationen wie die American Assembly of Collegiate Schools of Business (AACSB) oder die European Foundation für Management Development (EQUIS) Qualitätssiegel.Eine ausführliche Einschätzung findet sich auch auf der Homepage der Foundation for International Business Administration Accreditation, kurz FIBAA.

Den Ausschlag geben könnte jedoch ein anderer Punkt: Ein Blick auf die Kosten, vor allem angesichts des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Aufhebung des Gebührenverbots an den deutschen Hochschulen – und die Traumqualifikation MBA ist schnell ad acta gelegt.“Die Studiengebühren an europäischen Management-Schulen liegen zwischen 5000 und 63 000 „, berichtet Claudia Pahlich.“In den USA sind die Kosten nicht so transparent.Die Cornell University verlangt beispielsweise 68 000 $.Hinzu kommen die Lebenshaltungskosten.“

Stipendien gibt es zwar, sind jedoch rar.Eine andere Möglichkeit wäre, die Zusatzausbildung teilweise vom Arbeitgeber finanzieren zu lassen.Damit verbunden ist oft eine längerfristige Verpflichtung gegenüber der früheren Firma.Wer allerdings beim Einstieg ins Berufsleben das Darlehen für ein reguläres Studium abbezahlen muss – nach Berechnungen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) dürfte sich die Summe zwischen 65 000 und 90 000 bewegen -, wird sich drei Mal überlegen, ob er sich eine weitere finanzielle Belastung aufhalst.

Adresse für Stipendien
  • Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD), Kennedyallee 50, 53175 Bonn, Tel. 0228-8820.
  • Studienstiftung des Deutschen Volkes, Mirbachstr.7, 53173 Bonn, Tel: 0228/ 82096-0.
  • Carl-Duisberg-Gesellschaft (CDG), Weyerstr. 79-83, 50676 Köln, Tel: 0221-2098-0.ET

Ein Beitrag von:

  • Eve Tsakiridou

    Eve Tsakiridou ist Journalistin und Podcasterin. Sie hat Biologie und Philosophie studiert und im Bereich Hirnforschung promoviert. Das redaktionelle Handwerkszeug lernte sie bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören u.a. Technologie und Wissenschaft.

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