Karriere 16.02.2001, 17:28 Uhr

Sandra Seitz regiert die Männerwelt

„Ich bin kein Karriertyp“, behauptet Sandra Seitz. Ihr beruflicher Werdegang sagt etwas anderes. Die Stimme der 30-Jährigen hat bei DTM-Corporation viel Gewicht.

Manchmal fallen Sätze, über die lächelt Sandra Seitz nur noch nachsichtig. Sätze, wie dieser: „Ich wollte doch eine technische Auskunft. Und jetzt hat man mich mit Ihnen verbunden. Was mache ich denn nun?“ Vor fünf Jahren noch hätte Seitz geschäumt, heute sagt sie: „Ich habe ein abgeschlossenes Maschinenbau-Studium. Reicht Ihnen das?“ Die meisten Kunden der DTM Corporation nehmen diese Herausforderung an. Und dass das US-amerikanische Unternehmen, ein Hersteller von Rapid Prototyping Systemen, in Europa erfolgreich ist, dürfte auch an der Überzeugungskraft seiner „Leiterin Anwendungstechnik“ liegen. Sie ist es, die im hauseigenen Labor in Hilden den Kunden beweist, dass sich die Investition in eine sogenannte Sinterstation (immerhin ein Betrag zwischen 650 000 DM und 850 000 DM) lohnt.
Diese Versuche, „bei denen wir im Auftrag der Kunden Prototypen im Rahmen von Benchmark-Projekten herstellen und dabei Oberfläche oder Werkstoffe testen, geben meist den Kauf-Ausschlag“, sagt Seitz. Umso wichtiger ist es, die Anforderungen der Kunden zu verstehen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und entsprechend zu reagieren. „Man muss genau hinhören“, meint Seitz, „und bereit sein, auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen.“
Oft bestehen Verbesserungen nicht nur darin, das eigene Produkt zu ändern. Oft reicht es aus, wenn DTM mehr Zubehör liefert oder aber nach der Installation der Maschine zusätzliches Training anbietet. Nicht selten haben die DTM-Ingenieure zudem ihren Kollegen in den Kunden-Betrieben wertvolle Tipps für die Umsetzung der Prozesse geben können.
Es sind derlei kommunikative Fähigkeiten, die letztlich über den geschäftlichen Erfolg entscheiden. In einem schnelllebigen Markt, zu dem auch der Maschinenbau inzwischen gehört, zählt jedes persönliche Gespräch. Deshalb tourt sie regelmäßig durch Deutschland und Europa. In einer Woche sechs Stationen in sechs Ländern „ist keine Seltenheit wichtig ist, die Besuche gut vorzubereiten“. Dafür sind die vier Mitarbeiter in ihrer Abteilung zuständig. Sie fragen regelmäßig bei Kunden nach und verschicken die Fragebögen, mit denen die Geschäftsbesprechungen vorbereitet werden.
„Egal wie, Sie werden immer auffallen“, hatte ihr einst der Professor in Hannover prophezeit. Und er hatte Recht, Sandra Seitz ist ein bunter Vogel: erfolgreiche Frau in einer Männerdomäne, die Jüngste im Team und doch dessen Chefin. Wie geht das? Mit Ehrgeiz und Begeisterung selbstverständlich, aber auch mit der Fähigkeit „sich in andere Menschen hineinzuversetzen“, sagt die 30-Jährige. Sie ist sicher: „Es gibt so etwas wie weibliche Intuition. Man kann hören, was Kunden oder Mitarbeiter nicht sagen, aber meinen.“
Geplant hatte sie das alles nicht. „Ich bin kein Karrieretyp, mir ist es wichtiger, persönliche Herausforderungen zu bewältigen.“ Und so hat sie ihren Berufsweg Stück für Stück gemeistert. Erst das Maschinenbau-Studium in Hannover, damals mit der Fachrichtung Energietechnik. „Mit 19 hatte ich noch Illusionen, da wollte ich unbedingt an regenerativen Energien arbeiten.“ Dann bot sich ein Praktikum in einem Betrieb der Werkstofftechnik, und so studierte sie noch eine zweite Fachrichtung.
Als es darum ging, ein Auslandssemester zu organisieren, schaffte sie es, einen 12-monatigen Aufenthalt an der Colorado School of Mines in den USA zu organisieren, der von beiden Universitäten finanziell unterstützt wurde. Am Department of Material Science forschte sie an einem gemeinsamen Projekt zur Stahlhärtung.
Es war dieses Jahr, das ihre Liebe zu den USA prägte. Letztlich war das auch der Grund, weshalb sie kurz nach Abschluss ihres Diploms die Stelle bei der DTM Corporation bekam. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Austin, Texas, und es liegt nicht allein an ihren Sprachkenntnissen, dass sie das Angebot erhielt, bei der Muttergesellschaft zu arbeiten. „Ich habe abgelehnt“, sagt Seitz knapp. Denn „solange ich etwas bewegen kann, und das kann ich hier täglich, bin ich mich mit meiner Arbeit zufrieden“. HELENE CONRADY

Von Helene Conrady
Von Helene Conrady

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