Karriere 11.05.2007, 19:28 Uhr

Punktlandung beim Traumarbeitgeber  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 11. 5. 07, ws – Autokonzerne haben es leichter. Wenn es um attraktive Arbeitgeber steht, stehen die namhaften Großunternehmen weit oben auf der Wunschliste. Und wenn sie dann noch BMW und Porsche heißen, setzt eine unwiderstehliche Sogwirkung ein.

Punktlandung beim Traumarbeitgeber  

Punktlandung beim Traumarbeitgeber  

Martin Meyer macht kein Hehl aus den Vorteilen, die ein Sportwagenhersteller bei der Rekrutierung von Akademikern hat. „Natürlich genießt Porsche auf dem Arbeitsmarkt eine extrem hohe Attraktivität. Wir haben kaum Probleme, gute Ingenieure zu bekommen“, erläutert der Leiter des Personalmarketings beim Stuttgarter Sportwagenhersteller.

Das aber läge nicht nur an der Eigendynamik des Markenproduktes „Porsche“, sondern auch an der frühzeitigen Kontaktaufnahme zu potenziellen Führungskräften.

„Seit Jahren werben wir konsequent Studenten über Praktika an. Hinterlassen sie einen guten Eindruck, begleiten wir sie bis zum Studienabschluss. Wir laden sie regelmäßig ein und bieten ihnen Werksstudentenjobs, Auslandspraktika oder Abschlussarbeiten an. Wenn Porsche Bedarf hat, stellen wir sie nach dem Studium natürlich auch ein“, sagt Meyer. Da spielt es nur eine untergeordnete Rolle, ob die Studenten von der Fachhochschule oder der Universität kommen. Kompetenz ist gefragt.

Und die bezieht sich schon längst nicht mehr allein auf das Fachwissen, denn die wird vorausgesetzt. Meyer: „Die Zeiten, in denen der beste Fachmann die größte Karriere macht, sind passé. Softskills sind entscheidend, heben aus der Masse heraus und lassen den Potenzialträger erkennen.“

Die Devise kann also nur heißen, sich möglichst breit innerhalb des Unternehmens bilden und Fachleuten anderer Disziplinen über die Schultern schauen. So kommt es, dass Ingenieure aus der Entwicklung sich vermehrt in Vertrieb und Produktion tummeln.

Die Chancen, bei Porsche zu landen, sind nicht schlecht. Aufgrund der vierten Baureihe besteht in diesem und im nächsten Jahr erhöhte Nachfrage. „Wir schätzen, dass wir im akademischen Bereich rund 300 meist technische Fachkräfte zur Bewältigung der zusätzlichen Projekte benötigen werden“, meint Meyer.

Gefragt sind Ingenieure vor allem in Forschung und Entwicklung, aber auch in Produktion und Logistik stehen guten Leuten die Firmentüren offen. Ähnliches gilt in steigendem Maße fürs Qualitätsmanagement und den IT-Bereich.

Wer es ins Unternehmen geschafft hat und weitere Hierarchiestufen anpeilt, sollte sich nicht auf einem Karrierefließband wähnen, das ihn ganz ohne Eigenbewegung in höhere Porsche-Etagen befördert. Meyer: „Wir setzen extrem auf Eigeninitiative. Das soll nicht heißen, dass man unbedingt einen MBA oder ein externes Zertifikat vorweisen muss.“

Wer den Willen erkennen lässt, beruflich vorankommen zu wollen, erhält interne Hilfen, etwa durch die Porsche-Nachwuchsförderung. Junge Mitarbeiter, die mindestens drei Jahre im Unternehmen sind, erhalten hier den Feinschliff, der sie auf Fach- und Führungsaufgaben vorbereitet.

Wichtigster Karrierebaustein ist allerdings die Profilierung in der täglichen Arbeit, an den jeweiligen Projekten. Über Teilprojekte, die Nachwuchsförderung und die Arbeit in einer der Tochtergesellschaften im In- oder Ausland nehmen Verantwortung, Gehalt und die Aussicht auf weitere Karriereerfolge zu.

Obwohl Porsche früh auf den Nachwuchs zugeht, haben auch Initiativbewerbungen Aussicht auf Erfolg. Voraussetzung, erklärt Meyer, sei neben guten Noten das stimmige Gesamtbild. Praxiserfahrung ist wichtig und die „Automobilaffinität“, die aus der Bewerbung „herausspringt“.

Von freier Ingenieurauswahl in ausreichender Masse und Klasse möchte Ernst Baumann nicht reden. „Der Bewerbermarkt mit spezifischen Qualifikationen ist eng in Deutschland. Es wird immer schwieriger, geeignete Fachkräfte zu finden“, sagt der BMW-Personalvorstand. Der Münchner Konzern suche junge Ingenieure aus den Bereichen Elektrik und Elektronik sowie Informatiker und Maschinenbauer mit Motor-, Fahrwerks- oder Karosserieerfahrung.

Das Anforderungsprofil: „Über die Fachkenntnisse hinaus setzen wir weitere Kriterien an wie prozessorientiertes Arbeiten über Abteilungsgrenzen hinweg, Team- und Kommunikationsfähigkeit sowie Eigeninitiative. Erfahrungen aus einschlägigen Praktika sind ideal, ebenso ein Auslandsaufenthalt.“

Ähnlich wie Porsche tritt BMW über Praktika in erste Kontakte zu den Techniktalenten, um besonders guten Nachwuchs in das studentische Programm „Fastlane“ aufzunehmen.

Die Bedeutung von Softskills hebt auch Baumann hervor, solides Fachwissen aber sei weiterhin wichtigste Voraussetzung, um überhaupt zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Baumann: „Hier können wir uns ein erstes Bild über den Bewerber machen, über sein Auftreten, seine Art, mit Menschen umzugehen. Wenn er dann bei der BMW Group einsteigt, sind Fachkenntnisse und Wissen ein Schüssel zum Erfolg – Erfolge werden allerdings meist im Team erarbeitet und hier muss sich jeder einbringen und behaupten.“

Das zwischen 18 und 24 Monaten dauernde Entwicklungsprogramm „Drive“ nimmt sich allen Hochschulabsolventen und Young Professionals mit maximal drei Jahren Berufserfahrung an. Der Einsatz in der Produktion, ein Persönlichkeitsentwicklungsseminar, Workshops zu Unternehmenskultur und wichtigen Unternehmensprozessen, Vorlesungsreihen und Diskussionsforen sowie Orientierungseinsätze entlang der Prozesskette sind wesentliche Bausteine.

„Der junge Mitarbeiter entwickelt ein grundlegendes Verständnis für Prozesse“, erläutert Baumann. „Darüber hinaus ist es eine ideale Möglichkeit, um Netzwerke zu knüpfen.“ Die „Drive“-Zeit endet mit einer Leistungsbeurteilung, der Einschätzung des Entwicklungspotenzials und weiterer Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens.

Wer sich bewährt, dem kann als erste Führungsaufgabe eine Projektleitung übertragen werden. Baumann: „Hier ist der junge Mitarbeiter einem Team fachlich, aber nicht disziplinarisch vorgesetzt. Wenn er sich hier bewährt, sind Führungsaufgaben mit Personalverantwortung der nächste logische Karriereschritt. ws

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Schmitz

    Wolfgang Schmitz

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Bildung, Karriere, Management, Gesellschaft

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