Fachkräftemangel 27.04.2012, 11:57 Uhr

Offene Ingenieur-Stellen setzen Arbeitgeber unter Druck

Der Bedarf an Ingenieuren steigt und steigt. Zum einen werden Fachkräfte für expandierende Unternehmen gesucht, zum anderen fordert die demografische Entwicklung vermehrt die Rekrutierung von Nachwuchs ein. Steigende Absolventenzahlen reichen nicht aus.

Die demografische Entwicklung stellt die deutsche Industrie vor ein Problem. Jeder fünfte erwerbstätige Ingenieur kommt aus dem Alterssegment 55+. Grundsätzlich ist das eine gute Nachricht, der deutsche Arbeitsmarkt scheint auch jenen offen zu stehen, die über reichlich Lebens- und Berufserfahrung verfügen. Problematisch wird es bei einem Blick auf das andere Ende der Tabelle. Die Altersgruppe der aktiven Ingenieure, die das 35. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, ist mit 18 % deutlich unterrepräsentiert.

„Während in sämtlichen anderen Ländern Europas ausreichend jüngere Ingenieure für den demografiebedingten Ersatzbedarf bereit stehen, hat Deutschland ein gravierendes Problem“, sagte VDI-Direktor Willi Fuchs. Gemeinsam mit Hans-Peter Klös, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, stellte er die aktuelle Studie „Ingenieure auf einen Blick 2011/12 – Erwerbstätigkeit, Innovationen, Wertschöpfung“ vor.

Aktuell sind 110 400 Ingenieur-Stellen offen

Innerhalb der nächsten zehn Jahre werde ein Großteil der Ingenieure über 55 aus dem Berufsleben ausscheiden und eine deutliche Lücke hinterlassen. Bereits für den März dieses Jahres bezifferte der VDI die Zahl offener Ingenieur-Stellen mit 110 400. Im Vergleich dazu: Im Jahr 2011 lag die Anzahl nicht besetzter Ingenieurstellen durchschnittlich bei 92 000 im Monat.

Auf steigende Absolventenzahlen sollte die Industrie nicht hoffen. Fuchs machte deutlich, dass die Rekordzahl von derzeit 115 000 Studienanfängern auf zwei Sondereffekte zurückzuführen sei: Geburtenstarke Jahrgänge und doppelte Abiturientenzahlen. Gegen Ende des Jahrzehnts wird deren entspannende Wirkung auf den deutschen Arbeitsmarkt nach aktuellen Berechnungen des IW Köln nachlassen.

„An der demografischen Entwicklung können wir nichts ändern. Wir müssen aber dafür sorgen, dass technische Bildung in den Lehrprogrammen der Schulen verankert wird“, beschrieb Fuchs die Ansätze des VDI im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Er forderte erneut, technische Bildung und Betriebswirtschaftslehre in die Lehrprogramme der Schulen aufzunehmen und „die föderale Rumfummelei“ zu beenden. Der Technikstandort Deutschland dürfe seinen Schülern eine solche Bildung nicht vorenthalten.

Fachkräftemangel bei Ingenieuren schreitet fort

Ein fortschreitender Fachkräfteengpass bei Ingenieuren bedrohe nicht zuletzt das innovationsorientierte Geschäftsmodell Deutschland, waren sich Klös und Fuchs einig. Der deutschen Volkswirtschaft entstehe durch die nicht besetzten Stellen zudem ein erheblicher Wertschöpfungsverlust, allein im Jahr 2011 betrug er rund 8 Mrd. €. Die fünf Branchen mit dem höchsten Ingenieuranteil beschäftigen zwar nur rund 11,8 % der in der deutschen Volkswirtschaft Tätigen, ihr Anteil an den Innovationsausgaben läge aber bei 60,2 %.

Die Hoffnung, den Fachkräftemangel durch polnische Ingenieure einzudämmen, hat sich derweil zerschlagen. „Die Öffnung der Arbeitsmärkte bewirkte auch ein Abwerben der deutschen Ingenieure“, sagte Fuchs. Nun sollen es die Ingenieure aus den südeuropäischen Staaten richten. 

Ein Beitrag von:

  • Lisa Diez-Holz

    Die Autorin war von 2017 bis Ende 2019 Content Managerin für das TechnikKarriere-News-Portal des VDI Verlags. Zuvor schrieb sie als Redakteurin für die VDI nachrichten.

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