Karriere 09.10.2009, 19:43 Uhr

Mehr Frauen in der Wissenschaft!  

„Wir wollen, dass die Ingenieurinnen Anreize für eine Karriere in der Wissenschaft erhalten“, so beschreibt Frauke Lange von der Technischen Universität Dortmund eines der Ziele des Förderprogramms „mentoring³“. Unterstützt wird das Programm durch den Westfälischen Bezirksverein des VDI. Ab Oktober fördert die Universitätsallianz UAMR, bestehend aus den Unis Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen, nicht nur Doktorandinnen, sondern auch Postdoktorandinnen und Habilitandinnen. VDI nachrichten, Düsseldorf, 9. 10. 09, jul

Frauke Lange: Der Frauenanteil ist in allen Wissenschaftsbereichen gering, ganz besonders gering ist er aber in den Ingenieurwissenschaften. Im Maschinenbau gibt es an der TU Dortmund überhaupt keine Professorin, an der Uni Bochum gibt es nur eine Professorin in den gesamten Ingenieurwissenschaften. Damit fehlt für (angehende) Ingenieurinnen vor allem ein Rollenvorbild, das Mut macht, einen ähnlichen Weg einzuschlagen, sich auf eine wissenschaftliche Führungsposition zu wagen.

Der geringe Anteil von Frauen in den Ingenieurwissenschaften wird aber auch schon viel früher deutlich: Nur rund 14 % der Promovierenden an der TU sind weiblich. Und im Vergleich zu anderen Universitäten ist das keinesfalls das Ende der Fahnenstange. Den niedrigen Frauenanteil spüren auch wir beim Auswahlverfahren für unser Postdoktorandinnen-Programm. Gerne hätten wir viel mehr qualifizierte Ingenieurinnen im Programm, die sich eine Wissenschaftskarriere vorstellen können!

Was beinhaltet das mentoring³-Programm?

Das Förderprogramm ist auf drei Säulen aufgebaut: Mentoring, Vernetzung der Wissenschaftlerinnen und Qualifizierung. Das Programm richtet sich an Doktorandinnen und Postdoktorandinnen, die eine Wissenschaftskarriere anstreben. Diese beiden Zielgruppen erhalten aber ein voneinander unabhängiges Mentoringprogramm.

Im Programm wiegen die beiden Säulen “Mentoring“ und “Networking“ am meisten. Die “Qualifizierung“ zu akademischen Schlüsselqualifikationen macht die dritte Säule aus. Wobei das Mentoring nicht dazu da ist, die Doktorarbeit oder Habilitation zu pushen – die übrigens in den Ingenieurwissenschaften oft gar nicht mehr notwendige Karrierevoraussetzung ist – sondern, um die Karriere strategisch zu planen. Hier wird den Frauen beispielsweise Erfahrungswissen vermittelt, das sie auf anderem Wege nur sehr selten erhalten können.

Was sind die Ziele dieses Programms?

Ziel ist, den Frauenanteil in den Führungspositionen der Hochschulen zu erhöhen. Auf der individuellen Ebene will mentoring³ erreichen, dass die Doktorandinnen und Postdoktorandinnen eine klare Vorstellung von der Wissenschaftskarriere erhalten und Anreize, diesen Karriereweg einzuschlagen. Das Mindeste ist, dass wir den Frauen eine Entscheidungs- bzw. Orientierungshilfe geben. Karriereplanung und direkte Umsetzung laufen im Mentoring aber Hand in Hand.

In unserer neuen Mentoringlinie für die Postdoktorandinnen richten wir uns ganz explizit an promovierte Ingenieurinnen, die aktuell in der Industrie arbeiten und sich vorstellen können, zurück in die Wissenschaft zu kommen. Das Mentoring hilft hier, in der Wissenschaft wieder „Fuß zu fassen“ und vermittelt den ganz persönlich richtigen Weg, den Karriereschritt Wissenschaft erfolgreich anzugehen.

Was hat man sich unter „Qualifizierung“ vorzustellen?

In diesem Bereich bieten wir Seminare und Trainings zu akademischen Schlüsselqualifikationen an. Welche Inhalte diese haben, hängt von dem persönlichen Bedarf der Teilnehmerinnen jeder neuen Mentoringlinie ab. Das können z. B. Seminare sein, in denen es um die Gewinnung von Drittmitteln geht oder rund um das Thema Berufungsverfahren.

Wann wurde das Mentoring-Programm ins Leben gerufen?

Im Juni 2005 als Kooperation zwischen den Universitäten Duisburg-Essen, Bochum und Dortmund. Im Rahmen der gegründeten Uni-Allianz haben wir aus den verschiedenen Förderprogrammen eine Linie gemacht. Bisher hatten wir rund 160 Frauen im Förderprogramm für Doktorandinnen, hier sind die Ingenieurinnen eingeschlossen. Die starke Kooperation zwischen den Universitäten auch auf anderen Gebieten ist in die 2007 gegründete Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR) zusammengeflossen. Auf dieser Ebene sind wir heute auch ein Teil des großen Nachwuchsförderungsprogramms SCN-Ruhr, das sich übrigens sowohl an Männer als auch an Frauen richtet.

Das Förderprogramm wendet sich u. a. an Ingenieurinnen. Die Universität Dortmund betreut diese. Wie sieht die Unterstützung im Einzelnen aus?

Die Bedarfe der Teilnehmerinnen, bezogen auf ihr Mentoring und ihre Karrierefragen, stehen im Vordergrund und bestimmen das konkrete Programm. Neben dem Mentoring bieten wir speziell den Ingenieurinnen daher z. B. den direkten Austausch mit der Industrie als zusätzliches Angebot an. Konkret heißt das, in persönlichen Kontakt mit den Personalverantwortlichen und den Leitern in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen zu kommen.

Zum Industrieaustausch gehört aber auch, Biografien der Ingenieurinnen und Ingenieure vor Ort und das direkte Arbeitsumfeld kennenzulernen. Für die Ingenieurinnen ist das sehr wichtig, denn die Industrieerfahrung ist in den meisten Fällen eine zentrale Voraussetzung für die Wissenschaftskarriere. Besonders zu diesem Bereich bekommen wir stets wertvolle Anregungen durch den Westfälischen Bezirksverein des VDI, der das Programm seit 2007 aktiv unterstützt.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit dem VDI konkret aus?

Beate Heisterkamp vom Westfälischen Bezirksverein berät uns in allen Fragen rund um die Besonderheiten Ingenieurwissenschaften – ganz besonders, was die Ingenieurinnenwelt außerhalb der Hochschule betrifft. In diesem Jahr steht sie uns z. B. auch als Referentin am WomentourIng zur Verfügung. Der Westfälische Bezirksverein und der VDI Landesverband NRW unterstützen außerdem das Rahmenprogramm, also die Qualifizierung und Vernetzung, finanziell.

Jetzt im Oktober geht das Förderprogramm für Postdoktorandinnen und Habilitandinnen an den Start. Gibt es noch freie Plätze?

Der Auswahlprozess ist in vollem Gange. Wir werden noch vier Plätze an Ingenieurinnen vergeben, die aktuell in der Industrie arbeiten, sich aber eine Wissenschaftskarriere vorstellen können. Die Unterlagen der Bewerberinnen müssen jedoch bis Ende Oktober bei uns eingegangen sein. Alle notwendigen Unterlagen/Informationen sind unter www.mentoring-hoch3.de zu finden.

Die Auftaktveranstaltung findet am 22. Oktober am Abend in der Bochumer Ruhruniversität statt.

Welche Aufnahmekriterien müssen die Bewerberinnen erfüllen?

Im Auswahlverfahren ist für uns in erster Linie die Motivation, eine Wissenschaftskarriere einzugehen, entscheidend – mehr noch als die fachliche Qualifikation. Für das Auswahlverfahren ist daher das Motivationsschreiben der Ingenieurinnen ein ganz wichtiges Element. Natürlich ist außerdem wichtig, im Gespräch zu klären, ob Mentoring das passende Instrument für die Bewerberin ist und das Angebot zu ihren Fragen und Bedürfnissen passt.

Welche Kosten kommen auf die Anwärterinnen zu?

Die Teilnehmerinnen zahlen für das gesamte Programm, das auf zwei Jahre angelegt ist, 200 €. Bei einer Halbtagsstelle reduziert sich der Beitrag auf 120 €.

JULIA SCHLINGMANN

 

Von Julia Schlingmann

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