Karriere 23.07.1999, 17:22 Uhr

Manager: schmale Gehaltserhöhung

die Lage vieler freiberuflicher Ingenieure.

Eine große Spannbreite bei den Gehältern von Ingenieuren: Die Einkommen von Berufsanfängern streuen zwischen zwischen 60 000 DM und 80 000 DM im Jahr. Rund 80 % der angestellten Ingenieure beziehen ein außertarifliches Gehalt. Diese Zahlen hat jetzt der VDI in seiner neuesten Gehaltsanalyse vorgelegt, für die 5000 Ingenieure aller Branchen und Funktionen ihre Gehaltssituation offengelegt haben..
Einige Ergebnisse: In der Mitte des Berufslebens erzielen Ingenieure ein Jahresgehalt von rund 150 000 DM. Eine „Schallmauer“ liege bei 200 000 DM – ein Einkommen, das von rund einem Viertel der in der Industrie angestellten Ingenieure erreicht werde.
Im Durchschnitt sind einem Ingenieur in Deutschland 34 Mitarbeiter unterstellt. Von den Befragten arbeiten 16 % in der ersten Unternehmensebene (Vorstand, Geschäftsführung), 22 % in der zweiten Führungsebene.
Gesondert ausgewiesen sind in dem neuen VDI-Gehaltsreport die Einkommen der ostdeutschen Ingenieure: Dort seien Jahrreseinkommen von knapp 80 000 DM pro Jahr üblich.
Ein Schwerpunkt: die Situation der selbständigen und freiberuflichen Ingenieure. Im Durchschnitt erwirtschaften sie 660 000 DM im Jahr, der persönliche Gewinn belaufe sich auf 129 000 DM. Doch das seien Mittelwerte, die durch einige besonders erfolgreiche Unternehmen „geschönt“ würden, warnt VDI-Referent Holger Hillmer, einer der Autoren des Reports.
Einen realistischeren Einblick gibt der Median-Wert. Danach beträgt der jährliche Umsatz der Selbständigen und Freiberufler nur 250 000 DM, der persönliche Gewinn 95 000 DM. Median heißt: Die Hälfte der ermittelten Gehälter liegt unter dem entsprechenden Wert. Die meisten Aufträge für Selbständige und Freiberufler kommen aus der Privatwirtschaft. Die Tagessätze liegen in der Regel zwischen 800 DM und 1200 DM, kleinere Büros arbeiten sogar für 200 DM. Ein Tagessatz von 3000 DM sei eher die Ausnahme. Mit bescheidenen Gehaltssteigerungen, quer durch alle Branchen und Fachrichtungen, müssen sich in diesem Jahr Deutschlands Führungskräfte begnügen. Der Zuwachs liegt bei 1,7 %. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gehaltsstudie vom Verband der Führungskräfte in Bergbau, Energiewirtschaft und Umweltschutz (VDF) in Essen.
Die Erhebung gibt einen Einblick in die Gehaltssituation von Managern der großen Branchen (siehe Grafik). An der Umfrage haben sich mehr als 2200 Führungskräfte beteiligt.
An der Spitze der Gehaltsskala stehen die Führungskräfte aus der Mineralölindustrie, aus den überregionalen Energieversorgungsunternehmen (z. B. RWE, VEW, Bayernwerk) und der Gaswirtschaft. Die niedrigsten Gehälter werden in der Telekommunikation gezahlt – überraschenderweise, wie der VDF meint, denn in dieser Branche würden derzeit besonders viele Führungskräfte gesucht
Eine mögliche Erklärung: Die Telekommunikation wird von einem privatisierten Staatsunternehmen, der Telekom, geprägt. Deren Gehaltsstruktur ist aus dem öffentlich-rechtlichen System erwachsen und drücke auch auf die Bezüge der Manager bei den neuen Anbietern.
Ein Problem, das den Führungskräften unter den Nägeln brennt: die Arbeitszeit. Sie liege derzeit bei rund 50 Stunden in der Woche und ist damit deutlich höher als die tarifliche Arbeitszeit. Mit dem Hinweis, daß diese Belastung durch das höhere Gehalt abgegolten sei, wollen sich viele der vom VDF befragten Führungskräfte nicht mehr zufriedengeben. Sie erwarten, so der Verband, einen Ausgleich für ihre dauerhaft hohe Arbeitsbelastung, entweder durch Freizeit, durch mehr Geld oder eine kürzere Lebensarbeitszeit.
Auch Kienbaum hat eine neue Studie vorgelegt. Die Berater haben die Gehälter im Außendienst untersucht. Die wichtigsten Ergebnisse: Zwischen 160 000 DM und 240 000 DM im Jahr verdienen Außendienstleiter in der Regel in Deutschland, Key-Account-Manager kommen auf 120 000 DM bis 160 000 DM. Verkäufer mit mehrjähriger Berufserfahrung liegen im Schnitt bei 104 000 DM, bei überdurchschnittlichem Erfolg können sie sogar Gehälter deutlich über 150 000 DM erreichen.
Befragt wurden nicht die Beschäftigten, sondern ihre Arbeitgeber: 252 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Insgesamt liegen Gehaltsdaten von 2639 Positionen aus dem gesamten Bundesgebiet vor. Hier zeigt sich die hohe Bedeutung der variablen Vergütungsbestandteile im Außendienst. Insgesamt werden 71 % der Mitarbeiter erfolgsabhängig vergütet, in stark verkaufsorientierten Funktionen – Verkäufer, Key-Accounter, Gebiets- und Regionalverkaufsleiter – sogar um die 90 %. In einzelnen Funktionen sind bis zu 30 % der Gesamtbezüge variabel gestaltet.
H. STEIGER
Der VDI Gehaltsreport ist für 51 DM erhältlich unter der Fax-Nummer 0211/6214-575. Die VDF-Erhebung zu Gehalt und Arbeitszeit von Führungskräften ist für 10 DM zu beziehen unter der Telefonnummer 0201/77 20 11. Die Kienbaum-Erhebung zu Gehältern im Außendienst (101 S.) kostet 840 DM (+ MwSt), Bezug: Kienbaum Vergütungsberatung, Gummersbach, Tel. 02261/703-200.
Mit 50 können FH-Ingenieure noch mal mit einem Gehaltssprung rechnen.
Führungskräfte: Energie- und Mineralölwirtschaft beim Gehalt an der Spitze, die Telekommunikation ist das Schlußlicht.

Ein Beitrag von:

  • Hartmut Steiger

    Redakteur VDI nachrichten. Fachthemen: Aus- und Weiterbildung, Studium, Beruf.

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