Karriere 26.10.2007, 19:31 Uhr

Lücken im Lebenslauf auf keinen Fall verheimlichen  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 26. 10. 07, Fr – Die berufliche Entwicklung von Ingenieuren kann durchaus Schattenseiten haben, wie das letzte Karrieretelefon zeigte. Fragen zur Arbeitslosigkeit und zum Umgang mit Aufhebungsverträgen zeigten, wie schwierig diese Zeiten für die Betroffenen sind. Wichtig ist dann, dass aus Scham oder Unsicherheit keine Fehler gemacht werden. Vollkommen falsch ist hier z. B. das Verheimlichen kritischer Lebensphasen.

Der Absolvent einer Technischen Hochschule befindet sich in einer Zwickmühle. Er arbeitet seit einem halben Jahr in seiner ersten Firma und nun erhielt er plötzlich von dem Unternehmen, in dem er seine Diplomarbeit angefertigt hat, ein Stellenangebot. Diese Offerte könne er ohne Weiteres annehmen. Er sollte dann aber mindestens drei bis vier Jahre bei dem neuen Arbeitgeber bleiben, um nicht als Jobhopper dazustehen. Der Wechsel nach kurzer Zeit kann gut begründet werden, weil er bei seiner Diplomarbeit einen so guten Eindruck hinterlassen hat, dass das Unternehmen ihn zurückhaben will.

Mit einigen Lücken im Lebenslauf hatte ein anderer Anrufer zu tun. Er war in diesen Zeiten nicht untätig, hat aber als Selbstständiger im Freizeitbereich gearbeitet und nicht in seinem Beruf. Er war sich nun unsicher, ob er diese berufsferne Aktivität in seinem Lebenslauf angeben soll. Die Antwort war naheliegend: Natürlich dürfe er seine außerberufliche selbstständige Tätigkeit nicht verheimlichen. Dann könne der Personalentscheider sehen, dass der Bewerber in Phasen der Arbeitslosigkeit nicht untätig und zudem in der Lage war, ein eigenes Unternehmen zu führen.

Als Leiter Konstruktion hat ein heute 45-Jähriger in den letzten elf Jahren gearbeitet und ist nun arbeitslos. Früher war er selbstständig und überlegt deshalb nun, ob er sich wieder als „Freier Mitarbeiter“ anbieten soll. Dann könne er sich in Ruhe nach einer Führungsposition umsehen.

Er wurde daran erinnert, dass der Wechsel von der Selbstständigkeit in ein Angestelltenverhältnis schwierig sei. Er hat dies zwar einmal geschafft, könne sich natürlich nicht sicher sein, ob das noch ein zweites Mal klappt. Er solle sich recht zügig entscheiden, was er will, und dann diesen Weg gezielt weiterverfolgen.

Im Konstruktionsbereich arbeitet auch der nächste Anrufer, und zwar seit knapp drei Jahren. Jetzt wird im Unternehmen Personal abgebaut und er ist so kurze Zeit nach Ende des Studiums auch dabei. Er wird Ende November einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, mit dem dann sein Arbeitsverhältnis endet. Es interessierte ihn, ob es sinnvoll sei, sich zu diesem Zeitpunkt um eine Führungsposition zu bewerben.

Es ist nicht sinnvoll, aus einer Zwangslage heraus nach einer Führungsposition zu suchen. Vernünftiger ist es, zunächst einmal das Manko der Arbeitslosigkeit zu beheben und dann aus dem gesicherten Arbeitsverhältnis heraus den nächsten Schritt zu wagen und eine Führungsposition anzustreben.

Eine Aufhebungsvereinbarung hat auch ein weiterer Ingenieur unterschreiben, weil ihm sonst die Kündigung gedroht hätte. Er wollte wissen, ob er bei Bewerbungsgesprächen darauf hinweisen oder besser ein festes Arbeitsverhältnis vortäuschen soll.

In diesem Fall ist es besser, mit offenen Karten zu spielen und zu erläutern, warum es zu der Auflösung gekommen ist. Denn der neue Arbeitgeber würde es sicher später erfahren und dann wäre das Vertrauensverhältnis empfindlich gestört.

Ein 64-jähriger ehemaliger Geschäftsführer ist seit Kurzem arbeitslos, möchte aber gerne weiter arbeiten, ist sich der schwierigen Situation durchaus bewusst, die auch der Personalexperte bestätigt.

Erfolgreiche Geschäftsführer haben sich zu souveränen Persönlichkeiten entwickelt, die sich nur schwer unterordnen können. Denn der Anrufer zog die Möglichkeit in Betracht, nicht mehr in einer Führungsposition zu arbeiten. Ein Ansatz sei aber, als „Freier Mitarbeiter“ das erworbene Wissen anzubieten. Die Unternehmen könnten dann auf das Know-how zurückgreifen, ohne befürchten zu müssen, dass der ehemalige Geschäftsführer für Unruhe sorgt. Fr

Ein Beitrag von:

  • Gregor Frechen

    Stellvertretender Chefredakteur und Ressortleiter Management und Karriere bei VDI nachrichten. Fachgebiete: Management, Aus- und Weiterbildung, Karriere.

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