Karriere 22.06.2001, 17:30 Uhr

Leichtes Spiel für Ingenieure

Überall im Raum Basel werden qualifizierte Ingenieure gesucht. Da in der Schweiz der Arbeitsmarkt für Ingenieure ausgetrocknet ist, haben Bewerber aus Deutschland gute Chancen.

Deutsche Ingenieure aus dem Grenzbereich finden in der Schweiz leicht einen Job. Wer in Deutschland wohnt und in der Schweiz arbeiten will, braucht bloß eine Grenzgängerbewilligung. Um die kümmert sich der Arbeitgeber. In den meisten Fällen wird sie problemlos erteilt.

Für eine Aufenthaltsbewilligung ist der Papierkram zwar mühsamer und die Wartezeit länger, doch unüberwindbar sind diese Hürden nicht – die Nachfrage nach Ingenieuren ist zu groß.

Christa Berres arbeitet seit 1988, mit einem Jahr Unterbrechung, als leitende Angestellte bei Ehrsam & Ringger AG in Pratteln, Baselland. „Nach zwei Monaten hatte ich die Aufenthaltsbewilligung in der Tasche, obwohl man mich noch angesprochen hatte, ob ich nicht im Grenzbereich wohnen und eine Grenzgängerbewilligung wolle.“ Sie gab an, dass ihr der Arbeitsweg als Grenzgängerin zu weit sei.

Das reichte schon, um die nötigen Papier zu bekommen. Christa Berres lebt in Binningen, Baselland, und fährt jeden Tag mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrem Arbeitsplatz in Pratteln, etwa eine halbe Stunde Wegzeit. „Ich arbeite jetzt zum zweiten Mal in der Schweiz. Das erste Mal nach meinem Architekturstudium. Von 1998 bis 1999 zog es mich privat nach Amerika.“

Dass sie erneut in der Schweiz landete, war mehr oder weniger Zufall. Nach der Rückkehr, fand sie im Raum Freiburg keine geeignete Stelle. In der Zeitung stieß sie auf ein Inserat der Firma Ehrsam & Ringger AG, Ingenieure und Planer, und hatte den Job gleich in der Tasche. Christa Berres, die sich nach ihrem Architekturstudium auf Bauphysik spezialisierte, berät Architekten im Bereich Thermische Bauten und muss zwischendurch auch schon mal ein Gerichtsgutachten erstellen.

Qualifizierte Ingenieure, vor allem aus den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik, werden in der Schweiz gesucht wie die Nadel im Heuhaufen. „Wir brauchen dringend fähige Berufsleute“, sagt Markus Ringger, Präsident des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA). Weil an Schweizer Ingenieuren Mangel herrscht, werfen Firmenbosse gern auch einen Blick ins Ausland.

Immer öfter. Die Situation wird sich noch zuspitzen. „Das Defizit wird sich in zwei Jahren so richtig auswirken“, so Professor Peter Gonsowski. Er ist Dozent an der Fachhochschule beider Basel (FHBB) in Muttenz.

„Junge Ingenieure haben sehr gute Zukunftsaussichten im Computerbereich und in der E-Technik.“ Peter Gonsowski ist Grenzgänger und wohnt in Fischingen. Er ist in Lörrach aufgewachsen, studierte Bauingenieur in Karlsruhe und promovierte in Darmstadt – Spezialgebiet Wasserbau. Mit dieser Ausbildung waren die Karten schlecht im Raum Lörrach.

„Ich hätte nach Stuttgart oder München ausweichen müssen. Ich wollte aber in der Gegend bleiben. Hier fühle ich mich wohl.“ In Basel fand Peter Gonsowski dann eine Stelle bei der Firma Gruner AG und arbeitete dort elf Jahre. Er wechselte danach für ein Projekt nach Freiburg. „Aber mein Traum war es, in die Lehre und Forschung zu gehen.“

Die Dozentenstelle an der FHBB bot ihm diese Chance. „Ich arbeite sehr gerne in der Schweiz, obwohl die Arbeitspräsenz höher ist als in Deutschland.“ Ein angestellter Ingenieur rackert 42 Stunden in der Woche und hat zehn Tage weniger Ferien als in Deutschland.

Noch härter ist es, wenn man, wie Klaus Birmele, IT- und Kommunikationsingenieur, eine eigene Firma schmeißt. Da ist Freizeit ein Fremdwort. „In dieser Branche wird mit harten Bandagen gekämpft. Wenn ich einen Auftrag will, muss ich für den Kunden auch abends erreichbar sein.“

1995 entschloss sich Klaus Birmele, selbständig zu werden. „In Deutschland ist man in dieser Branche noch zu sehr spezialisiert. Ich habe in der Schweiz gelernt, dass man einen breit gefächerten Dienstleistungsservice anbieten muss, um wirklich kundenfreundlich zu sein.“   SIMONE KIEFER

Job-adressen

www.kiga.bs.ch – (Kantonales Amt für Industrie und Arbeit, Schweiz)

www.sia.ch – (Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein)

www.siabasel.ch – (SIA Sektion Basel)

www.usic-engineers.ch –  (Schweizerische Vereinigung Beratender Ingenieure)

www.ingkbw.de – (Ingenieurkammer Baden-Würtenberg)

SK 

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