Arbeitsmarkt und Betriebsgröße 11.06.2013, 14:29 Uhr

Kleine Unternehmen haben Probleme bei der Mitarbeitersuche

Mehr als die Hälfte aller offenen Stellen gibt es in kleinen Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten. Sie haben auch die größten Probleme neue Mitarbeiter zu finden. Eine Studie legt aktuelle Zahlen zur Personalsuche in Deutschland vor.

Auf der Suche nach Mitarbeitern: Kleinen Unternehmen fällt es schwer, Stellen zu besetzen. Eine neue Studie hat ergeben, dass sie weniger Suchwege einschlagen als die größere Konkurrenz. 

Auf der Suche nach Mitarbeitern: Kleinen Unternehmen fällt es schwer, Stellen zu besetzen. Eine neue Studie hat ergeben, dass sie weniger Suchwege einschlagen als die größere Konkurrenz. 

Foto: zefa/Sven Hagolani

Von den derzeit rund zwei Millionen Betrieben hierzulande beschäftigen rund 95 Prozent weniger als 50 Mitarbeiter. Fast die Hälfte des deutschen Personals arbeitet in einem dieser Kleinbetriebe, die insgesamt mehr offene Stellen anbieten als die mittleren und großen Betriebe zusammen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist in einer aktuellen Analyse nun der Frage nachgegangen, wie kleine Unternehmen ihre Suche nach neuen Mitarbeitern gestalten und wo diese vielleicht verbessert werden könnte.

Mitarbeitersuche blieb zu 23 Prozent erfolglos

Grundlage für die Studie waren zwei Betriebsbefragungen, die das IAB als Teil des Projektes „Analyse des aktuellen Arbeitskräftebedarfs in Deutschland“ seit 2011 im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durchführt. Dabei fiel den Forschern auf, dass sich die Personalrekrutierung insbesondere für Kleinbetriebe besonders schwierig darstellt. Fast ein Viertel der Suchprozesse nach Mitarbeitern in Kleinbetrieben wurde schließlich erfolglos abgebrochen. Die Personalsuche von mittleren Betrieben mit 50 bis 249 Mitarbeitern war dagegen nur in elf Prozent der Fälle erfolglos. Bei den großen Betrieben, in denen fast 30 Prozent aller Beschäftigten arbeiten, blieben nur zwei Prozent der Stellen unbesetzt.

Bei der Qualifikationsstruktur der Belegschaft zeigte sich, dass die Beschäftigung für qualifizierte Tätigkeiten in größeren Betrieben einen höheren Stellenwert einnimmt als in kleineren. Der allgemeine Trend zu höheren Qualifikationsanforderungen sei vor allem auf die Entwicklung in den großen Betrieben zurückzuführen, meinen die Forscher. So wären gerade aus Sicht der qualifizierten Arbeitssuchenden Kleinunternehmen meist weniger attraktiv. Das Lohnniveau sei häufig niedriger als in Großunternehmen, Systeme der betrieblichen Mitbestimmung seltener, ebenso wie Maßnahmen der Weiterbildung.

In kleinen Betrieben gab es wesentlich weniger Bewerber auf eine offene Stelle

Kleine Betriebe suchen allerdings auch auf weniger Wegen nach Personal. Während mittlere und große Betriebe durchschnittlich auf vier Wegen suchen, beispielsweise über eigene Mitarbeiter, Stellenanzeigen in Zeitungen, die Arbeitsagenturen und Online-Stellenbörsen, sind es bei kleinen Betrieben im Durchschnitt nur zwei Suchwege, fanden die Forscher bei der Befragung heraus.

Große Betriebe schreiben doppelt so häufig Stellen in Online-Stellenbörsen aus wie kleine Betriebe. Auch Stellenanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften schalten kleine Betriebe deutlich seltener, selbst die kostenlosen Dienste der Arbeitsagenturen nutzen sie weniger. So bewarben sich im Jahr der Befragung 2011 auf eine erfolgreich besetzte Stelle in einem kleinen Betrieb durchschnittlich neun Personen, von denen drei als geeignet eingeschätzt wurden. In mittleren Betrieben waren es 14 Bewerbungen, in großen Betrieben 23.  

Die IAB-Forscher leiten aus ihren Ergebnissen einige Handlungsempfehlungen für kleine Betriebe ab. Dazu zählt, Inserate für offene Stellen stärker überregional zu verbreiten, beispielsweise über Online-Stellenbörsen. Auch ein vermehrter Kontakt zur Arbeitsagentur erscheine erfolgversprechend. Nicht zuletzt sei die Mitarbeiterbindung durch gute Arbeitsbedingungen eine Stellschraube, an der kleine Betriebe drehen könnten. 

Von Gudrun von Schoenebeck

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