Produkte 27.02.2009, 19:39 Uhr

Kleine elektronische Helfer erleichtern den Alltag  

Ohne das Know-how von Elektroingenieuren wäre die Hausarbeit noch immer eine Quälerei und die Freizeit freudlos. Trotzdem bleibt noch eine Menge zu tun, um viele Geräte bedienungsfreundlicher zu gestalten. Das trifft auf Handys, Fernseher und Staubsauger gleichermaßen zu. VDI nachrichten, berlin, 27. 2. 09, fr

Noch vor wenigen Jahren war es üblich, dass Freunde und Bekannte mit ihren defekten Haushaltsgeräten in der Hand zu Hause vorbeikamen, damit der „Fachmann“ mal einen Blick darauf werfe. Bei einem defekten Eierkocher oder Radiowecker passiert das auch heute noch gelegentlich. Aber sobald die Geräte komplizierter, technisch aufwändiger werden und mit Chips bestückt sind, kommt auch vom bestens ausgebildeten Elektroingenieur meist nur ein Schulterzucken und die Bemerkung „Das lohnt sich sowieso nicht. Kauf“s neu.“

Das ärgert Elektroingenieure selbst am allermeisten, denn sie sind ja auch selbst Konsumenten. Alltagsgeräte schon beim Auftauchen des ersten Problems wegwerfen zu müssen, ist schließlich teuer. Auch wenn ein MP3-Player, eine Maus für den PC oder auch ein Schnurlos-Telefon kein Vermögen kosten, so hat man doch meistens viel Zeit gebraucht, um sich durch die Bedienungsanleitung zu arbeiten und das Gerät zu beherrschen. Wie schön wäre es deshalb, sein Fachwissen für sich selbst, die Familie und Freunde einsetzen zu können, um das Gerät noch zu retten. Die Schicksalsgemeinschaft mit Ärzten und Juristen, rund um die Uhr als persönlicher Problemlöser zur Verfügung zu stehen, hatte also durchaus etwas Gutes. Aber sie ist eben nicht mehr.

Verantwortlich dafür sind die Elektroingenieure letztlich selbst. Sie arbeiten einfach so erfolgreich, dass sich Kritik an ihrer Arbeit fast verbietet. Elektroingenieure sind schließlich die Helden des modernen Alltags. Wer wollte allen Ernstes heute noch ohne Multifunktionshandy sein, auf WLAN-Anschluss in der Privatwohnung verzichten oder auf den elektronisch gesteuerten Durchlauferhitzer, der die Duschtemperatur Sommer wie Winter schwankungsfrei hält?

Das Know-how, Geräte mit mehreren Funktionsvarianten zu entwickeln und damit den Endverbrauchern das Leben angenehm bis luxuriös zu machen, überzeugt letztlich fast jeden. Technische Laien ebenso wie Experten. Wenn es um die „erfolgreiche Weiterentwicklung unseres Landes“ geht, wird die Arbeit von Elektroingenieuren jedenfalls ganz besonders häufig zitiert und auch prämiert.

Elektroingenieure beeinflussen mit ihren Erfindungen den beruflichen und privaten Alltag

Ein Beispiel aus jüngster Zeit ist der „Deutsche Zukunftspreis“, der Ende 2008 an ein Forscherteam der Reutlinger Bosch-Tochter Sensortec ging. Die beiden promovierten Elektrotechniker Jiri Marek und Michael Offenberg wurden für die Entwicklung eines nur drei Millimeter großen Sensors ausgezeichnet, den sie gemeinsam mit dem promovierten Maschinenbauer Frank Melzer bis zur Marktreife gebracht haben.

Die reiskorngroßen Elemente reagieren beispielsweise auf Erschütterungen, sodass sich Laptop-Festplatten bei einem Sturz in Sekundenbruchteilen von selbst abschalten.

Und das ist nur ein mögliches Einsatzgebiet von ungeahnt vielen, denn die stromsparenden Sensoren können preiswert in großen Stückzahlen produziert werden. Das macht elektronische Messfühler für den Automobilbau und die Unterhaltungsindustrie besonders interessant, hieß es in der Laudatio für die Arbeit des Reutlinger Forscherteams.

Entwicklungen für die Unterhaltungselektronik sichern Arbeitsplätze hierzulande, im Fall von Sensortec sollen für die Produktion der Messfühler in den kommenden Jahren sogar 800 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden und die Zukunftsprognosen sind gut. Denn die Mini-Sensoren sollen noch weiter schrumpfen, sodass sich noch mehr potenzielle Einsatzgebiete ergeben.

Dass Sensortec als Beispiel für einen interessanten Wachstumsmarkt die Altenpflege nennt, kommt angesichts der demografischen Entwicklung nicht von ungefähr. Senioren gelten in Zukunft als dankbare Abnehmer bedienungsfreundlicher elektronischer Helfer. Aber warum eigentlich nur diese Zielgruppe? Das Problem zu dicker Finger für kleine Tasten entsteht ja keinesfalls erst im fortgeschrittenen Alter. Dasselbe gilt für Steckdosenleisten, deren Kippschalter fast immer am falschen Ende angebracht und deshalb nur mit Mühe zu bedienen sind.

Die Herausforderung, für mehr Bedienungsfreundlichkeit beim Handy zu sorgen, will inzwischen ja EU-Industriekommissar Günter Verheugen amtlich verordnen. Um EU-weit einheitliche Ladegeräte für Mobiltelefone durchsetzen, will er jetzt mit den entsprechenden Herstellern „bald Gespräche führen“, sagte Verheugens Sprecher und ergänzte: „Wir hoffen auf ein freiwilliges Handeln der Hersteller“, ansonsten müsse über entsprechende Vorschriften nachgedacht werden.

Elektroingenieure in Deutschland können über so einen Vorstoß nur jubeln. Nicht nur wegen ihres eigenen Mobiltelefons, das sie nur mit einem der mehr als 30 unterschiedlichen Gerätetypen am Markt aufladen können. Viel entscheidender für Elektroingenieure dürfte an der Verheugen-Initiative sein, dass sie Ingenieuren die Schwarze-Peter-Rolle abnimmt.

Denn technisch ist es sicher kein Problem, eine Steckdosenleiste komfortabel oder ein One-for-all-Handyladekabel zu konstruieren. Was die bequemen Anwendungen ausbremst, sind wenige Cent Mehrkosten für ein paar Zentimeter Kabel, Marketingargumente oder auch Patentgebühren.

REGINA-C. HENKEL

www.deutscher-zukunftspreis.de

Von Regina-C. Henkel
Von Regina-C. Henkel

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