Maschinenbauingenieur im Porträt 02.12.2011, 12:03 Uhr

Kai Engel ist Managementberater bei A.T. Kearney

Maschinenbauingenieur Kai Engel hat Karriere als Managementberater bei A.T. Kearney gemacht. Einen besseren Job kann er sich nicht vorstellen.

Flughafen Düsseldorf. In einer halben Stunde geht sein Flieger. Nach einem Tag beim Klienten isst Kai Engel in einer Cafeteria während unseres Gesprächs nebenbei in aller Eile ein paar Happen. Das muss reichen, bevor es weitergeht. Während es sich jetzt die meisten Deutschen nach der Tagesschau vor dem Fernseher gemütlich machen, besteigt der Berater von A.T. Kearney das Flugzeug. Drei Tage später wird er schon wieder zu einem anderen Klienten unterwegs sein. Dann warten neue Aufgaben. Trotz aller Hektik verströmt er Gelassenheit. Aber: Stillstand ist Engels Sache nicht.

Wohl auch deshalb hat er es nicht bei seinem Maschinenbaustudium (Schwerpunkt Werkstofftechnik) an der Universität Hannover belassen und an der Universität Braunschweig noch ein Diplom in Wirtschaftswissenschaften abgelegt, später als Ingenieur über Lasertechnik promoviert, am Laser Zentrum Hannover gearbeitet – um schließlich neue Herausforderungen in der Beratung zu suchen.

Der 48-jährige Kai Engel ist mittlerweile Partner bei A.T. Kearney

Das war vor 17 Jahren. Heute ist der 48-Jährige Partner bei der Management-Beratung A.T. Kearney und leitet die Operations Practice in Zentraleuropa und das globale Kompetenzteam für „Innovation und R&D-Management“. Engel hat etliche Projekte verantwortet und sich dabei einen Ruf als Experte auf den Gebieten Innovationsmanagement, Supply Chain, Produktion, Logistik und Beschaffung erarbeitet.

Viel unterwegs, ständig neue Kunden, Projekte, Themen. Stress. Schon mal den Schritt in die Unternehmensberatung bereut? „Nein, nie“, sagt Engel, „der Job macht ungeheuer viel Spaß, ist unglaublich vielseitig und abwechslungsreich wie kaum ein anderer.“ Natürlich sei es auch hin und wieder anstrengend – mit viel Arbeit und wenig Schlaf, gibt er zu. „Da fällt der Switch ins Privatleben mit meinen vier Kindern und meiner Ehefrau manchmal schwer“, sagt er. „Wenn ich jedoch sehe, wie viel ich in meinem Job bewegen kann, entschädigt das voll und ganz für den großen Einsatz.“ Als Maschinenbauer in der Industrie oder an einem Forschungsinstitut wäre sein Arbeitsleben in deutlich geregelteren Bahnen verlaufen. Wie in seiner Zeit am Laser Zentrum Hannover, wo Engel zwar rasch zum Abteilungsleiter aufstieg und große Projekte vorantrieb, doch die langfristige Perspektive war nicht spannend genug. Nach sechs Jahren war ihm klar: „Ich habe hier alles erreicht. Ein Wechsel muss her.“

Kai Engel steuerte von Anfang an die Karriere in der Unternehmensberatung an

Wie viele seiner damaligen Kommilitonen, die ebenfalls nebenher promovierten, steuerte Engel ohne Umschweife eine Karriere in der Unternehmensberatung an. Der Reiz? „Wie kaum woanders ist hier die Lernkurve besonders steil. Als Berater kann man viel in kurzer Zeit lernen“, sagt der gebürtige Hamburger. Engel ist in diversen Branchen und Industrien unterwegs, bearbeitet Projekte von der Netzwerkoptimierung über die Beschaffung bis zum Innovationsmanagement. Warum A.T. Kearney? „In den Bewerbungsinterviews habe ich mich als Techniker hier sofort am wohlsten gefühlt“, erklärt Engel. Die A.T. Kearney-Kultur sei durch und durch von einer Hands-On-Mentalität geprägt. Im Auswahlverfahren traf Engel bereits auf einige promovierte Ingenieure. Alles passte.

Und dabei ist es geblieben. Wohl auch, weil Engel neben dem Tagesgeschäft eigene Projekte anstoßen und vorantreiben kann, die ihm wichtig sind.

So initiierte er gemeinsam mit der WirtschaftsWoche den Wettbewerb „Best Innovator“, der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie seit gut acht Jahren unterstützt wird. Mehr als 1500 Unternehmen aller Branchen aus mittlerweile 17 Ländern haben seither messen lassen, wie wirksam sie ihr Innovationsmanagement betreiben.

Und für die Europäische Kommission hat Engel unter anderem gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft die Serviceplattform IMP³rove aufgebaut, die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit einer Reihe von Services hilft, ihre Innovationsfähigkeit zu steigern und damit wettbewerbsfähiger zu werden. Direkt auf der Plattform können mehr als 50 Erfolgsgeschichten nachgelesen werden.

Kai Engel sieht sich als konsequenter Optimierer

Die Devise von A.T. Kearney „Wir erfinden das Rad nicht zweimal, sondern drehen es schneller“ ist Engel wie auf den Leib geschneidert. Er ist ein konsequenter Optimierer, denkt weiter, liebt es, rasch Ergebnisse zu liefern. Und der Anspruch ist immer, wie er sagt, die Erwartungen des Kunden zu übertreffen.

Ohnehin gibt er Ingenieuren, die mit einem Job in der Beratung liebäugeln, mit auf den Weg, dass sie unbedingt kommunikativ und empathisch sein müssen. Im besten Sinne Berater eben. Wer das lebt und dazu „analytisch rigide“ agiert, „Businessdrive und Unternehmertum mit Ingenieurdenke“ verbindet, ein Problemlöser und fachlich auf der Höhe ist, der könne es als Berater weit bringen.

In seinem Umfeld sind etliche Ingenieure im Laufe der Jahre zum Partner aufgestiegen und bekleiden heute globale Schlüsselfunktionen bei A.T. Kearney. Eine Perspektive, die genauso wie das ansehnliche Gehalt lockt. Da macht Engel keinen Hehl daraus. Ebenso wenig wie er zu bedenken gibt, dass die Familie bei diesem Karriereweg schon mitziehen muss, denn Papa ist eben nicht immer zum Abendessen zu Hause. Sondern isst auch mal allein in der Cafeteria am Düsseldorfer Flughafen – oder sonst wo in der Welt.   

Ein Beitrag von:

  • Chris Löwer

    Chris Löwer arbeitet seit mehr als 20 Jahren als freier Journalist für überregionale Medien. Seine Themenschwerpunkte sind Wissenschaft, Technik und Karriere.

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