Karriere 02.07.1999, 17:22 Uhr

„Jetzt kann ich meinen eigenenMarktwert besser einschätzen“

„Meet the Best“ – unter diesem anspruchsvollen Titel des VDI nachrichten-Workshops lernten sich im Schloß Waldthausen bei Mainz 120 Top-Studenten und Vertreter von elf Unternehmen der Automobilbranche näher kennen.

Jetzt kann ich Dir nicht ganz folgen“, meint ein Elektroingenieur zu seinem Kollegen aus dem Maschinenbau. Beide erleben die ersten Minuten einer Fallstudie während des Recruiting Workshops „Berufseinstieg Automobil“. Die Aufgabenstellung des Zulieferers Brose Fahrzeugteile GmbH aus Coburg lautet: „Entwickeln Sie aus vorgegebenen Elementen ein Konzept für eine Pkw-Tür“.
Damit waren die beiden schon beim Kern der Veranstaltung, die von den VDI nachrichten organisiert wurde. In den Arbeitsgruppen, die die einzelnen Aufgaben in vier Stunden zu lösen hatten, kam es nur vordergründig auf die technischen Inhalte an. Personalexperten und künftige Vorgesetzte aus den Fachabteilungen wollten erleben, wie die jungen Ingenieure im Team zurechtkommen, wie sie ihre Arbeit organisieren und wie sie nicht zuletzt das Arbeitsergebnis präsentieren. „Am Anfang läuft es immer etwas zähflüssig an“, meinte Gerhard Dumbser, Leiter der Grundlagenentwicklung bei Brose. „Wenn sich niemand durchsetzen oder seine Vorstellungen verständlich vortragen kann, kommen sie schnell in Zeitdruck.“
Nachdem sich die erste Nervosität gelegt hat, lockert die Stimmung zusehends auf. Am Ende der vier Stunden läuft alles quasi wie von selbst, und die Ergebnisse, meint Dumbser , „sind durchweg sehr gut.“ Erstaunlich, wie selbstsicher die jungen Studenten oder eine der wenigen Studentinnen die Ergebnisse vortrugen. Wer sein Konzept gut verkaufte, ging mit Pluspunkten in die Karriergespräche am dritten Tag des Workshops. Denn daß sie eine Grundregel bereits gut beherrschen, hatten sie gezeigt: Wer Fachkenntnisse bestätigt und „Soft Skills“ zu präsentieren versteht, fällt positiv auf. Und da bei allen Kandidaten auch die Bewerbungsunterlagen stimmten, bilanzierte Karriereberater Heiko Mell, der mit Gruppen über die Karriere-Spielregeln diskutierte: „Endlich sind den jungen Leuten die Grundregeln um die Anforderungen des Berufslebens vertraut. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall.“
Erste Informationen erhielten die Bewerber bereits am Nachmittag des ersten Tages – was bei den meisten ein leichtes Aufatmen zur Folge hatte: Die Unternehmen lassen sie nicht ohne Vorbereitung ins kalte Wasser des Berufsalltags springen. VW beispielsweise begleitet den Direkteinstieg mit fachlicher Weiterbildung, Seminaren und einem Patenmodell. Und dann gibt es natürlich noch das internationale Traineeprogramm, dessen Basis, so Hans-Friedrich Andree vom Hochschulmarketing des Wolfsburger Konzerns, „ein persönlicher Entwicklungsplan ist.“
Einen individuellen Einarbeitungsplan erhalten auch die Absolventen und Young Professionals bei Brose. Das Unternehmen, das mit Fensterhebern, Türmodulen und Sitzverstellungen hohe Wachstumsraten erzielt, bietet drei Varianten an: Training on the job, Fit- und Trainee-Programm. „In allen drei Fällen“, erläutert Stefan Politis von der Brose-Personalbetreuung, „begleiten Paten, Mentoren oder Personalreferenten die jungen Ingenieure bei ihren ersten beruflichen Schritten.“
„Diese Nähe zu den Personalfachleuten und gleichzeitig zu den potentiellen Chefs aus den Fachabteilungen ist ein großes Plus des Workshops“, meinte Jochen Beck, der an der FH Schweinfurt Maschinenbau im achten Semester studiert. „Durch den direkten Dialog kann ich meinen eigenen Marktwert besser einschätzen.“ Ein weiterer Vorteil: Beim Get-together am ersten Abend waren die Unternehmensvertreter „zum Greifen nahe“. Zudem verlangten sie in den Workshops nicht nur von den Jungingenieuren Leistung, „sie stellen sich auch persönlich vor und präsentieren ihre Unternehmen mit Produkten, Umsatzzahlen und strategischen Zielen“, erzählte Beck.
So verfuhren Audi mit der Suche nach einem Outsourcing-Konzept für die technische Entwicklung des Autoherstellers oder Mannesmann VDO mit der konzeptionellen Auslegung eines Infosystems für einen Pkw. Aber auch bei diesen beiden Unternehmen galt schon wie bei Brose: Beobachtet wurden vor allem Kommunikationsvermögen, Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und Organisationstalent. Wolfgang Hock von Mannesmann VDO hatte darauf geachtet, daß die drei Gruppen paritätisch besetzt waren. Maschinenbau- und Elektroingenieure etwa waren gleichmäßig verteilt. „So ist das Team bunter gemischt, was eher der Praxis entspricht.“ Und da einige Auslandserfahrung aufweisen, zwei Teilnehmer als Assistenten an Hochschulen arbeiteten und auch ein promovierter Ingenieur dabei war, ergab sich eine spannende Mischung – anspruchsvoll für die Teilnehmer bei ihrer Suche nach einem modernen Informationssystem der Zukunft und für die Unternehmensvertreter, weil sie sich, wie Anja Maeklenburg, Leiterin des Personareferats 3 bei VDO feststellte, „mit immer anderen Persönlichkeiten auseinandersetzen mußten.“
Schloß Waldthausen bei Mainz bot hierzu einen idealen Rahmen. Die Signale der Unternehmen lassen erwarten, daß sie in den kommenden Wochen bei weiteren Gesprächen ähnlich erfolgreich sein werden wie im Januar nach dem ersten Workshop der VDI nachrichten, um so einige Personallöcher stopfen zu können. Denn die Nachfrage nach Ingenieuren ist, wie die regelmäßige Stellenmarktanalyse der VDI nachrichten zeigt, unverändert hoch.
GREGOR FRECHEN
Die nächste Veranstaltung (Recruiting Workshop „Innovation Automobiltechnik – Ihr Berufseinstieg“) steht bereits fest. Sie wird vom 20. bis 22. Oktober 1999 ebenfalls im Schloß Waldthausen bei Mainz stattfinden. Mehr erfahren Sie unter der Tel.-Nr. 0211/6188-106, über die E-Mail-Adresse mailto:Recruiting@vdi-nachrichten.com 
Meet the Best – Mehr als 120 junge, hochqualifizierte Ingenieure und Ingenieurinnen diskutierten mit Unternehmensvertretern über die Anforderungen in den ersten Berufsjahren.
Technik zum Anfassen präsentierten Unternehmen wie Brose in den Workshops. So demonstrierten Gerhard Dumbser und Johannes Schinnen an einer Pkw-Tür, worauf es in der Fallstudie ankam.

Von Gregor Frechen
Von Gregor Frechen

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