Karriere 18.05.2012, 11:56 Uhr

Introvertierte betreiben Networking nach eigenen Regeln

Überall wird karriereorientierten Menschen geraten, möglichst schnell und gutgelaunt Smalltalk zu betreiben. Doch was machen diejenigen, denen das nicht liegt? Auch Sie können mithilfe von ein paar Strategien punkten.

Networking? Bei diesem Wort winkt Daniel R. ab. „Ich bin einfach kein Sozialtier”, lacht der Informatiker. Doch leider muss er genau das jetzt sein – ein Sozialtier. Denn Daniel R. ist seit Kurzem Manager. Er arbeitet im Vertrieb einer Softwarefirma, muss Messen besuchen und mit potenziellen Kunden anbandeln.

Für den eher stillen Typ, der als Entwickler angefangen hat, keine leichte Aufgabe. Vor allem vermeintlich lockere Umtrünke lösen in ihm Fluchtinstinkte aus. „Alle stehen nur rum und warten darauf, dass jemand etwas sagt – schrecklich.“ Wenn es zu schlimm wird, tut der Nachwuchsmanager manchmal sogar so, als sei eine Mail auf seinem Blackberry eingetroffen. „So kann ich mich wenigstens ein paar Minuten abseilen!“, lacht R.

Man muss kein Networking-Weltmeister werden, um im Beruf erfolgreich zu sein

Aber verstößt das nicht gegen alle Regeln? Schließlich verkünden reihenweise Karriere-Ratgeber, dass heutzutage jeder Angestellte ein Networking-Weltmeister sein muss – online wie offline. Sylvia Löhken findet das nicht. Die 46-jährige Kommunikationstrainerin arbeitet in einem „Biotop für leise Menschen”, wie sie sagt. Ihre Kunden kommen aus IT-Abteilungen, Forschungseinheiten und Unis. Für diese oft verschlossenen Menschen hat Löhken eine gute Nachricht: „Man muss nicht extrovertiert sein, um wahrgenommen zu werden.”

Die erste Regel beim Minimal-Networking lautet: Klasse statt Masse. Sozialallergiker sollten gar nicht erst versuchen, ganze Abteilungen zu umgarnen, sondern lieber den einen, interessanten Kollegen zum Abendessen einladen. Denn nur in solchen Eins-zu-Eins-Situationen könnten Introvertierte ihre Stärken ausspielen, erklärt Coach Löhken, die ihre Erfahrungen mittlerweile in Buchform gebracht hat (Titel: „Leise Menschen – starke Wirkung”). „Wer gut zuhören kann und in die Tiefe geht, bleibt in Erinnerung.” Dagegen sollten es Introvertierte vermeiden, die Initiative in chaotischen Gesprächssituationen zu ergreifen, Löhken: „Das kostet viel Energie!”

Wenn die Überwindungskraft nur für einen Neukontakt pro Monat reicht, muss gut geplant werden: Zunächst sollte über Bekannte der Kontakt zur Zielperson hergestellt werden außerdem gilt es, vor dem Treffen Lieblingsthemen und Lebenslauf zu recherchieren. Wem solche Treffen noch zu viel sind, der kann auch Beziehungspunkte sammeln, indem er z. B. zwischen zwei Menschen in seinem Bekanntenkreis einen Kontakt herstellt.

Networking frei von Kontaktdruck ist sinnvoll

Doch was ist, wenn das Horror-Szenario trotzdem eintritt, wenn in der Seminarpause wirklich nur noch der Platz am Stehtisch mit völlig Fremden frei ist? Coach Löhken lacht: „Stehtische gehen ja noch, da kann man sich relativ diskret entfernen.” Sie rät Introvertierten jedoch grundsätzlich, sich vom Kontaktdruck frei zu machen. Wer gehen wolle, der solle gehen, so Löhken.

Weitere Erste-Hilfe-Tricks für Introvertierte: Wer kurzfristig Ruhe braucht, um den mentalen Akku aufzuladen, kann sich in einen (gepflegten) Waschraum zurückziehen. Schutz vor zu viel Kommunikation versprechen ebenfalls Warteschlangen jeder Art. Denn wer ansteht, braucht nur zwei Gesprächspartner zu bedienen – und die Konversation hat einen fixen Endpunkt. Und noch ein etwas kontra-intuitiver Tipp: Networking-Muffel sollten sich für bestimmte Aufgaben freiwillig melden, z. B. zum Namensschildchen austeilen. So ist die eigene Rolle klar definiert und einen Gesprächsanlass gibt es auch gleich.

Networking im Internet sparsam dosieren

Beim Networking im Internet raten Karriereberater eher zu einer spärlichen Dosierung. Es schade nicht, auf Profiplattformen wie Xing oder LinkedIn mit einem Profil präsent zu sein, weil man so für Headhunter auffindbar wird. Um gezielt Personen zu kontaktieren, sind die aufgebohrten Adressverzeichnisse ebenfalls nützlich. Die Plauderei auf Facebook oder Twitter dagegen bewerten Profis skeptisch. „Ein Link ist ein Link – kein Kontakt und schon gar keine Beziehung”, meint Peter Näf, Karrierecoach aus Zürich. Er hält das berechnende „Freunde”-Sammeln für überbewertet und zieht die Parallele zur realen Welt: „Allein mit einer Partyplauderei wurde noch nie ein Geschäft aufgebaut.”  

Ein Beitrag von:

  • Constantin Gillies

Stellenangebote im Bereich Verwaltung

Deutsche Bahn AG-Firmenlogo
Deutsche Bahn AG Vertrags- / Nachtragsmanager (w/m/d) keine Angabe
AGCO GmbH-Firmenlogo
AGCO GmbH Projektingenieur (m/w/d) für Produktkosten- und Wertanalyse / Cost Engineer (m/w/d) in der Entwicklung Marktoberdorf
Deutsche Rentenversicherung Bund-Firmenlogo
Deutsche Rentenversicherung Bund Elektroingenieur (m/w/d) Bereich Starkstromtechnik Berlin
Kölner Verkehrs-Betriebe AG-Firmenlogo
Kölner Verkehrs-Betriebe AG Vorstandsreferent (w/m/d) Betrieblich-technischer Bereich Köln
Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)-Firmenlogo
Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) Fachkraft für Arbeitssicherheit (w/m/d) Berlin
BRÜGGEN ENGINEERING GmbH-Firmenlogo
BRÜGGEN ENGINEERING GmbH Projektcontroller (m/w/d) Raum Mannheim
Stadt Solingen-Firmenlogo
Stadt Solingen Technischer Beigeordneter (m/w/d) Solingen
Bundesanstalt Technisches Hilfswerk-Firmenlogo
Bundesanstalt Technisches Hilfswerk Referatsleitung (m/w/d) des Referates Logistik der THW Bonn
Stadt Schorndorf-Firmenlogo
Stadt Schorndorf Bauverständiger (m/w/d) Schorndorf bei Stuttgart
Kreis Unna-Firmenlogo
Kreis Unna Ingenieurin / Ingenieur (w/m/d) Fachbereich Mobilität, Natur und Umwelt, Sachgebiet Wasser, und Boden Unna

Alle Verwaltung Jobs

Top 5 Arbeitsmar…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.