Geringste Einkommen im Osten 14.03.2014, 15:20 Uhr

Ingenieureinkommen stiegen 2013 um 2,2 %

Ingenieure haben 2013 ihre Einkommen um durchschnittlich 2,2 Prozent steigern können. Das geht aus der neuesten Gehaltsstudie der VDI nachrichten hervor, die sich auf die tatsächlichen Einkommensdaten von 11.986 Ingenieuren stützt. Weiterhin hoch ist die Arbeitsbelastung von Ingenieuren: 69 Prozent arbeiten deutlich länger als tariflich vereinbart.

Ingenieure beim Bohren des Gotthard-Tunnels in der Schweiz: Die Einkommen von Bauingenieuren gingen 2013 gegen den Trend zurück.

Ingenieure beim Bohren des Gotthard-Tunnels in der Schweiz: Die Einkommen von Bauingenieuren gingen 2013 gegen den Trend zurück.

Foto: Bilfinger

Laut Studie verdienten Ingenieure mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung 2013 im Schnitt 59.800 Euro, das waren rund 1300 Euro mehr als 2012. Allerdings war die Einkommensentwicklung je nach Branche höchst unterschiedlich. Die stärksten Einkommenszuwächse hatten die Ingenieure bei Energieversorgern (plus 5,4 %), in der Elektroindustrie (4,7 %) und der Informationstechnologie (3,1 %), berichtet die Wochenzeitung in ihrer neuen Ausgabe.

Geringere Einkommen am Bau

Dagegen gingen die Einkommen am Bau um 1,8 Prozent oder 1000 Euro auf im Schnitt 52.200 Euro zurück. Selbst bei den Ingenieurbüros und Dienstleistern, die mit 47.500 Euro die geringsten Gehälter zahlen, ging das Niveau um weitere 0,4 Prozent nach unten. Auch in der Chemie gab es ein kleines Minus von 0,4 Prozent. Allerdings liegen in der Chemieindustrie die Durchschnittseinkommen trotzdem mit einem Jahreseinkommen von 70.300 Euro mit Abstand an der Spitze aller Ingenieurbranchen. Nach der Chemie verdienen Ingenieure in der Autoindustrie (64.000 Euro), im Maschinen- und Anlagenbau (61.600 Euro) sowie in der Elektroindustrie und bei Energieversorgern (je 60.000 Euro) am besten.

Die Arbeitszeitbelastung von Ingenieuren liegt deutlich über der tariflichen Arbeitszeit.

Die Arbeitszeitbelastung von Ingenieuren liegt deutlich über der tariflichen Arbeitszeit.

Foto: VDI nachrichten

Stark unterschiedlich sind die Einkommen weiterhin nach Regionen. So liegen die Einkommen in Ostdeutschland weiterhin deutlich unter denen im Westen. Die geringsten Einkommen erhalten Ingenieure in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit weniger als 40.000 Euro im Jahr. Die höchsten Einkommen erzielten die Ingenieure in den Ballungsräumen Stuttgart (58.000 Euro), an Rhein und Ruhr (57.600), Nürnberg/München und im Rhein-Main-Gebiet.

Arbeitszeitbelastung weit über Tarif

Interessant ist auch die Entwicklung der Arbeitszeit. Obwohl 83 Prozent der Ingenieure eine tarifliche Wochenarbeitszeit zwischen 36 und 40 Stunden haben, arbeiten in diesem Rahmen tatsächlich nur knapp 29 Prozent. 47 Prozent kommen dagegen wöchentlich auf 41 bis 45 Stunden, 22 Prozent arbeiten noch länger. Immerhin ist die hohe Arbeitsbelastung in den vergangenen fünf Jahren etwas gesunken: Arbeiteten 2008 noch 32 % aller Ingenieure mehr als 45 Stunden wöchentlich, waren es im vergangenen Jahr nur noch 22 %.

Die Einkommensstudie der VDI nachrichten ist die größte Gehaltsstudie für Ingenieure in Deutschland. Die komplette Studie „Ingenieureinkommen 2002 – 2013“ ist als Buch und CD-ROM erhältlich. Sie kann ab sofort im Internet bestellt werden unter www.vdi-nachrichten.com/studien.

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