Dienstleister 25.06.2010, 19:47 Uhr

Ingenieure werden Kollegen auf Zeit

Arbeitnehmerüberlassung nennen es die einen, Leiharbeiter die anderen. Egal, wie man es nennt: Know-how und Arbeitskraft auf Zeit zu nutzen, setzt sich in Deutschland im Ingenieurbereich durch. Das zeigt eine Studie des Personaldienstleisters Hays AG. Die Anforderungen an den externen Ingenieur sind hoch.

Externe Ingenieure sind gefordert, in Auf- und Ausbau ihres technischen Spezialwissens zu investieren. Teamfähigkeit und Integrationswille sind zudem ein „Muss“.

Eine schnelle und reibungslose Integration der externen Ingenieure in bestehende Teams ist von zentraler Bedeutung für den Einsatzerfolg, stellt aber gleichzeitig eine große Herausforderung dar.

Dies sind zwei Hauptaussagen der Studie „Externe Ingenieure 2010 – eine Bedarfsanalyse“. Die jetzt veröffentlichte Arbeit wurde von Berlecon Research im Auftrag des Personaldienstleisters Hays, Mannheim, durchgeführt.

Für die Studie wurden Anfang 2010 Fachbereichsleiter von 161 Unternehmen in Deutschland aus Branchen mit großer Ingenieurdichte befragt. Kleinere Unternehmen (250 bis 499 Mitarbeiter), mittlere Unternehmen (500 bis 1000 Mitarbeiter) und große Unternehmen (mehr als 1000 Mitarbeiter) sind je zu einem Drittel in der Stichprobe vertreten.

Laut Ergebnis der Umfrage werden externe Ingenieure in Unternehmen aller Größenklassen gleichermaßen eingesetzt. Auch die verschiedenen Vertragsformen sind ähnlich weit verbreitet: So setzen 28 % der Unternehmen freiberufliche Ingenieure auf Basis eines Dienst- und 24 % auf Basis eines Werkvertrags ein. Ingenieure via Arbeitnehmerüberlassung nutzen 28 %.

Der Einsatz externer Ingenieure ist laut Studie in Deutschland bei jedem zweiten Unternehmen etabliert. In jedem dritten Unternehmen liegt der Anteil der externen gegenüber den fest angestellten Ingenieuren bereits bei über 10 %.

Der Bedarf an externen Ingenieuren wird laut Hays/Berlecon kurzfristig steigen, vor allem im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung. Mittelfristig geht ein Drittel der Unternehmen davon aus, dass sich ihre Personalstrukturen zugunsten flexibler Beschäftigungsformen verändern werden.

Mit dem Einsatz externer Ressourcen überbrücken Unternehmen „sehr schnell und flexibel Ressourcen-Engpässe und Auftragsspitzen“. Dies betonen drei Viertel der Befragten. Knapp zwei Drittel sehen in externen Ingenieuren eine kostengünstige Alternative, Spezialwissen zeitlich befristet zu nutzen, ohne es intern vorhalten zu müssen.

Flexibilität und Kostenvorteile sind folglich die beiden wichtigsten Treiber, wenn Unternehmen auf externe Ingenieure setzen.

Die zentrale Herausforderung für Unternehmen ist aber die lange Einarbeitungszeit, die externe Ingenieure benötigen (62 %). Für ein Drittel der Befragten spricht zudem das Kosten-Nutzen-Verhältnis gegen ihren Einsatz. Dagegen ist ein Betriebsratsveto nur bei 5 % ein Grund, keine externen Ingenieure einzusetzen.

Für einen erfolgreichen Einsatz externer Ingenieure sind vor allem „weiche Faktoren“ ausschlaggebend: Der Integrationswille der externen Ingenieure ist für die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen (83 %) von zentraler Bedeutung, um die Vorteile des Einsatzes zu realisieren. Über drei Viertel der befragten Führungskräfte betonen, dass die Externen zudem von den Festangestellten akzeptiert werden müssen. Ebenfalls eine breite Mehrheit (82 %) schätzt definierte Prozesse und Regeln beim Umgang mit externen Ingenieuren als wichtigen Erfolgsfaktor ein.

Die Anforderungen an die externen Ingenieure sind hoch. Bemerkenswert ist, dass Teamfähigkeit, technisches Spezialwissen und projektrelevante Erfahrung bei der Auswahl von Externen ein im Saldo weitaus höheres Gewicht beigemessen wird als bei der Auswahl von Festangestellten.

Besonders deutlich zeigt sich die unterschiedliche Gewichtung von Kriterien beim technischen Spezialwissen. Knapp die Hälfte der Befragten misst diesem Faktor bei der Auswahl von externen Ingenieuren höhere Bedeutung bei als bei der Festanstellung. Ingenieure, die sich am externen Markt behaupten wollen, müssen folglich in die Aneignung entsprechender Kenntnisse investieren. Da technisches Spezialwissen immer schneller veraltet, ist es nicht überraschend, dass knapp 80 % der Unternehmen eine regelmäßige Weiterbildung der externen Ingenieure in technischen Spezialthemen für unabdingbar halten. Externe Ingenieure, die sich bei Unternehmen erfolgreich bewerben wollen, sollten sich insbesondere in branchenspezifischen Themen weiterbilden.

Dass Externe sich nicht so mit der Firma oder einem Projekt identifizieren wie früher, da noch Generationen beim gleichen Arbeitgeber ihr Geld verdienten, dementiert Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender des Personaldienstleisters Hays.

Der Chef von Hays sieht das Engagement aus einem anderen Blickwinkel: „Die Identifikation gilt dem eigenen Berufsbild. Hier fachlich voranzukommen sowie vielfältige Erfahrung zu sammeln, auf der Höhe der Zeit in meiner Disziplin zu sein und Dinge zu gestalten, ist Ingenieuren wichtig.“ R. SCHULZE

Von R. Schulze
Von R. Schulze

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