OECD-Staaten im Vergleich 04.03.2014, 12:06 Uhr

In Deutschland sind 72 Prozent aller Frauen berufstätig

Die Lage der Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich überdurchschnittlich verbessert: 72 Prozent aller Frauen in Deutschland sind berufstätig, das sind neun Prozentpunkte mehr als im Jahr 2000. 

72 Prozent aller Frauen im erwerbsfähigen Alter gehen einer Berufstätigkeit nach. Damit hat sich die Lage der Frauen auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessert, so das Ergebnis einer PwC-Studie.

72 Prozent aller Frauen im erwerbsfähigen Alter gehen einer Berufstätigkeit nach. Damit hat sich die Lage der Frauen auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessert, so das Ergebnis einer PwC-Studie.

Foto: Vodafone

Wie aus der Studie „Women in Work“ der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft PwC hervorgeht, hatten im Jahr 2012 etwa 72 Prozent der erwachsenen Frauen einen Job. Im internationalen Vergleich der 27 OECD-Staaten liegt Deutschland damit auf Rang acht und hat sich um einen Platz verbessert. Damit haben Frauen bei der Beteiligung am Arbeitsmarkt in Deutschland aufgeholt.

Im Jahr 2000 – dem ersten Jahr der Erhebung – lag Deutschland noch auf dem 18. Platz. Den ersten Platz des Rankings belegt von Anfang an Norwegen mit 78 Prozent berufstätiger Frauen. Es folgen die skandinavischen Länder Schweden und Dänemark.

Der jährlich gemessene „Women in Work“-Index misst die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung von fünf Kriterien: geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede, Erwerbsbeteiligung von Frauen, Lücke zwischen weiblicher und männlicher Erwerbsbeteiligung, Arbeitslosenrate der Frauen, Anteil der Frauen in Vollzeitjobs. Deutschland hat sich in allen Kategorien verbessert.

Zu wenige Frauen in Führungspositionen

„Deutschland ist auf einem guten Weg, dass vollständige Gleichberechtigung von Frauen auch für das Berufsleben gilt“, sagte Petra Justenhoven, Vorstandsmitglied von PwC Deutschland. „In Führungspositionen sind Frauen aber nach wie vor unterrepräsentiert.“

PwC „Women in Work“-Index

PwC „Women in Work“-Index

Foto: PwC

Immer weniger DAX-Konzerne beschäftigen weibliche Vorstände. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ermittelte einen Rückgang von 7,8 auf 6,3 Prozent Frauen in Führungspositionen im vergangenen Jahr. Um den Anteil der Frauen zu erhöhen, wird aktuell über Frauenquoten diskutiert. In Norwegen hingegen sind die Spitzenpositionen von Unternehmen zu 40 Prozent mit Frauen belegt.

Nach wie vor gibt es Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern in Deutschland. Außerdem haben es Frauen schwerer, eine Vollzeitbeschäftigung zu erlangen.

Mehr Frauen arbeitslos in südeuropäischen Krisenländern

Schlechter dran als in Deutschland und in Skandinavien sind Frauen in den südeuropäischen Krisenländern Spanien, Portugal und Griechenland. „In diesen Staaten ist die Arbeitslosigkeit unter Frauen deutlich stärker angestiegen als unter Männern. Frauen sind in wirtschaftlichen Krisen also noch immer besonders hart betroffen“, so Petra Justenhoven.

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