Arbeitsmarkt 24.11.2006, 19:25 Uhr

Im Einklang mit Mensch und Maschine  

VDI nachrichten, Karlsruhe, 24. 11. 06, jul – Die positive Konjunktur beschert Maschinenbauingenieuren beste Jobaussichten. Wer nicht den klassischen Weg gehen will, findet eine Reihe von Alternativen. Was macht beispielsweise ein Maschinenbauer bei Berufsgenossenschaften, beim Berufsgenossenschaftlichen Arbeitsmedizinischen und Sicherheitstechnischen Dienst (BAD) und beim TÜV? Die VDI nachrichten haben nachgefragt.

Der Leiter Forschung der BAD GmbH in Bonn, Ulrich Mattke (48) sagt: „Mit mir haben Sie sich einen Vogel ausgesucht, der eine bewegte Berufsbiografie hat.“ Ulrich Mattke hat allgemeinen Maschinenbau an der RWTH in Aachen studiert. Nach Ende des Studiums 1988 erhielt er ein Promotionsstipendium und ging ans Forschungszentrum Jülich. „Das war genau zu der Zeit, als die Kerntechnik in Deutschland – vor allem wegen Tschernobyl 1986 – sehr in den Schlagzeilen war“, erinnert sich Mattke.

Die Anlagen wurden heruntergefahren, Mattke musste sich etwas anderes suchen. Ein Jahr arbeitete er als stellvertretender Leiter bei einem Aachener Ingenieurbüro an Planungen im Bereich nicht-nuklearer Kraftwerkstechnik, dann trat er eine Stelle als Oberingenieur im Bereich Arbeitssicherheit an der Bergischen Uni in Wuppertal an.

Über zehn Jahre lang bildete er Sicherheitsingenieure aus, bevor er vor dreieinhalb Jahren zur Bonner BAD GmbH ging. BAD steht für Berufsgenossenschaftlicher Arbeitsmedizinischer und Sicherheitstechnischer Dienst. Die BAD ist in Sachen Forschung gleichzeitig Auftraggeber und -nehmer von Projekten. Der Forschungsmanager Ulrich Mattke koordiniert die Projekte, stellt Teams und Budgets zusammen und arbeitet an Forschungsberichten mit. Ziel der BAD-Forschung ist es, anwendbare Instrumentarien für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zu entwickeln.

Der Uni Wuppertal ist er bis zum heutigen Tag als Lehrbeauftragter für Sicherheitstechnik und Arbeitssicherheit treu geblieben. „Die Kombination aus Lehre, Forschung und Praxis hat für mich einen besonderen Reiz.“

Szenenwechsel: Sollte der TÜV jemals das Image einer Behörde gehabt haben, dann ist das längst Vergangenheit. Erstens, weil der TÜV eigentlich nie eine Behörde war und zweitens, weil die drei großen, voneinander unabhängigen TÜV-Unternehmen TÜV Süd, TÜV Rheinland und TÜV Nord inzwischen Global Player sind. Ihre Wurzeln haben die Technischen Überwachungs-Vereine im regionalen „Dampfkessel-Überwachungs-und Revisions-Verein“ (DÜV), der vor 140 Jahren in Mannheim von Industrieunternehmen gegründet wurde, die die industrielle Entwicklung sicherheitstechnisch flankieren wollten. Die TÜVs beschränkten sich jedoch sehr bald nicht mehr nur auf Dampfkessel, es kamen weitere Tätigkeitsfelder hinzu. Heute bearbeitet z. B. der TÜV Süd drei Themenfelder: Mobilität („Auto Service“), Mensch (Bildung, Management, Gesundheit) und Industrie (Anlagen, Energie, Produktsicherheit).

Konstantin Mentis (46) ist in der Geschäftsleitung der TÜV Süd – Auto Service in Stuttgart tätig. An der FH Reutlingen wurde er zum Maschinenbauingenieur ausgebildet, 1986 schloss Mentis sein Studium ab. Was bewog Mentis 1989, zum TÜV zu gehen? „Mich reizte es, Technik, die im Einsatz ist, sowohl im Detail, als auch übergreifend zu beurteilen“, sagt Mentis.

Angefangen hat Mentis als amtlich anerkannter Fahrzeug-Sachverständiger an der Prüfstation in Tübingen. Inzwischen habe sich der TÜV, so Mentis, rundum modernisiert – eine TÜV-Prüfstelle heißt heute TÜV-Service-Center – und auf Kundenfreundlichkeit ausgerichtet. Diesen Umbau managte Mentis in verschiedenen Service-Centern und war auch an der bundesweiten Neustrukturierung des Unternehmens beteiligt.

TÜV Süd ist heute nicht nur bundesweit mit Schwerpunkten in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Hessen und Hamburg aktiv, sondern auch im europäischen Ausland und in Asien.

„Es besteht ein großer Bedarf an gut ausgebildeten Leuten, die bereit sind, neue Wege zu gehen“, betont Mentis. TÜV Süd sei auf Wachstumskurs und brauche dafür Ingenieur-Know-how. Jedes Jahr werden etwa 300 Ingenieure eingestellt. Wie würde Mentis einem Absolventen die Tätigkeit bei TÜV Süd schmackhaft machen? „Mit der großen Bandbreite der Tätigkeiten und besten Entwicklungsmöglichkeiten, auch aufgrund der Internationalisierung, die wir vornehmen.“

Nicht weniger attraktiv ist die Arbeit bei der Berufsgenossenschaft Metall Süd (BGMS) mit Sitz in Mainz, wo insgesamt 1482 Mitarbeiter beschäftigt sind, davon 140 Ingenieure. Die meisten haben ein Maschinenbaustudium mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten abgeschlossen. Neben dem Hochschulabschluss muss man aber mindestens drei Jahre Berufserfahrung mitbringen, um bei der Berufsgenossenschaft angestellt zu werden.

Detlef Guyot (38) hat von 1988 bis 1993 an der Uni Karlsruhe (TH) Maschinenbau studiert. Danach arbeitete er bei zwei Unternehmen im Energiesektor, viereinhalb Jahre später wechselte er zur BGMS. „Spannend fand ich,“ erläutert Guyot seine Motivation, „Menschen zu helfen, die durch Arbeitsbedingungen einen Arbeitsunfall oder eine Erkrankung erlitten haben – beziehungsweise dies im Vorfeld zu verhindern.“

Die genaue Berufsbezeichnung von Guyot, der auch Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Verein Deutscher Revisionsingenieure e.V. (VDRI) ist, ist „Aufsichtsperson“. Bevor er allerdings die „Aufsicht“ in der Praxis übernehmen konnte, musste er eine zweijährige Vorbereitungszeit mit abschließender Prüfung absolvieren. Schritt für Schritt wurde er so an seine Aufgaben herangeführt.

Heute verbringt Guyot rund 50 % seiner Arbeitszeit im Außendienst, besucht Unternehmen und berät in Sachen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, überprüft Produktions- und Arbeitsbedingungen, untersucht Arbeitsunfälle oder Verdachtsfälle auf Berufskrankheiten. Die in den Betrieben gewonnenen Erkenntnisse des Arbeits- und Gesundheitsschutzes gibt er in Seminaren an Unternehmer und Arbeitnehmer weiter.

„Dieses große Spektrum macht meine Arbeit so interessant“, sagt Guyot. „Wir müssen uns auch mit den neuesten Arbeitsverfahren auskennen. Damit wir immer auf dem aktuellen Stand der Technik sind, bieten unsere Berufsgenossenschaft und der VDRI ein umfangreiches Weiterbildungsangebot an.“

Die BGMS ist einer von 26 gesetzlichen Unfallversicherungsträgern der gewerblichen Wirtschaft. Typische Mitgliedsbetriebe sind Autohersteller wie Opel und DaimlerChrysler, Automobilzulieferer, Maschinenbaubetriebe, Kfz-Werkstätten und Metallbauer. In Zahlen sind das rund 70 000 Betriebe mit 1,9 Mio. Versicherten. „Wir verstehen uns als Dienstleister für die Betriebe“, betont Guyot, deshalb seien er und seine Kollegen in den meisten Fällen dort auch gerne gesehen. „Die Unternehmer haben erkannt“, fährt Guyot fort, „dass der Arbeitsschutz einen hohen Stellenwert hat. Je besser die Prävention, desto zufriedener sind die Mitarbeiter und mit geringen Fehlzeiten sinken auch die dadurch entstehenden Kosten.“

Ein Beitrag von:

  • Klaus Heid

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