Karriere 16.04.2004, 18:29 Uhr

Hinter welchem Klick wartet der richtige Job?

So schön sich die neue Online-Welt ins Bild setzt, so kompliziert wird sie auf der Suche nach einem neuen Job. Sinnvoll sind elektronische Stellenmärkte nur dann, wenn sie die klassischen Elemente eines Bewerbungsprozesses ergänzen.

Für die Suche nach einem Einstiegsjob hatte Jörg Hamann, 26, einen gemütlichen Samstag im vergangenen Oktober reserviert. Spätestens in diesem April nämlich wollte der Luftfahrtelektroniker im letzten Semester hinaus in die weite Welt, am liebsten an einem möglichst spannenden Projekt mitarbeiten. Befristet oder nicht, ansehnliches Gehalt oder nicht, in den USA, in Australien oder in Malaysia – alles Nebensache, nur raus ins Ausland. Der Anfang war schnell gemacht: Über die Internet-Adresse www.crosswater-systems.com fand er 511 Online-Stellenbörsen in 92 Ländern. Aber dann ging die mühsame Klickerei los: Ein Land auswählen, eine nationale „job site“ auswählen, Sprache auswählen, das Schlagwort „Engineering“ auswählen, die von Börse zu Börse unterschiedliche Profilmaske ausfüllen, noch mal überprüfen, abschicken, und das Ganze 46 Mal, denn Hamann war nicht wählerisch.
Nach elfeinhalb Stunden knipste er den PC aus. Heraus kam – gar nichts. Kein spannendes Projekt, kein Dauerjob, noch nicht einmal eine Antwort von den angeschriebenen Börsen wie www.AviaNation.com, www.technojobs.com und www.Aviationjobsearch.com. Der Ingenieur, seit Februar in München tätig, ist heute noch sauer: „Entweder gab es diese Jobs überhaupt nicht und die Sites wollten nur Werbegelder abzocken, oder meine Bewerbungen sind irgendwo im Internet verschollen.“
Wohl wahr. Der Einfachheit der elektronischen Jobsuche – keine Grenzen, keine Kosten, kein Zum-Briefkasten-laufen – steht die Schwierigkeit entgegen, darüber tatsächlich einen Stelle zu finden. Eine kleine Stichprobe mit zehn (fiktiven) Bewerbungen in der letzten Woche an in- und ausländischen Stellenbörsen brachte bisher nur eine Rückmail – vom Host-Server: „URL not found“. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, greift auf www.google.com oder das gute, alte Telefon zurück. Wenn man aber schon telefonisch nach der neue Web-Adresse fragt, kann man sich auch gleich nach einem Einstiegsjob erkundigen und das Ausfüllen der Suchmaske sparen.
Mit dem Einstellen seines Profils in eine Online-Stellenbörse hinterlässt man kaum mehr als eine Visitenkarte, verbunden mit dem Wunsch, ein Arbeitsplatzanbieter möge sich doch bitte melden: „Hallo – sieht mich jemand?“ Die Chancen dafür stehen heute deutlich schlechter als in den Jahren, da händeringend nach Ingenieuren und Technikern gesucht wurde. Deshalb, so der dringende Rat von Personalreferentin Carola Feller vom VDMA: „Man muss heute mehrgleisig fahren, um einen Einstiegsjob zu finden. Nicht nur auf die Stellenbörsen vertrauen, sondern selbst aktiv werden. Die Strategie Nummer 1 heißt heute Kontakte suchen und Netzwerke aufbauen.“
Denn die elektronischen Stellenbörsen sind nichts anderes als riesige Datenbanken, in die Jobsuchende ihren Lebenslauf, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten eingeben. Nur wenn ein Arbeitgeber nach bestimmten Eckpunkten wie Fächerkombinationen, Alter und Berufserfahrung sucht und genau die im Profil genannt sind, kommt es zur virtuellen Begegnung von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage.
Von der Möglichkeit, sämtliche gespeicherten Ingenieurprofile anzuschauen und danach zu entscheiden, mit einem Bewerber in Kontakt zu treten, macht kaum jemand Gebrauch. Das Verfahren ist viel zu zeitaufwändig. Außerdem kommen, vor allem bei großen Firmen, täglich Initiativbewerbungen an. „In den Online-Stellenbörsen sucht ein Arbeitgeber nur dann, wenn er Mitarbeiter mit sehr speziellem Wissen und Erfahrungen braucht“, sagt Stefan Behnke, Leiter des Bereichs Ausland bei der Roediger Vakuum und Haustechnik GmbH in Hanau. Er selbst nutzt die Börsen gerne, um Mitarbeiter für ein Auslandsprojekt zu suchen.
Deshalb kennt er auch ihre Grenzen. In den letzten 15 Monaten suchte er einige Ingenieure für den Vertrieb, Bedingung war sehr gutes Englisch. Besonders enttäuscht hat ihn die Börse des Arbeitsamtes (www.arbeitsagentur.de). Behnke: „Da gibt es erstens keine spezielle Ingenieurbörse, zweitens fehlen die wichtigen Schlagworte ‚Vertriebsingenieur’ und ‚Anlagenbau’, drittens kann man als Arbeitgeber nicht nach Fremdsprachenkenntnissen selektieren und viertens werden bei der Suche nach Ingenieuren auch Meister und andere Berufe angezeigt. Überdies ist die Manövrierung sehr umständlich.“ Über ähnlich schlechte Erfahrungen, freilich auch mit anderen Börsen berichtet Carola Feller vom VDMA. Auch sie beklagt vor allem die unzureichende „Verschlagwortung“, die es schwierig mache, gezielt nach passenden Kandidaten zu suchen.
Dafür hat Dr. Hanspeter Luitpold, Frankfurter Verleger und Vorstand von www.stellenmarkt.de, eine Erklärung: „Die allgemeinen Stellenbörsen sind kaum in der Lage, alle Ingenieurgruppen darzustellen“, sagt er. „Aber bei Einstiegsjobs für Ingenieure wird meist auch nicht so spezifiziert.“ Sein Tipp für Berufsanfänger: „Je breiter ich suche, desto eher sollte ich mein Profil in eine große, allgemeine Börse einstellen. Je spezialisierter ich aber bin, desto besser eignen sich die Online-Fachbörsen.“ CHRISTINE DEMMER

 

Von Christine Demmer

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