Porträt: Martin Wagenhals 07.12.2012, 20:10 Uhr

Happy End beim Wunscharbeitgeber ZF Lenksysteme

Maschinenbauingenieur Martin Wagenhals hat 20 Jahre gebraucht, bis er beruflich dorthin kam, wo er hin wollte. Der 51-Jährige ist anschauliches Beispiel dafür, was Beharrlichkeit bewirken kann und dass eine gute Portion Dickköpfigkeit auf dem Weg zum Traumjob nicht schaden kann.

Die Automobilindustrie lockt viele Studierende.

Die Automobilindustrie lockt viele Studierende.

Foto: ThyssemKrupp Steel AG

Manche Dinge ändern sich wohl nie. Automobilhersteller sind die beliebtesten Arbeitgeber angehender Ingenieure im Jahr 2012. Zu diesem Ergebnis kommt das Berliner Forschungsinstitut Trendence. 1990 wurde die Studie noch nicht durchgeführt, doch Audi, BMW, Daimler und Porsche standen schon damals hoch im Kurs der Studenten.

„Näher als bei den Herstellern kommt man nicht an die Fahrzeuge heran“, sagt Martin Wagenhals. Der heute 51-Jährige hatte vor 32 Jahren sein Maschinenbaustudium mit Fachrichtung Fahrzeugtechnik in Ulm abgeschlossen. Viele Kommilitonen hofften auf einen Job bei einem Fahrzeughersteller. Bei einigen klappte es, bei Wagenhals nicht. „Mein Berufsstart war alles andere als vielversprechend.“ Was ihn heute noch wurmt: Er ist auf Versprechen hereingefallen.

Martin Wagenhals: Vom Automechaniker zum Maschinenbauingenieur

Nach der Hauptschule lernte Wagenhals Automechaniker in einer Werkstatt in Biberach, seiner Heimatstadt. Vom Autohaus wechselte er an die Berufsaufbauschule. Die dort erlangte Fachschulreife war seine Eintrittskarte ans technische Gymnasium. „Weil ich nicht gleich einen Studienplatz bekam, aber zur Bundeswehr eingezogen wurde, habe ich mich für zwei Jahre verpflichtet.“

Wagenhals war in der Kfz-Instandsetzung und damit Automechaniker in Uniform. 1990 schloss er sein Studium ab. Ein süddeutscher Autobauer war sein Wunscharbeitgeber. Doch weil dies ein einseitiger Wunsch war, dachte er, über einen Umweg in diesem Unternehmen unterzukommen und heuerte bei einem Ingenieurdienstleister an.

Wagenhals Wunscharbeitgeber: ZF Lenksysteme in Schwäbisch Gmünd

Wagenhals‘ Wunschunternehmen war der wichtigste Auftraggeber seines Arbeitgebers. „Mir wurden spannende Aufgaben versprochen.“ Als er den Arbeitsvertrag unterschrieben hatte, wurde ihm schnell klar, dass er sich von falschen Versprechungen hatte blenden lassen. Ab der zweiten Arbeitswoche hatte Wagenhals sein Kündigungsschreiben täglich griffbereit. Nach zwei Monaten zog er es aus seiner Tasche. „Meine Bewerbung bei ZF Lenksysteme in Schwäbisch Gmünd war erfolgreich.“

Der junge Ingenieur fing in der Entwicklung von Servolenkungspumpen an. Er stellte aber fest, dass ihm Projekte zu managen mehr Spaß macht, als Produkte zu entwickeln. Gut Ding braucht eben Weile. Acht Jahre war er in der Produktentwicklung, als ihm die Projektleitung für die erste elektrische Servolenkung von ZF Lenksysteme angeboten wurde. Die Lenkung ging 2002 im BMW Z4 erstmals in Serie.

Damit war dieser Job erledigt und er arbeitete weitere acht Jahre als Projektleiter für verschiedene Kunden. Parallel dazu war Wagenhals zuständig für die Weiterentwicklung von Projektmanagement-Prozessen. Seine Vorgesetzten hatten seine Interessen und Stärken erkannt. „Das war ein Glücksfall für mich, aber beide Aufgaben unter einen Hut zu bekommen, war schwierig.“ Manchmal unmöglich, weil Kundenprojekte immer Vorrang hatten.

Wagenhals entwickelt Projektmanagement-Prozesse im Geschäftsfeld Pkw weiter

Wagenhals sprach mit seinem Vorgesetzten. Seine Argumente müssen gut gewesen sein, denn ab 2010 war er ausschließlich für die Weiterentwicklung von Projektmanagement-Prozessen im Geschäftsfeld Pkw zuständig. Als im März 2012 eine Umorganisation im Unternehmen stattfand, nutzte sein Vorgesetzter die Gunst der Stunde und schuf eine neue Stelle.

Seitdem ist Wagenhals in seiner Funktion für alle Geschäftsfelder zuständig. Aus seinem fachlichen Interesse hatte er sich eine neue Aufgabe geschaffen. „Ich habe einen Bedarf im Projektmanagement gesehen, dessen zunehmende Bedeutung wahrgenommen, die Chance genutzt und mich in diesem Umfeld weiterentwickelt.“ Beide Seiten profitieren davon.

Als Wagenhals bei ZF Lenksysteme anfing, hatte das Unternehmen rund 350 Ingenieure, heute sind es dreimal so viele. Und jeder von ihnen sucht seine Nische. Wagenhals hat sie gefunden. Er hat keine Mitarbeiter, aber viele Kollegen, die er mit seinem Spezialwissen schult.

Eine Karriere, die holprig anfing, nahm eine glückliche Entwicklung. Ohne eine gesunde Portion Dickkopf wäre das wohl kaum möglich gewesen.

  • Peter Ilg

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