Karriere 18.05.2001, 17:29 Uhr

Gutes Benehmen ist keine Glücksache

Das richtige Benehmen ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit – es öffnet auch Türen. Auch die manchmal recht hölzern wirkenden Ingenieure können mit einem souveränen Auftritt viel gewinnen.

Fettnäpfchen wohin man schaut. Wer begrüßt wen zuerst? Wie verhält man sich rund um den gedeckten Tisch? Wann ist die Krawatte unbedingte Pflicht? Gut zu wissen: Bei Tisch sind Religion und Politik tabu, denn diese Reizthemen erhitzen zu sehr und verderben die Stimmung. Übertriebene Zurückhaltung ist „in Gesellschaft“ und im Geschäftsleben ebenso fehl am Platz wie lautstarkes Auftrumpfen.
Es gibt zahlreiche Gelegenheiten, sich falsch zu verhalten – und damit ein Bewerbungsgespräch oder einen Geschäftsabschluss im Eiltempo zu verpatzen. „Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Die ersten sieben Sekunden sind entscheidend“, sagt Marianne Montag, Inhaberin der Agentur „Image und Etikette“. Montag verhilft unsicheren Kandidaten zu guten Manieren, höflichem Verhalten und souveränem Auftreten. Ingenieure sind eine ganz spezielle Zielgruppe für den Benimm-Feinschliff in Montags Seminaren. Ihnen kreidet die Imageberaterin aus dem westfälischen Unna klipp und klar mangelnde Selbstsicherheit, oft unbeholfenes Auftreten und den einen oder anderen Fauxpas bei der Begrüßung an.
Techniker nehmen sich gern zurück, hat sie festgestellt. Das repräsentative Brillieren auf dem gesellschaftlichen Parkett überlassen sie lieber den Kaufleuten. Sie selbst hätten das nicht nötig, glauben sie, denn sie würden doch einen verdammt guten Job machen, und das Unternehmen sei auf ihre Tüchtigkeit angewiesen.
Falsch! Tatsache ist, dass neben dem fachlichen Know-how die Selbststilisierung Türen öffnet – auch im Unternehmen. Höflicher, gepflegter, auch taktvoller, Umgang kann sogar die Direttissima zum Geschäftsabschluss sein. Richtiges Verhalten wird zur besten Visitenkarte. Nicht mehr Lockerheit um jeden Preis und die „Hoppla-jetzt-komme-ich-Attitüde“, verbunden mit burschikoser Regelverletzung, sind angesagt. Viel gewonnen ist bereits mit Sensibilität und Lernbereitschaft. Dabei kann unmöglich jeder alle Regeln beherrschen, und Fehler macht sowieso jeder. Auch damit muss man souverän umgehen können, und auch das gehört zum Lehrstoff der Montag-Seminare. Von 8 bis 80 reicht deren Klientel, Kinder- und Seniorenseminare inbegriffen, und mittendrin tummeln sich die Ingenieure.
Ein 82-jähriger Banker „hat Spaß daran“, ein Handwerker möchte sich von seinen Berufskollegen abheben, ein altgedienter Ingenieur möchte über den Tellerrand seines isolierten Tüftel-Arbeitsplatzes hinaussehen und endlich das Umfeld an seinen Erfindungen teilhaben lassen.
In Montags Seminaren geht es nicht um altmodische Regeln. Der alte Knigge liefert zwar das Grundgerüst, aber Umgangsformen haben auch eine Menge mit dem Zeitgeist zu tun. Ein nostalgisches Zurück zum kompletten Kanon des Barons Knigge könne es deshalb kaum geben, so Marianne Montag. Sie legt großen Wert darauf, sich vom Arbeitskreis „Stil und Etikette“ mit Sitz in Bielefeld zu unterscheiden. „Die Gesellschaft hat sich geändert, darauf muss man Rücksicht nehmen“.
Regeln zu kennen, ist die eine Sache – dabei aber auch natürlich zu bleiben, eine andere. Mit gekünsteltem, aufgesetztem Auftritt wird man weder im Handumdrehen zum Salonlöwen noch zum Platzhirsch auf Partys oder Empfängen. Und: Was nicht verinnerlicht wird, hat in der Praxis kaum Bestand.
Dabei sind es nicht die großen Auftritte, die Eindruck machen – und an denen gearbeitet werden muss. Es sind die versteckten Kleinigkeiten, die entscheidend für den Erfolg sind. Damit gewinnt die Außenwirkung immens an Bedeutung.
Marianne Montag fasst zusammen: „Behutsamer mit Manieren umgehen, die Abstufungen kennen, den Weg zwischen zu großer Zurückhaltung und zu starkem Auftrumpfen finden. Wann nehme ich mich zurück, und wann presche ich vor?“ Das könne man alles trainieren. Und wenn man das dann drauf hat, kann man eigentlich auch nichts mehr falsch machen. Denn der Geübte gewinnt so sehr an Selbstwertgefühl und Sicherheit, dass er mit seinen Fehlern umgehen kann. Im besten Fall kann er dann sogar über sich selber lachen – das kommt immer gut an. KLAUS NIEHÖRSTER

Von Klaus Niehörster
Von Klaus Niehörster

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