Arbeitsmarkt 04.08.2000, 17:26 Uhr

Glückwunsch

Diese Woche wurde der staunenden Öffentlichkeit der Inhaber der ersten Green Card vorgestellt. Sicher ein Spezialist aus dem tiefsten Indien, denkt man nach all den hitzigen Diskussionen der vergangenen Monate. Oder ein Bulgare? Denn Bulgaren haben ihre Leistungsfähigkeit ja hin und wieder mit den schönsten Virenprogrammen unter Beweis gestellt.

Nein, aus Aachen. Aus Aachen? Genau. Ein Informatikstudent der allseits geschätzten Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule, zwar in Indonesien geboren, aber seit sieben Jahren in Aachen, der sein Studium mit Spitzenexamen hinter sich gebracht hat. Und einen Job fand er bei dem Unternehmen, das aus seinem ehemaligen Lehrstuhl ausgegründet wurde.
Hut ab, Herr Riester!
Da machen Unternehmen seit Monaten Druck auf die Politik, Handelskammern setzen Phantasiezahlen zur Nachfrage von IT-Kräften bei ihren Unternehmen in Umlauf, und dann das: ein Student aus Aachen.
Kompetent wie er ist, hätte der seinen Weg auch ohne die Green Card gemacht. Tatsache ist doch, dass Herr Wijay auch ohne Green Card in Deutschland an eine Arbeisterlaubnis gekommen wäre, hätte das Unternehmen ihn angefordert – vermutlich sogar für länger als nur fünf Jahre. Bayern etwa hat seit Januar fast 500 IT-Spezialisten mit einer Arbeitserlaubnis ausgestattet.
Viel mehr als Augenwischerei ist diese erste Green Card-Verleihung damit nicht. Sie zeigt nur, dass die Nachfrage nach Green Cards seitens der deutschen Industrie sich doch wohl relativ schnell in Luft aufgelöst hat – hieß es doch vor Wochen noch, dass hunderte von Projekten brachliegen, weil die IT-Spezialisten fehlten!
Doch es drängt sich eine ganz andere Frage auf: Ist es nicht ein Offenbarungseid für eine Industrienation, wenn ein im Ausland geborener Spitzenabsolvent einer deutschen Hochschule – dessen Studium ja nicht zuletzt auch mit deutschen Steuergeldern finanziert wurde – eine Green Card benötigt, um nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium auch in Deutschland arbeiten zu dürfen?
Da gibt es Arbeit, Herr Riester. moc

Von Wolfgang Mock
Von Wolfgang Mock

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